Jugendkantorei

Jugendkantorei im Essener Südostviertel besteht 70 Jahre

Die Jugendkantorei der Auferstehungskirche probt jeweils dienstags im Saal der Gemeinde im Südostviertel.

Die Jugendkantorei der Auferstehungskirche probt jeweils dienstags im Saal der Gemeinde im Südostviertel.

Foto: Uwe Möller / FUNKE Foto Services

Essen-Südostviertel.  Vor 70 Jahren entstand die Jugendkantorei an der ev. Auferstehungskirche im Südostviertel. Gefeiert wird am 28. und 29. September mit Ehemaligen.

Ihr 70-jähriges Bestehen feiert die Jugendkantorei der Auferstehungskirche im Essener Südostviertel mit einem Jubiläumskonzert und einem Festgottesdienst am 28. und 29. September. Dazu werden viele Ehemalige erwartet, die Erinnerungen an die gemeinsame Chorzeit und die Konzertreisen austauschen wollen, berichtet Stefanie Westerteicher (53), seit 24 Jahren Kirchenmusikerin in der evangelischen Gemeinde Altstadt und für die musikalische Arbeit an der Auferstehungskirche zuständig.

Gründerin der Jugendkantorei ist heute 90 Jahre alt

„In den 70 Jahren seit ihrer Gründung hat die Jugendkantorei erst zwei Leiterinnen gehabt, die heute 90- jährige Gründerin Ursula von den Busch, die das Amt 42 Jahre innehatte, und mich“, erklärt Stefanie Westerteicher, die in Düsseldorf Kirchenmusik studierte und sich nach dem Studium auf die Stelle an der Auferstehungskirche beworben hatte.

Stefanie Westerteicher leitet sämtliche Chöre der Gemeinde: die Mini-Spatzen für die Vier- bis Sechsjährigen, den Kinderchor, die Jugendkantorei für die Zwölf- bis 21-Jährigen, den Kammerchor und die Kantorei, wobei Letztgenannte bekannt für ihren A-Cappella-Gesang beziehungsweise Oratorien sind. Jede der fünf Gruppen probe einmal pro Woche, dazu kämen Probenwochenenden und Chorfahrten, die oft generationenübergreifend organisiert würden.

Aus den Chören seien schon etliche Profisänger, aber auch Instrumentalisten, Dirigenten, Schauspieler und Kirchenmusiker hervorgegangen. „Viele kommen nach der Ausbildung nach Essen zurück, sind der Gemeinde oft eng verbunden“, so die Chorleiterin. Es gebe einen regen Austausch mit der Musikschule der evangelischen Altstadt-Gemeinde. „Viele singen ja nicht nur, sondern erlernen auch ein Instrument“, sagt die Kantorin.

Die Gruppe entstand in der Nachkriegszeit aus dem Mädchensingkreis

Ursula von den Busch habe die Jugendkantorei noch während ihres Studiums gegründet. Sie verfolge die Entwicklung des Chores nach wie vor mit großem Interesse. Hervorgegangen sei die Jugendkantorei in der Nachkriegszeit aus dem Mädchensingkreis. Damals habe es noch nicht viele Freizeitaktivitäten für Jugendliche gegeben, so dass die Mitglieder die Gemeinschaft, aber auch die interessanten Chorreisen sehr zu schätzen gewusst hätten, so Stefanie Westerteicher.

Die Chorarbeit ist bis heute identisch mit der Jugendarbeit an der Auferstehungskirche. „Wir nehmen erst mal grundsätzlich alle Kinder auf. Jedes Kind kann singen, das muss man aber natürlich erst lernen“, so die Chorleiterin. Sie erinnere sich gern an eine Begebenheit, die rund 15 Jahre zurückliege. Damals sei eine Mutter mit ihrer fünfjährigen Tochter gekommen und habe sich quasi dafür entschuldigt, dass sie so ein „Brummerkind“ mitbringe. „Daraus ist dann eine Solo-Sängerin geworden“, berichtet Stefanie Westerteicher nicht ohne Stolz. Eine Mitarbeiterin kümmere sich besonders um die Stimmbildung bei den Nachwuchssängern.

Die musikalische Bandbreite der Jugendkantorei reiche vom 15. bis zum 21. Jahrhundert, von Barock und Klassik über Filmmusik, Musical-Melodien und Pop bis zu modernen geistlichen Stücken.

„Wir haben zu wenig Männerstimmen. Die meisten Jungen verlassen uns, wenn sie in den Stimmbruch kommen“, sagt Stefanie Westerteicher. Von den 25 Mitgliedern der Jugendkantorei seien nur zwei Jungen. Durch den oft bis weit in die Nachmittagsstunden reichenden Schulunterricht könne man erst am späten Nachmittag proben. „Das Singen generell erlebt aber gerade einen Aufschwung“, ist Stefanie Westerteicher überzeugt.

Gefeiert wird mit einem Konzert und einem Festgottesdienst

Das 70-jährige Bestehen der Jugendkantorei wird am Samstag, 28. September, 18 Uhr, mit einem Jubiläumskonzert in der Kirche gefeiert. Auch der Kammerchor und Ehemalige wirken mit. Am Klavier ist Christian von Gehren zu hören. Der Eintritt ist frei. Am Sonntag, 29. September, 10 Uhr, gibt es einen Festgottesdienst mit Pfarrer Götz-Otto Kreitz mit Chormusik der Jugendkantorei, die wieder von Ehemaligen unterstützt wird. Die musikalische Leitung für beide Veranstaltung liegt bei Stefanie Westerteicher, die vorher mit den Ehemaligen probt.

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