Grünabfall

Neue Annahmestelle für Grünabfall wird gut angenommen

Mit Säcken voller Gartenabfälle kommen die Bürger zur neuen Annahmestelle für Grünabfälle an der Schnabelstraße in Rellinghausen., Foto: Stefan Arend

Mit Säcken voller Gartenabfälle kommen die Bürger zur neuen Annahmestelle für Grünabfälle an der Schnabelstraße in Rellinghausen., Foto: Stefan Arend

Essen-Rellinghausen.  Die neue Grünabfall-Annahmestelle an der Schnabelstraße in Rellinghausen ist geöffnet. In Zukunft soll es mehr dezentrale Sammelstellen geben.

Gut angenommen wird die neue Annahmestelle für Grünschnitt und Gartenabfälle an der Schnabelstraße 17 offenbar bereits in den ersten Tagen nach der Eröffnung. Selbst an einem normalen Wochentag herrscht dort vormittags ein reges Kommen und Gehen, Bürger wuchten große Säcke mit Grünabfall aus dem Auto und entleeren sie in die bereitstehenden Container.

Als Ende letzten Jahres bekannt wurde, dass die Grünannahmestelle der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) an der Schnabelstraße schließt, gab es einen Aufschrei bei den Gartenbesitzern aus der Umgebung. Sie befürchteten weite Wege zu anderen Recyclinghöfen und sogar illegale Entsorgung der Grünabfälle am Straßenrand. Die EBE versprach, sich um eine Ersatzfläche im Umfeld zu kümmern.

Neues Gelände liegt wenige Meter von dem alten entfernt

Wenige Meter von der alten Entsorgungsstelle wurden die Entsorgungsbetriebe dann auf der anderen Seite der Schnabelstraße fündig. Sie konnten ein rund 1200 Quadratmeter großes Gelände der Firma Bilfinger und Berger anmieten, das diese zuvor als Lagerfläche genutzt hatte. Seit dem 27. Mai ist die neue Annahmestelle geöffnet, jeweils einer von zwei EBE-Mitarbeitern ist während der Öffnungszeiten vor Ort und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.

„Wir können wegen des erforderlichen Abstands zur Wohnbebauung nur rund 900 Quadratmeter nutzen. Von der Größe her ist das neue Gelände vergleichbar mit dem alten, allerdings war das durch seinen Längszuschnitt für die Anlieferung etwas besser geeignet“, sagt Uwe Unterseher-Herold, Geschäftsführer der Entsorgungsbetriebe. Dennoch sei man froh, so schnell ein geeignetes Ersatzgelände gefunden zu haben. „Wir hätten auch schon eher starten können, mussten aber abwarten, bis alle Genehmigungen vorlagen“, so der EBE-Geschäftsführer.

Verkehrskonzept und Lärmschutzgutachten müssen vorliegen

Bevor man eine solche Anlage eröffne, müsse geklärt werden, wie der Anlieferverkehr ablaufen solle. Außerdem müssten Lärmschutzauflagen und der Abstand zur Wohnbebauung geklärt werden. In den kommenden Wochen werde Bilfinger und Berger noch zwei seiner Container entfernen und Kleinigkeiten auf dem Gelände verändern.

Bislang war die Annahmestelle auf dem Gelände eines Baustoffhandels ansässig. Weil dessen Anlieferverkehr mit dem der Grünannahmestelle in Konflikt gekommen sei, sei der Mietvertrag nicht verlängert worden. „Der Firmeninhaber hat sich aber sehr fair verhalten und uns immer wieder einen weiteren Monat zugebilligt, damit wir Zeit hatten, etwas Neues zu suchen“, so Uwe Unterseher-Herold. Endgültig schließen musste der Hof dann am 5. März. Auf der Fläche sei nun ein Baugeräteverleih ansässig. Das neue Areal habe die EBE erst einmal für zwei Jahre angemietet, mit der Option auf Verlängerung.

Das Ziel sind kleinere, dezentrale Werkstoffhöfe

„Unser Ziel für die Zukunft ist, mehr kleinere dezentrale Werkstoffhöfe anzubieten. Dafür müssen wir aber geeignete Gelände finden, die man anmieten könnte“, so Unterseher-Herold. Das geschehe natürlich in Absprache mit der Stadt, die ja als Auftraggeber für die EBE fungiere. An den Stationen könne man dann nicht nur Grünabfälle, sondern auch andere wiederverwertbare Materialien abliefern. Dafür müssten Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft vor Ort sein.

Zu den derzeit fünf Werkstoffhöfen in Essen sollten sieben oder acht weitere hinzukommen, möglichst gleichmäßig verteilt auf das Stadtgebiet, um den Bürgern weite Wege zu ersparen. Das sei auch deshalb sinnvoll, weil zum Beispiel der Hof an der Laupendahler Landstraße in Werden jetzt schon oft verkehrlich überlastet sei. „Geeignete Flächen zu finden ist gar nicht so einfach“, so Uwe Unterseher-Herold. Das sei eigentlich nur in Gewerbe- oder Mischgebieten möglich.

Die Grünabfälle werden zur Kompostierung gebracht

Die an der Schnabelstraße angelieferten Grünabfälle werden abgeholt und kompostiert. Deshalb sei es wichtig, dass die Bürger tatsächlich nur Grünabfälle, möglichst ohne Kunststoffanteile bringen, denn man wolle ja bei der Aufbereitung eine gute Qualität der Erde erreichen, so der EBE-Geschäftsführer. Geld verdiene man mit der Aufbereitung der Grünabfälle derzeit nicht mehr, früher sei das mal anders gewesen. Für die Zukunft hoffe er, dass man aus den Bioabfällen Gas für den Betrieb von Müllfahrzeugen gewinnen könne.

An der Schnabelstraße werden kostenlos haushaltsübliche Mengen an Grünabfällen von Privatleuten angenommen. „Gewerbetreibende mit größeren Mengen müssen den Recyclinghof an der Pferdebahnstraße nutzen“, sagt der EBE-Chef.

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