Stadtteilprojekt

Im Bürgerladen „Schulzzwanzig“ werden Huttroper zu Nachbarn

Halima Zahaf lebt nicht nur im Hochhaus an der Schulzstraße, sie engagiert sich auch von Anfang an für das Stadtteilprojekt „Schulzzwanzig“.

Halima Zahaf lebt nicht nur im Hochhaus an der Schulzstraße, sie engagiert sich auch von Anfang an für das Stadtteilprojekt „Schulzzwanzig“.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Huttrop.  Bürgerladen „Schulzzwanzig“ liegt in einer Hochhaussiedlung in Essen-Huttrop. Die Begegnungen dort haben Einfluss auf das Leben im Quartier.

Zu einem großen Sommerfest lädt das Huttroper Stadtteilprojekt „Schulzzwanzig“ am Donnerstag, 18. Juli, von 14 bis 18 Uhr alle Nachbarn und Huttroper ein. Der vom Jugendamt, der Gewobau und Anwohnern ins Leben gerufene Bürgerladen ist mittlerweile eine feste Größe im Hochhauskomplex an der Schulzstraße.

Begonnen hat alles vor 18 Jahren: Damals zogen in das Hochhaus immer mehr Familien mit kleinen Kindern, viele davon mit Migrationshintergrund, die Beratung und Unterstützung benötigten. Derzeit leben hier um die 200 Familien mit 180 Kindern. Die für Huttrop zuständigen Jugendamtsmitarbeiterinnen Ruth Hoffmann und Felicitas Dudda fackelten nicht lange, sondern starteten eine Mutter-Kind-Gruppe in einer leerstehenden Wohnung, die der Gewobau, Eigentümer des Hauses, zur Verfügung stellte. Innerhalb kürzester Zeit wuchs das Angebot, wurde daraus ein Selbsthilfeprojekt, das Nachbarn miteinander vernetzt und praktische Lebenshilfen anbietet.

Flüchtlingsberatung, Elterncafé und Hausaufgabenhilfe

„Mittlerweile haben wir jeden Tag Angebote“, sagt Stefanie Kutschker, Sprecherin des Jugendamtes. Ob Computerkurse für Kinder und Jugendliche, Sprachkurse, Hausaufgabenhilfe, Elterncafé, Mädchen- und Fußballgruppe oder Yogakurse – alles, was in „Schulzzwanzig“ (der Name ist Resultat eines ausgeschriebenen Wettbewerbs) stattfindet, wird ausgiebig genutzt. Die Angebote verändern sich immer mal wieder, nehmen Bezug auf das, was nötig und gefragt ist. So wird seit dem vermehrten Zuzug von geflüchteten Menschen in „Schulzzwanzig“ auch regelmäßig eine Flüchtlingsberatung angeboten, die die cse, ein Zusammenschluss der Caritas und des Sozialdienstes Katholischer Frauen, durchführt.

Bürgerladen sorgt für friedliches Zusammenleben von 22 Nationen

„Wir finden es besonders schön, dass sich im Stadtteilprojekt mittlerweile so viele ehemalige Teilnehmer engagieren, die natürlich bei den Bewohnern auf große Akzeptanz stoßen“, so Kutschker weiter. Eine von ihnen ist Halima Zahaf, die gerade mit ihrer Schwester Najat das Sommerfest vorbereitet. Sie war eine der ersten Mütter, die kurz nach der Gründung zur Mutter-Kind-Gruppe stieß – und dabeiblieb. Inzwischen ist sie eine unersetzliche Hilfe, die als Honorarkraft für das Jugendamt arbeitet und den Kontakt zu den Mietern und Nachbarn pflegt. Sobald neue Familien in die Hochhaussiedlung ziehen, schaut Halima Zahaf vorbei, heißt sie willkommen und lädt sie in den Bürgerladen ein. „So funktioniert Integration ganz von selbst“, sagt Stefanie Kutschker. Denn der Bürgerladen sorgt dafür, dass die multikulturelle Nachbarschaft – hier wohnen Menschen aus 22 Nationen – nicht nur friedlich zusammenlebt, sondern auch miteinander in Kontakt kommt.

Zu den vielen Angeboten gehören dann natürlich auch jahreszeitliche Feste, die gemeinsam gefeiert werden. Wie das Sommerfest, zu dem das Jugendamt alle Bewohner und Nachbarn eingeladen hat. „Es gibt wieder viel Aktionen für Kinder, von Torwandschießen bis zur Bewegungsbaustelle“, verrät Stefanie Kutschker. Aber auch die Erwachsenen kommen nicht zu kurz: Sie können sich bei Kaffee und Kuchen austauschen und im Idealfall neue Freundschaften schließen.

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