Schafskrimi

Landwirt aus Essen-Haarzopf schreibt Krimi über seine Schafe

Thomas Haffner, Teilzeitlandwirt aus Essen-Haarzopf, hat seinen ersten Krimi geschrieben. Die Hauptrolle darin spielen seine Schafe.

Thomas Haffner, Teilzeitlandwirt aus Essen-Haarzopf, hat seinen ersten Krimi geschrieben. Die Hauptrolle darin spielen seine Schafe.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Haarzopf.  Landwirt Thomas Haffner aus Essen-Haarzopf züchtet Jakobschafe. Jetzt hat er sein erstes Buch geschrieben – mit seinen Tieren als Hauptfiguren.

Sein erstes Buch – den Krimi „Wo sind die Jakobs“ – stellt der Haarzopfer Thomas Haffner am Sonntag, 8. Dezember, auf dem Weihnachtsmarkt in Essen-Haarzopf vor. „Mir war es wichtig, einen Krimi ohne Tote zu schreiben. Spannend ist der Fall trotzdem“, verspricht der Hobbyautor und Teilzeitlandwirt, der im Buch seine Jakobschafe zu Hauptfiguren macht.

Im richtigen Leben ist der 60-Jährige Rechnungsprüfer bei der Stadt. Nebenher bewirtschaftet er mit seiner Frau den Hof der Schwiegereltern an der Alten Raadter Straße. Neben Hühnern und Obstbäumen widmet sich Thomas Haffner seit rund 15 Jahren der Zucht von Jakobschafen, einer robusten und optisch auffälligen britischen Rasse, in die er sich auf einer Zuchtschau spontan verliebt hat. „Vorher hatte ich braune Milchschafe, die aber sehr anfällig für Krankheiten waren“, blickt der Teilzeitlandwirt zurück. Jetzt zücht er dafür Jakobschafe mit vier Hörnern.

Wer sich für die braun-weißen Tiere mit der markanten Musterung interessiere, werde sicherlich Spaß an dem rund 100-seitigen Büchlein „Wo sind die Jakobs – Eine Schafherde verschwindet“ mit etlichen Fotos haben, so der Autor, der vor rund zwei Jahren die Idee zu dem Krimi hatte und etwa ein Jahr lang daran gearbeitet hat.

Schauplatz des Krimis ist Essen-Haarzopf

Als Schauplatz seines ersten Krimis wählte er seine langjährige Heimat Haarzopf, von wo die Reise allerdings weiter nach Polen geht. „Ich habe neben der rein fiktiven Handlung auch ein bisschen meine eigene Geschichte aufgeschrieben“, so Haffner, der selbst als Züchter Thomas in der Geschichte auftaucht. Auch die Nachbarn, zu denen Haffner guten Kontakt pflegt und die sich gelegentlich um die Schafe kümmern, kommen mit ihren eigenen Vornamen vor. „Ich habe sie natürlich gefragt und sie hatten nichts dagegen“, betont der Autor. Im Buch helfen sie, die verschwundene Herde zu suchen.

Teilzeitlandwirt hat in der Regel einen 14-Stunden-Tag

Der gebürtige Düsseldorfer lebt seit 30 Jahren auf dem Hof, der früher komplett landwirtschaftlich genutzt wurde. Das Gelände sei rund zwei Hektar groß, für die Schafe habe er eine weitere rund ein Hektar große Wiese angepachtet. Die Landwirtschaft betreibt der Haarzopfer in seiner Freizeit. „14-Stunden-Tage sind normal für mich. Um die Tiere muss ich mich ja schon vor der Arbeit kümmern“, erklärt der 60-Jährige. „Weil Tiere natürlich eine Menge Verantwortung bedeuten, machen meine Frau und ich oft getrennt Urlaub.“

Im vergangenen Sommer hatte er erstmals zu einer Schervorführung eingeladen, um einen Einblick in die Arbeit auf dem Hof zu geben. Für den Bürgerverein Haarzopf-Fulerum biete er gelegentlich Führungen an, zeige seine Obstbäume, erläutere Details zur Haltung seiner 20 Schafe und 40 Hühner. „Ich bin einer von sehr wenigen Züchtern der Jakobschafe, von denen es in Deutschland nur an die 200 Tiere gibt“, so Haffner.

Wolle und Fleisch der Tiere sind beliebt

Die Wolle der Schafe sei sehr gut verkäuflich, auch zur Schlachtung gebe er Tiere weg, um die Herde immer gleich groß zu halten. „Aber nicht die Muttertiere, die viele Jahre hier zu unserem Leben gehörten und für Nachwuchs gesorgt haben“, sagt Haffner. Für sie suche er eine Unterkunft, wo sie ihren Lebensabend verbringen könnten. Die Milch der Jakobschafe verwerte er nicht, das wäre zu aufwendig. Die Milch sei für die 14 Lämmer, die Haffner ab Februar erwartet. Seine Tiere präsentiert der Haarzopfer auch mit Erfolg auf Zuchtschauen.

Ob er sich vorstellen kann, ein zweites Buch zu schreiben? Demo in Haarzopf- 900 Bürger wehren sich gegen BebauungHaffner: „Im Moment kämpfen wir in Haarzopf ja gerade gegen die geplante Bebauung von Freiflächen und die Profitgier, die oft dahinter steckt. Vielleicht werde ich das in einem zweiten Buch thematisieren.“

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