Stadtteilbibliotheken

In der Bibliothek in Stadtwald fehlt eine Kundentoilette

Bibliotheksmitarbeiterin Bianca Jahovic sortiert Bücher in die Regale der Stadtteilbibliothek in Essen-Stadtwald. Das Haus an der Frankenstraße müsste saniert werden. Auch eine Kundentoilette fehlt.

Bibliotheksmitarbeiterin Bianca Jahovic sortiert Bücher in die Regale der Stadtteilbibliothek in Essen-Stadtwald. Das Haus an der Frankenstraße müsste saniert werden. Auch eine Kundentoilette fehlt.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Stadtwald/Huttrop.   Die wenigsten der 17 Stadtteilbibliotheken in Essen sind barrierefrei. Doch es gibt noch weitere Probleme. Auch in Essen-Huttrop und Stadtwald.

Insgesamt 17 Stadtteilbibliotheken gibt es in Essen. Auch in Huttrop an der Steeler Straße und in Stadtwald an der Frankenstraße werden Bücherwürmer fündig. Beide eint das Manko fehlender Barrierefreiheit. Doch es gibt noch weitere Probleme. Welche, dies hat die Verwaltung nun der Bezirksvertretung (BV) II gebündelt vorgelegt.

Ausgerechnet der Tagesordnungspunkt 13 beschäftigt sich mit der

„Sanierung der Stadtteilbibliotheken“. Eine Zahl mit Symbolcharakter, denn um den Zustand der Bücherkrippen ist es mitunter alles andere als gut bestellt, wie Bianca Jahovic weiß. Seit Mitte 2011 arbeitet sie in der Huttroper Bibliothek, den Job macht sie allerdings schon seit 1996.

„Die Barrierefreiheit ist das eine“, sagt sie. „Wir haben zwar nur eine Stufe vor der Tür und drei weitere dahinter, aber für Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer ist das schon ein Hindernis.“ Bislang hat man sich jedoch immer behelfen können, „weil wir jederzeit angesprochen werden können, wenn es Probleme geben sollte“.

Fehlende Barrierefreiheit betrifft fast alle Bibliotheken

Ob und wann eine Rampe installiert werden wird, hat die Immobilienwirtschaft noch nicht mitgeteilt. Doch sie ist im Bilde und weiß auch um den schlechten Zustand des Parketts. „Der Boden war bereits bei der letzten Renovierung im Jahr 2012 ein Thema“, erinnert sich Bianca Jahovic. „Damals war ein Betrag um die 4000 Euro im Gespräch. Dafür war damals das Geld nicht da.“ So blieb es beizeiten bei einem neuen Anstrich im Büro, in der Jugendbibliothek, im vorderen Gang und bei neuen Jalousien.

Reparaturbedürftig ist auch die Toilette, die noch aus Zeiten stammt, als der Komplex als Grundschule genutzt wurde. „Wir haben nur diese eine“, erklärt Bianca Jahovic, „eine Kundentoilette fehlt gänzlich.“ Und so nutzen Personal und Besucher den stillen Ort gemeinsam. „Während normaler Besuchstage fragen da schon mal bis zu 14 Kunden nach.“ Direkt neben dem Waschbecken des WCs steht die Kaffeemaschine. „Eine Spülküche haben wir nicht.“

Zukunft in Huttrop ist noch nicht geklärt

In Huttrop an der Steeler Straße geht es gar um existenzielle Dinge: Auf Wunsch des bisherigen Vermieters sollte die stark frequentierte Stadtteilbibliothek innerhalb des Gebäudes, Hausnummer 373, umziehen. Die angebotenen Räume jedoch waren dazu nicht geeignet. Nun soll das Haus verkauft werden – und auch der Stadtverwaltung ist derzeit nicht bekannt, ob der neue Eigentümer den Mietvertrag verlängern wird. Der aktuelle Vertrag jedenfalls endet am 31. Dezember 2020.

Gute Nachrichten hat die Verwaltung für die Bezirksvertreter dennoch: Zumindest die Zentralbibliothek Gildehof-Center an der Hollestraße 3 ist komplett barrierefrei, und es gibt zwei separate Behindertentoiletten auf beiden Ebenen. Auch an Hörbehinderte wurde gedacht: Zwei Hörschleifen sorgen bei Veranstaltungen für eine gute Verständigung.

>> BEZIRKSVERTRETUNG II TAGT AM 23. MAI

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