Vereinsleben

Langjähriger Vorsitzender des Kleingartenvereins hört auf

Horst John gibt nach langjähriger Vorstandstätigkeit sein Amt als Vorsitzender des Kleingartenvereins Rellinghausen-Bergerhausen auf.

Foto: Socrates Tassos

Horst John gibt nach langjähriger Vorstandstätigkeit sein Amt als Vorsitzender des Kleingartenvereins Rellinghausen-Bergerhausen auf. Foto: Socrates Tassos

Essen-Rellinghausen/Bergerhausen.   Horst John (83) hat seit fast 50 Jahren Vorstandsämter beim Kleingartenverein Rellinghausen-Bergerhausen inne. Zum Jahreswechsel hört er auf.

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Nach knapp 50 Jahren im Vorstand des Kleingartenvereins Essen-Rellinghausen-Bergerhausen, davon 26 Jahren als erster Vorsitzender, gibt Horst John sein Amt zum Jahresende ab. „Es war eine schöne, interessante Zeit, aber irgendwann ist es auch einmal genug. Ich wünsche allen weiterhin viel Spaß“, sagt der 83-Jährige, der seit 1967 in der Kleingartenanlage lebt.

Er habe sich immer mit viel Herzblut für den Verein engagiert und vieles locker genommen, was bei den Mitgliedern gut angekommen sei. Jetzt gehe er aus Altersgründen, aber auch, weil sich viel verändert habe. „Früher war es eine bessere Gemeinschaft“, sagt er. Bereits zum 90-jährigen Vereinsbestehen vor drei Jahren hätten viele das zur Verfügung stehende Geld lieber für Verschönerungen in den Anlagen als für ein großes Fest ausgeben wollen.

Zum Verein mit 150 Mitgliedern gehören die vier Gruppen Am Frommen Joseph, Am Glockenberg, Kuckucksrain und Sperberstraße. Ein paar Gärten habe man wegen der Großbaustelle im Walpurgistal verloren. „Wir haben hier auch Russen, Polen, Italiener und Türken als Mitglieder, und das klappt sehr gut“, räumt John mit dem Vorurteil auf, das Kleingartenwesen sei typisch deutsch.

Pro Jahr werden etwa zehn Parzellen frei

„Pro Jahr werden etwa zehn Gärten, oft aus Altersgründen, frei. Früher hatte ich manchmal Mühe, die Parzellen neu zu vergeben. Inzwischen wollen aber wieder mehr Menschen, auch junge Leute, einen Kleingarten pachten“, sagt er. Derzeit sei kein Garten frei, es gebe sogar eine Bewerberliste.

Beim Pächterwechsel werde der Wert des Gartens mit Laube und Pflanzen offiziell geschätzt. „Die meisten wollen nicht mehr als 3500 Euro geben“, erklärt der Vorsitzende. Man müsse aufpassen, dass die Preise nicht zu hoch würden, denn Kleingärten sollten ja etwas für den Mittelstand sein, nicht für die Reichen, die sowieso einen Garten hinter dem Haus hätten, findet der Vorsitzende. Die Parzellen seien meist 400 Quadratmeter groß und kosteten etwa 160 Euro im Jahr. „Die Neuvergabe ist mit viel Organisationsaufwand verbunden und die Bürokratie nimmt weiter zu“, ist der langjährige Vorsitzende froh, diese Aufgabe bald los zu sein. Das gelte auch für die Verwaltung der Finanzen, die er mit dem Kassierer gemeinsam erledigt habe.

Der Vorsitzende setzt auf das persönliche Gespräch

Im Gegensatz zu den jüngeren Vorstandsmitgliedern spreche er die Mitglieder immer noch persönlich an, statt E-Mails zu schreiben, wenn mal wieder ein Heckenschnitt oder ähnliches erforderlich sei. „So eine Gemeinschaft lebt doch vom persönlichen Kontakt“, betont er. Vereinsmitglied werde er weiter bleiben, nur die Verantwortung sollten demnächst andere tragen. Seinen Nachfolger arbeite er bereits ein, damit dieser nicht – wie er selbst damals – ins kalte Wasser geworfen werde. „Mir hat man damals einfach die Schubkarre mit allen Akten vor die Tür gestellt.“

Seine beiden Kinder hätten wenig Bezug zum Kleingartenwesen, so John. Auch er selbst stamme eigentlich nicht aus einer Kleingärtnerfamilie. „Mein Vater hatte einen kleinen Garten hinter dem Haus. Aber die Eltern und Großeltern meiner verstorbenen Frau hatten schon früh die Parzelle hier gepachtet“, erinnert sich der Maurermeister und spätere Bauleiter.

Erinnerung an Indianer-Spiele der Kindheit

Seinen ersten Kontakt mit der Kleingartenanlage am Frommen Joseph habe er als Kind gehabt, als ihn seine Kumpel beim Indianer-Spiel dort in einer Furche fesselten. „Abends fiel dann auf, dass ich dort immer noch lag und man mich vergessen hatte“, muss Horst John heute über das Erlebnis schmunzeln.

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