Motorsport-Nachwuchs

Motorsport-Nachwuchs hofft auf nationalen Titel

Der Nachwuchs der PSV-Motorsport-Abteilung fährt erfolgreich: (v.l.) Maria Grewe, Luise Grewe, Nico Demsar, Maximilian Schwede und Luca Wagner auf dem Trainingsgelände an der Norbertstraße.

Der Nachwuchs der PSV-Motorsport-Abteilung fährt erfolgreich: (v.l.) Maria Grewe, Luise Grewe, Nico Demsar, Maximilian Schwede und Luca Wagner auf dem Trainingsgelände an der Norbertstraße.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.  Eigentlich steht bei den jungen Fahrern des Polizeisportvereins der Spaß im Vordergrund. Aktuell feiert Mitglied Maximilian Schwede (19) Erfolge.

Hoffnung auf einen nationalen Titel kann sich derzeit die Motorsport-Abteilung des Polizeisportvereins (PSV) Essen machen. Eigentlich steht beim Renn-Nachwuchs, der in Bredeney an der Norbertstraße erst einmal im Kart trainiert, ja der Spaß im Vordergrund. Aber in dieser Saison fährt Maximilian Schwede (19) sehr erfolgreich, konnte in diesem Jahr von Mai bis Juni schon acht Rennen in NRW für sich entscheiden.

Aus dem Kart ist er herausgewachsen, sitzt nun im Opel-Adam-Pkw und führt die Pokalwertung des ADAC-Nordrhein bei den „Slalom-Youngsters 2“ an. „Ende August ist das nächste Rennen auf dem Flughafen in Gladbach“, erzählt er. Dass er unter den ersten Drei landet, ist nach dem Tabellenstand recht sicher.

Danach kann der Maschinenbau-Student im Oktober am Bodensee beim Bundesendlauf starten. Nebenbei hat sich Maximilian Schwede mit seinem Porsche, Baujahr 1986, auch der Oldie-Sparte im Verein angeschlossen, fährt auch Slalom im gut restaurierten 944er.

Viele Rennsportkarrieren begannen auf der Kartbahn

Auf der Kartbahn begann schon manche Rennkarriere. Michael Schumacher und andere Formel-1-Piloten saßen zunächst in den spartanischen Einsitzern. In Bredeney entdeckt der Rennnachwuchs samstags von 16 bis 17 Uhr an der Polizeischule an der Norbertstraße den Rausch der Geschwindigkeit. Ganz legal und sogar unter der Fahne der Gesetzeshüter. Doch erstaunlicherweise findet sich nicht ein Polizist unter den Motorsportlern des Polizeisportvereins Essen 1922.

Maria sitzt schon im Kart. Die Elfjährige trägt einen schwarzen Integralhelm mit dunklem Visier. Konzentriert blickt sie zu Nico Demsar (22). Der Trainer steht am Parcoursrand. Maria gibt Gas. An zwei Pylonen flitzt sie vorbei zur ersten Kurve. Sie bremst, lenkt ein, beschleunigt wieder. Eine Benzinwolke zieht über das Gelände. Aus dem Helm weht ein dunkler Zopf. Im Vehikel mit dem „sechseinhalb PS-Mähermotor“, wie Demsar lachend erklärt, hat auch er erste Runden gedreht. 2009, im Alter von elf. Jetzt ist der Essener Kfz-Mechatroniker und bezeichnet sich schlicht als „Schrauber“.

Beim Slalom ist höchste Konzentration gefragt

Maria liebt den Nervenkitzel, aber nach 60 Stundenkilometern auf dem harten Kunststoffsitz ist sie „echt durch“. Anita Friedrich, Sprecherin der PSV-Motorsportabteilung: „Beim Slalom ist höchste Konzentration gefragt.“ Ihr Sohn Sascha ist mittlerweile 25 Jahre. Zweimal fuhr er den deutschen Meistertitel im Kart ein. Nach ersten Runden in einer Halle in Hattingen war er Feuer und Flamme.

Fürs Kart ist Sascha Friedrich längst zu alt. Seit einigen Jahren startet er bei Slalom-Rennen in der Klasse „Youngsters 2“, auf großen Plätzen, wie dem Flughafen in Weeze. Auf vier Gummireifen driftet Maria derweil mutig weiter um weiß-rote Hütchen auf dem Asphalt. Der kleine Honda-Motor knattert. Diesen Durchgang meistert die Schülerin fehlerfrei. Beim nächsten hat sie zu viel Tempo und streift im Kart die Grasnarbe. „Zu spät abgebremst“, kommentiert ihr Vater, Theo Grewe, der von der Wiese zuschaut. Auch weitere Eltern und Vereinsmitglieder verfolgen das Training.

Rennsportbegeisterter Vater schaut den Töchtern beim Training zu

„Früher bin ich Autorennen im NSU gefahren“, erzählt Theo Grewe. Der 59-Jährige hat das Benzin im Blut an seine Töchter vererbt: „Reiten oder Ballett wären nie in Frage gekommen. Aber gezwungen habe ich sie nicht zum Kartfahren.“ Der Trainer gibt Maria ein Zeichen: Noch ein Durchgang, dann soll ihre Schwester Luise (14) hinters Steuer. Auch Luca Wagner (17), der die zwölfte Klasse am Technischen Gymnasium Essen-West besucht, gehört zu den Talenten und hat Vettel als Vorbild. Luise hat indes die Ideallinie zwischen den Pylonen gefunden und gibt ordentlich Gas im Club-Kart, Runde um Runde kreist sie um die Hütchen herum.

Der Trainer winkt. „Für heute reicht’s!“ Luise setzt den Helm ab und schüttelt die Haare. Die Anstrengung steht ihr im Gesicht. „Das war sehr gut!“, lobt der Trainer. Jetzt will Maria wieder ans Steuer. Eigentlich sollte Schluss sein für heute. Doch sie darf. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder Spaß haben“, sagt ihr Vater. Darüber sind sich alle einig. Aber über Formel-1-Nachwuchs aus dem PSV würde man sich beim PSV natürlich freuen.

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