Kalender

Mitarbeiter der Jugendberufshilfe posieren für Kalender

Stolz auf den Kalender Werkstatt 2020 sind (v.l.) Fotograf Walter Buchholz, Layouterin Catharina Buchholz, Stuckateurmeister Peter Plettenberg, Sabine Pfeffer von der Foto-AG, Tani Capitain von der Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsmitarbeiterin Diana Fuchs-Klingberg, hier in der Werkstatt der Jugendberufshilfe in Essen-Bergerhausen.

Stolz auf den Kalender Werkstatt 2020 sind (v.l.) Fotograf Walter Buchholz, Layouterin Catharina Buchholz, Stuckateurmeister Peter Plettenberg, Sabine Pfeffer von der Foto-AG, Tani Capitain von der Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungsmitarbeiterin Diana Fuchs-Klingberg, hier in der Werkstatt der Jugendberufshilfe in Essen-Bergerhausen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Bergerhausen.  Die Jugendberufshilfe in Essen-Bergerhausen stellt ersten Kalender mit Mitarbeiter-Porträts vor. Gestaltet wurde er von Mitgliedern der Foto-AG.

Erst war es nur eine spontane Idee beim Plausch nach dem Mittagessen, jetzt ist ein außergewöhnlicher Kalender mit Schwarz-Weiß-Porträts fertig: Die Mitglieder einer Foto-Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Profi-Fotografen Walter Buchholz haben in den vergangenen Monaten zwölf Mitarbeiter der Jugendberufshilfe Essen fotografiert – Elektromeister, Kantinen-Kassiererin, Fahrdienstmitarbeiterin, Geschäftsführer, Mitarbeiter im Abfalltonnenlager, Ausbilder.

Mitarbeiter stellen sich als Fotomodelle zur Verfügung

Für die Hobbyfotografen war es ein gelungenes Übungsprojekt, bei dem sie von der Idee bis zur fotografischen Umsetzung viel lernen konnten. Für die Mitarbeiter, die sich als Modelle zur Verfügung stellten, war es ein großer Spaß. „Eine solche Aktion trägt natürlich zur Identifikation mit unserer Arbeit bei“, sagt Stuckateurmeister Peter Plettenberg. Er ziert mit seinem Meisterstück, einer Statue, nicht nur das Juli-Blatt, sondern auch den Titel des Kalenders.

Die Idee zu dem Kalender – der erste seiner Art bei der Jugendberufshilfe, aber wohl nicht der letzte – war entstanden, als Verwaltungsmitarbeiterin Diana Fuchs-Klingberg im Scherz nachfragte, wann denn der jährliche Frauenkalender mit den durchtrainierten Männern komme. „So was bekommen wir doch selbst hin“, waren sich die Kollegen schnell einig. Mit nacktem Oberkörper wollte sich am Ende aber doch nur ein Kollege präsentieren. Als dann Tani Capitain, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der Jugendberufshilfe (JBH), ein eigenes Foto eines Schweißers bei der Arbeit zeigte, war beschlossen, in welche Richtung es tatsächlich gehen sollte.

Wer das Ganze realisieren konnte, war ebenfalls schnell klar: Tani Capitain und sein Kollege Alexander Müller von JBH sind selbst Mitglieder der Foto-AG, die sich seit Oktober 2015 trifft. Sie sei entstanden, als einige Journalisten, die eigentlich Texter sind, aber zunehmend auch Fotos machen sollen, auf ihn zugekommen seien, berichtet Walter Buchholz von den Anfängen der Foto-AG. Er sollte den Kollegen ein paar Tricks verraten, wie man bessere Fotos macht.

Der 67-Jährige war viele Jahre Bildredakteur bei der Funke-Mediengruppe und bildete in der Zeit auch viele Nachwuchsjournalisten fotografisch aus. Nach dem Eintritt in den Ruhestand konnten ihn die Kollegen dann überreden, sein Wissen im Rahmen der Foto-AG weiterzugeben. „Wir treffen uns zu fotografischen Ausflügen, besuchen ganz unterschiedliche Orte wie die Zeche Zollern in Dortmund oder die Halden im Ruhrgebiet, von denen wir wohl kaum eine ausgelassen haben“, berichtet Walter Buchholz.

Spannende Ausflüge mit der Kamera

Bei der Motivsuche beschränke man sich keineswegs auf die typische Ruhegebietsidylle. In der Eifel habe die Gruppe beispielsweise verschollene Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht, gefunden und fotografiert. „Bei den Ausflügen fotografiert jeder der Gruppe mit seiner eigenen privaten Kamera“, sagt der Fotograf. Für den Kalender der Jugendberufshilfe habe man sich auf eine Kamera und ein Objektiv beschränkt, um eine gewisse Einheitlichkeit der Fotos zu erreichen.

„Am Anfang waren die Kollegen noch ein bisschen zurückhaltend, dann hatten wir aber plötzlich mehr als zwölf Leute, die als Modell mitmachen wollten“, blickt Tani Capitain zurück. „Wir haben eine Warteliste von Leuten, die noch mitmachen wollten.“ Über eine Neuauflage könne man also auf jeden Fall nachdenken. Er gehe davon aus, dass sich die Herstellung des Kalenders über den Verkauf refinanziere, zumal ja Modelle und Fotografen ehrenamtlich aktiv gewesen seien.

Jeder Mitarbeiter habe selbst entscheiden können, mit welchem Objekt es abgelichtet werden wollte – ganz gleich, ob Malerrolle, Telefon, Geld, Lenkrad, Gabelstapler, Akkuschrauber, Whiskyflasche oder Pferd. Professionell geschminkt worden sei keines der Modelle.

Mitglieder der Foto-AG arrangierten die Motive gemeinsam

Die Mitglieder der Foto-AG arrangierten die Motive für die Schwarz-Weiß-Fotos gemeinsam. „Wer am Ende auf den Auslöser drückte, war dann gleichgültig“, sagt Sabine Pfeffer, Mitglied der Foto-AG. Profi Walter Buchholz gab letzte Tipps in Sachen Licht, änderte immer wieder die Ausrichtung der Modelle, bis ihm alles perfekt erschien. „Wir mussten natürlich mit den Lichtbedingungen arbeiten, die wir dort vorgefunden haben“, blickt der Fotograf zurück. Den Akteuren dagegen machten vor allem die Temperaturen zu schaffen. So sei es beim ersten der sechs Foto-Shootings eiskalt in der Halle gewesen, worunter vor allem Ideengeberin und Modell Diana Fuchs-Klingberg gelitten habe.

Details über die professionelle, aber durchaus vergnügliche Produktion gibt’s auf der letzten Seite des Kalenders in Wort und Bild, zusammengestellt und layoutet von Catharina Buchholz, der Tochter des Fotografen, die selbst in Sachen Foto-Design aktiv ist.

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