Soziales

Jugendberufshilfe: Teilnehmer bereiten „Sauber-Zauber“ vor

Darius-Dustin (links) und Maurice packen für die Aktion „Sauber-Zauber“ die jeweils benötigten Handschuhe, Warnwesten, Mülltüten und Zangen in die Kartons – von der Kita bis zur großen Firma

Darius-Dustin (links) und Maurice packen für die Aktion „Sauber-Zauber“ die jeweils benötigten Handschuhe, Warnwesten, Mülltüten und Zangen in die Kartons – von der Kita bis zur großen Firma

Foto: Christof Köpsel

Essen-Bergerhausen.   Die jungen Erwachsenen verpacken 80 000 Artikel für die Müllsammel-Teams. Von Bergerhausen aus gehen diese ins Stadtgebiet. Ein Besuch vor Ort.

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Der Sauber-Zauber, die große Müllsammelaktion im Stadtgebiet am zweiten Märzwochenende, wirft ihre Schatten voraus. In der Lagerhalle der Jugendberufshilfe (JBH) in Bergerhausen stapeln sich derzeit 19 909 Handschuhe, 19 488 kleine und große Zangen, 17 536 Müllbeutel, 16 797 Buttons sowie 6107 Kinderwarnwesten. Sortiert, verpackt und versandt für die einzelnen Müllsammel-Gruppen werden sie von den Auszubildenden und den Teilnehmern der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme in der JBH.

Sauber-Zauber wird zum 13. Mal von der Ehrenamt Agentur und den Entsorgungsbetrieben Essen (EBE) durchgeführt, und ebenso lange ist die Jugendberufshilfe mit im Boot. „Angefangen haben wir mit 80 Paketen, dieses Jahr werden es weit über 300 mit fast 80 000 Artikeln sein“, berichtet Ausbildungsleiterin Rosi Zweydorff.

Hohe Identifikation

Darius-Dustin und Maurice gehören zum Packteam und finden diese Arbeit alles andere als eintönig. „Wir zählen immer alles genau durch, damit es keine Verwechslungen gibt und jede Gruppe die richtigen Sachen bekommt“, erläutert Darius-Dustin. Der 18-Jährige ist im Rahmen der Reha-Bildungsmaßnahme seit einigen Wochen im JBH dabei. Nach der berufsvorbereitenden Maßnahme kann er sich gut vorstellen, dort eine Ausbildung als Lagerist zu beginnen.

„Ich habe selbst früher im Kindergarten am Sauber-Zauber teilgenommen“, sagt sein Kamerad Maurice (19). Die Warnweste durfte er damals behalten und mit nach Hause nehmen. „Das ist auch heute noch so“, bestätigt Rosi Zweydorff, die sich freut, dass sich die jungen Erwachsenen mit ihrer Aufgabe so gut identifizieren können.

Arbeiten unter realistischem Zeitdruck

Denn die zu verpackende Menge ist schon enorm und das Zeitbudget eng: Jeden Tag zwischen 7 und 8.30 Uhr muss schon alles fertig sein, dann holen die Entsorgungsbetriebe die nächsten zwei Paletten für den „Sauber-Zauber“ aus der Schürmannstraße ab und verteilen sie in die jeweiligen Stadtteile. Von Kettwig bis Karnap werden dann tausende kleine und große Ehrenamtler zu Zange und Müllsack greifen, um Essen zu säubern.

Die Jugendlichen der JBH lernen bei dieser Aktion unter anderem versandfähiges Verpacken, Erstellung von Lieferscheinen sowie Bereitstellung der Waren. „Sie merken, wie es ist, unter Druck und Zeitlimit zu arbeiten. Das ist ja auch im späteren Berufsleben so“, sagt Tani Capitain, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei der JBH.

Belieferung des RWE-Fanshops

„Uns ist es schon wichtig, dass wir hier nicht im luftleeren Raum agieren, sondern alles realistisch ist.“ So wie zum Beispiel die Belieferung des RWE-Fanshops. „Wenn von der Hafenstraße eine Order kommt, werden hier die Shirts, Fahnen und anderen Merchandising-Artikel versandfertig gepackt. Das finden die Jugendlichen natürlich mega stark.“

>> Vermittlung über das Job-Center

Zur Jugendberufshilfe gelangen junge Erwachsene bis 25 Jahre durch das Job-Center. Mit den Teilnehmern werden der berufliche Einstieg und die soziale Integration geplant.

In der Berufsvorbereitung können sich die Teilnehmer ausprobieren. Es gibt außerbetriebliche Ausbildungen in acht Gewerken sowie in Berufen in Teilzeit, flankiert durch Praktika. 95 % der Teilnehmer absolvieren das Ganze mit Erfolg.

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