Eiserne Hochzeit

Holsterhauser Ehepaar ist seit 65 Jahren in Liebe verbunden

Lucia und Georg Nikelowski aus Holsterhausen werden den Tag ihrer Eisernen Hochzeit mit ihrer großen Familie mit einer Messe und anschließendem Essen feiern.

Foto: Socrates Tassos

Lucia und Georg Nikelowski aus Holsterhausen werden den Tag ihrer Eisernen Hochzeit mit ihrer großen Familie mit einer Messe und anschließendem Essen feiern. Foto: Socrates Tassos

Essen-Holsterhausen.   Lucia (86) und Georg Nikelowski (90) aus Holsterhausen feiern ihre Eiserne Hochzeit. Kennengelernt haben sie sich schon als Kinder in Ostpreußen.

„Jetzt haben wir es so lange geschafft, der Rest wird auch noch klappen“, sagt Lucia Nikelowski (86) und strahlt ihren Mann Georg (90) an. Am Samstag, 12. August, feiern die beiden Eiserne Hochzeit. Seit 65 Jahren sind sie glücklich verheiratet. Ihren Ehrentag werden sie im Kreise von Familie und Freunden mit einer Messe und anschließender Feier in St. Elisabeth in Frohnhausen begehen. „Wir sind glücklich, dass wir eine so lange gemeinsame Zeit haben und es uns dem Alter entsprechend noch gut geht“, betonen beide.

Erste Begegnung mit dem späteren Ehemann

Lucia und Georg Nikelowski stammen aus Ostpreußen, aus derselben Pfarrei. „Mit zehn war ich von Georgs Schwester eingeladen. Seine Eltern hatten einen großen Bauernhof. Die großen Jungs, darunter Georg, haben mich auf einer Schaukel in der Scheune angeschubst. Ich hatte ziemliche Angst“, erinnert sich Lucia Nikelowski an ihre erste nähere Begegnung mit ihrem späteren Ehemann.

Beide besuchten das Gymnasium, allerdings unterschiedliche Schulen. Mit 17, kurz vor dem Abi, wurde Georg Nikelowski eingezogen. Über den Krieg und die Gefangenschaft will er nicht sprechen, zu schrecklich waren die Erlebnisse. Zurück zu Hause, holte er das Abitur nach und arbeitete in einer Bank, wo er auch seiner Bekannten Lucia eine Stelle besorgen konnte. „Damals hat unsere Liebe begonnen“, blickt er zurück.

Ganz offiziell hielt Georg Nikelowski bei den Eltern seiner Angebeteten um ihre Hand an. „Dazu musste der richtige Zeitpunkt abgepasst werden, an dem meine Geschwister nicht da waren. Meine Mutter ahnte schon etwas und schickte meine Schwester zum Wäscheholen“, erinnert sich Lucia Nikelowski, deren Eltern gegen den Schwiegersohn in spe keine Einwände hatten.

Weihnachten 1951 wurde Verlobung gefeiert

Weihnachten 1951 wurde Verlobung gefeiert, 1952 geheiratet, mit weißem Kleid und rund 40 Gästen bei den Brauteltern. Als Festessen gab es Braten von selbst großgezogenen Gänsen. Die ersten Küken, die zu diesem Zweck angeschafft worden waren, riss der Hund – in der Not der Nachkriegszeit eine Katastrophe. „Damals musste man ja den Trauschein vorzeigen, um überhaupt eine kleine Wohnung zu bekommen“, blickt Lucia Nikelowski zurück. Das Paar bekam eine Tochter und zwei Söhne, die zwischen 1953 und 1958 geboren wurden. Einer der Söhne lebt heute in Schweden, den die Nikelowskis regelmäßig besuchen.

Die Heimat des Ehepaares war nach dem Krieg polnisch. „Wir wollten dort weg, aber unsere Ausreiseanträge wurden immer wieder abgelehnt“, erzählt Georg Nikelowski. 1971 hatten sie endlich Erfolg, durften nach Essen ausreisen, der Schwester von Lucia Nikelowski hinterher. Seit 1973 lebt das Ehepaar in Holsterhausen. In Essen angekommen, startete Georg Nikelowski beruflich durch.

„Mein erster Tag hier war gleichzeitig mein erster Arbeitstag als Hochspannungstechniker bei RWE, wo ich bis zur Pensionierung tätig war“, erzählt Georg Nikelowski. Noch oft besuchten sie mit Kindern und Enkeln ihre alte Heimat. „Den alten Bauernhof, auf dem mein Großvater aufgewachsen ist, gibt es noch“, sagt Enkelin Lina Nikelowski, die die Großeltern oft besucht.

An ihrem Ehrentag am 12. August werden dem Ehepaar neben den drei Kindern auch sieben Enkel und zwei Urenkel gratulieren.

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