Künstler-Porträt

Krankheit brachte Lehrerin auf den künstlerischen Weg

Leicht und doch robust sind die Schmuckstücke und Objekte, die Künstlerin Hilde Janich fertigt.

Foto: Michael Korte

Leicht und doch robust sind die Schmuckstücke und Objekte, die Künstlerin Hilde Janich fertigt. Foto: Michael Korte

Essen-Stadtwald.   Die Schmuckdesignerin Hilde Janich aus Stadtwald tauschte ihre sichere Existenz gegen eine lebenslange kreative Herausforderung.

Hilde Janich ist Schmuck- und Objektdesignerin und hat sich mit ihren federleicht wirkenden, aber dennoch robusten Werken weit über Essen hinaus einen Namen gemacht. Durch eine schwere Krankheit nahm ihr Leben eine neue Wendung. Sie gab ihre sichere Existenz als Lehrerin auf und widmete sich ihrer künstlerischen Berufung.

In ihrer Wohnung in Stadtwald entstehen Stücke, die sie schon in Norwegen, Frankreich, England und den USA ausgestellt hat. Eigentlich ist Hilde Janich mit 63 in dem Alter, in dem sie sich in ihrem ursprünglichen Beruf als Lehrerin für Deutsch, Englisch und Kunst langsam auf die Rente vorbereiten würde. „Ich werde bis an mein Lebensende arbeiten, aber ich habe diesen Weg selbst gewählt“, sagt Hilde Janich. Bereut habe sie ihre Entscheidung nie, auch wenn es ein ständiger Kampf sei.

„Es gibt unendlich viel zu organisieren, ich muss mich um Präsentations- und Ausstellungsmöglichkeiten selbst kümmern, teils die Fläche anmieten oder mich um die Teilnahme an Veranstaltungen bewerben. Zeit für die eigentliche künstlerische Arbeit bleibt eigentlich nur nachts“, berichtet Janich, die seit 2000 in Stadtwald wohnt. Eigentlich stammt sie aus Hilden, was ihre Eltern zu ihrem Vornamen inspirierte.

Mit 27 Jahren erkrankte Hilde Janich schwer

Mit 27 Jahren erkrankte Hilde Janich an Krebs. „Da wurde mir klar, dass ich im falschen Beruf bin, dass ich meine kreative Seite, die ich schon immer hatte, ausleben muss, um wieder gesund zu werden“, sagt die Künstlerin. Dass sie damit ihr finanziell abgesichertes Leben aufgeben würde, sei ihr bewusst gewesen. Dennoch habe sie sich der neuen Herausforderung stellen müssen.

„Ich musste die ,Überlebenskünstlerin’ in mir stärken und lernen, mit der Unsicherheit zu leben“, sagt Janich und spielt damit auch auf ihre schwere Erkrankung an. Nach der Reha habe sie eine Goldschmiedelehre absolviert, in einer Werkstatt gearbeitet und später Produktdesign studiert. Seit 1992 arbeitet sie als selbstständige Schmuckdesignerin.

Künstlerin hat sich auf Pergamentschmuck spezialisiert

Hilde Janich fertigt Metallschmuck, hat sich aber auf Pergamentschmuck spezialisiert, den sie selbst als „zart, aber zäh“ bezeichnet und der offenbar durchaus ähnliche Eigenschaften wie die Designerin selbst besitzt. „Pergament ist das Material der Buchbinder und das erste Schriftmaterial nach Papyrus“, erklärt sie die Faszination ihres Lieblingswerkstoffs. Die transparente, gefärbte Tierhaut kombiniert sie gern mit Nylonfäden und kleinen Edelstein-Perlen. „Sie tragen ja auch Lederschuhe“, antwortet die Künstlerin, wenn sie gefragt wird, ob nicht ethische Gründe dagegen sprächen, Schmuck aus Tierhaut zu tragen.

Kontakt: www.hilde-janich.de

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