Immobilien-Auktion

Essener Hochbunker findet neuen Besitzer im zweiten Anlauf

Bereits im Sommer konnten Interessenten das Innere des Bunker im Südostviertel besichtigen. Jetzt ist die Immobilie versteigert worden. Das Bild zeigt den Raum mit der Frischluftpumpe.

Bereits im Sommer konnten Interessenten das Innere des Bunker im Südostviertel besichtigen. Jetzt ist die Immobilie versteigert worden. Das Bild zeigt den Raum mit der Frischluftpumpe.

Foto: Ulrich von Born

Essen-Südostviertel.   Der Hochbunker im Essener Südostviertel ist für gut 200.000 Euro versteigert worden. Der neue Besitzer soll auf dem Dach Mini-Modulhäuser planen.

Im zweiten Anlauf hat es dann doch geklappt: Der Hochbunker an der Bassinstraße im Südostviertel ist versteigert. Für 204 000 Euro fand sich ein neuer Besitzer, der aber namentlich noch nicht genannt werden möchte. Das erklärt René Silva vom Berliner Auktionshaus Karhausen, das für die Versteigerung des Bunkers im Auftrag des Bundes zuständig war. Die ungewöhnliche Immobilie war bereits bei der Sommerversteigerung des Auktionshauses angeboten worden, aber nicht unter den sprichwörtlichen Hammer gekommen. Deshalb wurde sie jetzt noch einmal angeboten. Bei der aktuellen Winterauktion hatte das Mindestgebot für den Bunker 159 000 Euro betragen. Im Sommer waren es noch rund 30 000 Euro mehr gewesen.

Der neue Besitzer ist laut René Silva ein Bauunternehmer, der in Essen noch weitere Objekte besitzt. Dem von außen eher trist wirkenden Bunker an der Bassinstraße wolle er ein neues Erscheinungsbild verpassen. Nach Auskunft von Silva seien auf dem Dach des Bunkers Modulhäuser mit einer Größe von jeweils etwa 30 Quadratmetern angedacht. „Die könnten zum Beispiel Studenten Unterkunft bieten“, so Silva. Sogenannte Tiny Houses, also winzige Häuser, liegen derzeit weltweit im Trend. Sie sind aufgrund ihrer geringen Größe relativ preiswert und verfügen über eine sehr reduzierte Ausstattung. Oft sind solche Tiny Houses sogar beweglich und lassen sich problemlos an einen anderen Ort bringen.

Der Bunker selbst ist laut Stadt nicht beheizbar

Für den eigentlichen Bunker plane der neue Besitzer zum Beispiel Lagerräume – eine Lösung, die sich angesichts der von der Stadt attestierten Unbeheizbarkeit des Gebäudes anbieten könnte. Die Übergabe des Objekts soll im Januar erfolgen. Der neue Besitzer werde dann zunächst Gespräche mit der Stadt führen, welche Gestaltungsmöglichkeiten er habe, was genau machbar sei und welche Auflagen es zu beachten gebe. Wenn dann die baurechtliche Genehmigung vorliege, könnten die Umbauarbeiten beginnen.

Veränderungen an dem Bunkergebäude sind grundsätzlich möglich, da es nicht unter Denkmalschutz steht. Der Bunker hat keine Fenster – was man aber für die zukünftige Nutzung ändern könnte, wie René Silva betont. „Dafür gibt es ja Maschinen, mit denen man Fensteröffnungen aus der Fassade schneiden kann“, erklärt der Immobilienexperte. Bei den etwa zwei Meter dicken Wänden dürfte ein solches Unterfangen allerdings relativ aufwändig sein.

Bei der Winterauktion gab es drei Bieter

Bei der Winterauktion habe es drei Bieter für das Objekt im Südostviertel gegeben. Für René Silva ist mit der erfolgreichen Versteigerung des Objekts das Interesse an dem alten Hochbunker keineswegs erloschen. Da er selbst aus Essen komme und als Makler in Rüttenscheid tätig war, habe er zu dem Objekt eine besondere Beziehung. Außerdem finde er die Idee mit den Modulhäusern spannend. „Ich werde auf jeden Fall verfolgen, wie es mit dem Bunker weitergeht“, erklärt René Silva, der eigentlich aus Schuir stammt.

Der Bunker an der Bassinstraße 36 liegt in der Nähe des Wasserturms an der Steeler Straße. Er wurde 1942/43 auf einem 1581 Quadratmeter großen Areal erbaut und hat eine Nutzfläche von rund 720 Quadratmetern. Beide Etagen bestehen aus mehreren Räumen, die der Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg Schutz vor den Bombenangriffen boten.

Auch ein Altendorfer Bunker wurde versteigert

René Silva vom Berliner Auktionshaus Karhausen hatte bereits Ende 2016 den bemalten Rundbunker an der Körner-/Ecke Oberdorfstraße in Altendorf an einen Essener Bauunternehmer versteigert.

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