Nachtwanderung

In Rellinghausen startet erste historische Nachtwanderung

Ortshistoriker Hans Schippmann leitet die abendliche Wanderung durch Essen-Rellinghausen und erzählt über das alte Stiftsgebiet.

Ortshistoriker Hans Schippmann leitet die abendliche Wanderung durch Essen-Rellinghausen und erzählt über das alte Stiftsgebiet.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Rellinghausen.  Die Bürgerschaft lädt zur ersten abendlichen Wanderung durch den historischen Teil von Essen-Rellinghausen ein. Ortshistoriker übernimmt Führung.

Die Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald hat bis zum Jahresende noch ein volles Programm. Einer der Höhepunkte steht am Freitag, 8. November, an. Dann startet um 19 Uhr die erste Nachtwanderung durch Rellinghausen. Start und Ziel ist der Blücherturm. Die Führung zu den historisch bedeutsamen Punkten im Stadtteil übernimmt der pensionierte Lehrer und Ortshistoriker Hans Schippmann, der im Nachtwächtergewand die Teilnehmer begleitet und ihnen an den jeweiligen Stationen Anekdoten und Geschichten erzählt.

Die Teilnahme an der Nachtwächterführung durch Rellinghausen, die rund eine Stunde dauern wird, ist kostenlos, die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. „Wenn das Interesse da ist, kann eine solche Veranstaltung durchaus wiederholt werden. Historisch bedeutsame Orte in Rellinghausen und Stadtwald gibt es ja genug“, sagt Schippmann, der sein Kostüm aus dem Fundus des Aalto-Theaters ausgeliehen hat.

Nachtwanderung führt vom Blücherturm zum alten Stiftsgebiet

Vom Blücherturm soll die Wanderung zum alten Stiftsgebiet und zur Kirche St. Lambertus gehen. Dort will Schippmann den Teilnehmern erläutern, wo die Grenzen des Stiftsgebiets verliefen und wie es sich entwickelt hat. Auch die Konflikte mit dem Stift Essen werden Thema sein. Er werde historische Fakten vermitteln, aber auch immer wieder mit einem Augenzwinkern referieren, so der Stadtteilhistoriker.

„Bei Dunkelheit wird der Stadtteil in ein ganz besonderes Licht getaucht“, setzt Schippmann auf die abendliche Stimmung. Er will auch an die Zeit erinnern, als Rellinghausen noch ein Dorf ohne Elektrizität war und die Menschen auf Kerzen angewiesen waren. An der Kirche St. Lambertus will Schippmann über die architektonischen Besonderheiten des Gotteshauses informieren, dessen Turm noch aus der Zeit um das Jahr 1000 stammt, während der Bau sonst eher klassizistisch ist. Das Kirchenschiff sei im 19. Jahrhundert mit großem Aufwand errichtet worden. Schippmann wird Interessantes aus der Geschichte des Stifts Rellinghausen berichten, das bis 1802 Bestand hatte.

Je nachdem, wie lange man an den einzelnen Stationen verweile, werde der Rundgang auch noch zur Annenkapelle führen, so Schippmann, der die bekannte Geschichte vom Hostienraub aus dem Jahr 1516 erzählen wird. In Erinnerung an diese Ereignis wird jedes Jahr Ende Juli das Annenfest gefeiert. Begleitet wird Hans Schippmann von Sven Milpauer, ebenfalls von der Bürgerschaft, in mittelalterlicher Tracht.

Bürgerschaft beteiligt sich am Kulturwochenende

Die Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald beteiligt sich auch am Kulturwochenende im Stadtbezirk II, das vom 15. bis 17. November stattfindet. Im Kunsthaus an der Rübezahlstraße 33 zeigt die Bürgerschaft am Samstag, 16. November, Luftbilder aus Rellinghausen und Umgebung aus dem Jahren 1926 bis 2015 über das städtische Internetportal „Historisches Portal Essen“.

Am Volkstrauertag, Sonntag, 17. November, 15 Uhr, gibt es eine Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krieg und Gewalt am Ehrenmal an der Amselstraße. Der Advent wird am Freitag, 29. November, ab 17 Uhr auf dem Stiftplatz mit Tannenbaum, Bläserchor, Glühwein und Stutenkerlen eingeläutet.

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