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Markthändler ärgert sich über fehlende Müllentsorgung

Heinz Hermanns verkauft mittwochs Getränke auf dem Markt der Margarethenhöhe. Einer seiner Kritikpunkte ist die fehlende Müllentsorgung.

Foto: Heinz-Werner Rieck

Heinz Hermanns verkauft mittwochs Getränke auf dem Markt der Margarethenhöhe. Einer seiner Kritikpunkte ist die fehlende Müllentsorgung. Foto: Heinz-Werner Rieck

Essen-Margarethenhöhe.   Markthändler Heinz Hermanns von der Margarethenhöhe wünscht sich bessere Gespräche mit dem Betreiber. Der will die Abfallentsorgung umstellen.

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Seit gut drei Jahren steht Heinz Hermanns mit seinem „Fruchtflitzer“ mittwochs auf dem Markt der Margarethenhöhe, verkauft dort Säfte, Obstsalat und Kaffeespezialitäten. Er ärgert sich, dass es keine Möglichkeiten für die Händler mehr gibt, ihren Müll vor Ort zu entsorgen. „Wir müssen alle Abfälle wieder mitnehmen“, sagt er. Auch dass er jetzt plötzlich 150 Prozent mehr Stromkosten zahlen soll, hält der 66-Jährige für übertrieben. Statt zwei seien jetzt fünf Euro pro Markttag fällig.

Das Müllproblem habe sich verschärft, seit im April die drei großen Rollcontainer abgeholt wurden. Anwohner und Hotelgäste hätten sich beschwert, dass die Behälter erst Tage nach dem Markt abtransportiert wurden.

In Sachen Müll stehen aber offenbar sowieso Veränderungen an. Die für die Märkte zuständige Verwertungs- und Betriebsgesellschaft (EVB) plant laut Geschäftsführer Wolfgang Fröhlich, in Zukunft die Müllentsorgung auf allen Märkten komplett umzustellen. Man wolle die Verträge mit den Entsorgungsbetrieben kündigen und den Händlern die Möglichkeit geben, ihren Abfall am Frischezentrum loszuwerden.

Händler müssen ihren Müll selbst entsorgen

Laut Gewerbeordnung müssten die Händler den von ihnen produzierten Müll selbst entsorgen. Am Frischezentrum sei dann die geforderte Trennung von organischen und anorganischen Abfällen möglich. Bei den Standgebühren wolle man den Händlern entgegenkommen.

Beim Thema Energiekosten weißt Fröhlich darauf hin, dass es für Händler ohne Vertrag unterschiedliche Strompauschalen gebe: „Die Höhe ist abhängig davon, ob die Händler nur Licht verbrauchen, weitere Geräte mit Strom betreiben oder sogar eine große Kühltheke benötigen. Im Saftwagen gibt es Kühlschränke, Saftpresse und Kaffeemaschine. Da sind fünf Euro pro Tag fällig. Wenn das dem Marktmeister bis dahin nicht aufgefallen ist, hat der Händler einfach Glück gehabt.“

Zudem habe man genau diesem Standbetreiber einen Vertrag angeboten, der ihm die Verwaltungspauschale von acht Euro am Tag erspart hätte. „Ohne Vertrag haben wir mehr Aufwand, weil das Geld eingesammelt und eingezahlt werden muss“, erklärt der EVB-Chef.

Beschicker sprechen über Aufwertung des Marktes

Neben dem Streit um den Strompreis ärgert sich Händler Hermanns aber auch generell über die Kommunikation von Seiten der EVB mit den Standbetreibern. „Es gibt keinen vernünftigen Dialog, keinen respektvollen Umgang, dabei sind wir doch Partner der Stadt“, sagt Hermanns. Er habe unter den Händlern Unterschriften gesammelt und sich an Oberbürgermeister Thomas Kufen gewandt – ohne Antwort zu bekommen. Und ein Gesprächstermin, den man zwischenzeitlich mit der EVB ausgemacht habe, sei von der Stadttochter abgesagt worden.

„Ich wünsche mir, dass sich die EVB mal mit uns zusammen Gedanken macht, wie man die Märkte attraktiver gestalten könnte“, sagt Hermanns Partnerin Klaudia Hofmann. Sie könnte sich Ständer für Sonnenschirme oder Hinweisschilder auf den Markt vorstellen. „Nach den Ferien wollen wir Händler besprechen, ob wir eine Umfrage unter den Besuchern starten, was man verbessern könnte“, kündigt Heinz Hermanns an.

Am Vormittag kommen oft nur wenige Kunden

Und Verbesserungen, meint der Händler, seien nötig. Der positive Effekt, der sich durch die Ausweitung der Öffnungszeit bis 18 Uhr eingestellt hatte, sei inzwischen verflogen. „Vor allem vormittags ist es leer hier“, so Hermanns.

In Sachen Marktaufwertung sei man in Gesprächsrunden mit den Verbandsspitzen, heißt es von der EVB. Man könne aber nicht mit jedem Händler einzeln diskutieren.

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