Historische Wanderung

Historische Wanderung in Essen-Haarzopf führt zu alten Höfen

Siegfried Hay vom Bürgerverein Essen-Haarzopf führte die Gruppe unter anderem zu alten Bauernhöfen im Stadtteil.

Siegfried Hay vom Bürgerverein Essen-Haarzopf führte die Gruppe unter anderem zu alten Bauernhöfen im Stadtteil.

Foto: Julia Tillmann / FUNKE Foto Services

Essen-Haarzopf/Fulerum.  Aktuell wird über die Bebauung der Freiflächen in Essen-Haarzopf diskutiert. Hobbyhistoriker lud zur Spurensuche im früher bäuerlichen Stadtteil.

Der Bürgerverein Haarzopf-Fulerum hatte zur historischen Wanderung durch die beiden Stadtteile eingeladen, die früher sehr bäuerlich geprägt waren. Die Führung von Siegfried Hay (81) war mit etwa 30 Teilnehmern angesichts der schlechten Wetterbedingungen erstaunlich gut besucht. Die ländliche Geschichte der Stadtteile ist gerade vor dem Hintergrund der städtischen Bebauungspläne interessant, gegen die es in Haarzopf massiven Widerstand gibt.

Die Gruppe wanderte zunächst von der Kreuzung Erbach aus durch die Humboldtstraße, in der zahlreiche Häuser von der Haarzopfer Baumeisterfamilie Melches um das Jahr 1900 erbaut wurden. Im einheitlichen Stil errichtete diese damals Bergmannshäuser mit angebauten Ställen, die auch heute noch das Straßenbild prägen. Über Felder und Wiesen folgten die Teilnehmer dann dem Weg, den früher die Bergleute nahmen, die in der Zeche Humboldt arbeiteten. Dabei führte Siegfried Hay die Teilnehmer an zahlreichen alten Fachwerkhäusern und Bauernhöfen vorbei.

Die historische Führung durch Haarzopf und Fulerum dauerte zweieinhalb Stunden

Die interessierten Bürger wanderten durch die Beekmann- und Scheidtstraße bis zum Rhein-Ruhr-Zentrum, wo sich früher die Zeche Humboldt befand. Anschließend ging es parallel zum Südwestfriedhof wieder zurück zur Kreuzung Erbach. Die Führung dauerte gut zweieinhalb Stunden.

Siegfried Hay erzählte zwischendurch aus der Geschichte Haarzopfs und Fulerums. So gehörte Fulerum – wie Haarzopf und Raadt – ursprünglich zum Einflussgebiet der bergischen Unterherrschaft Broich, mit dem Dorf Mülheim als Mittelpunkt. Die Bedeutung des Namens Fulerum ist wohl mit „Ort von faulig torfiger Beschaffenheit“ oder als „an den Faulsümpfen“ zu erklären.

Auch zu den verschiedenen Fachwerkhäusern und Bauernhöfen wusste Hay viel zu erzählen. Etwa zum Kotten Winkel an der Scheidtstraße, der im 17. Jahrhundert erbaut worden sei und auch heute noch versteckt im idyllischen Tal liege. Die Führung kam bei den Teilnehmern trotz des plötzlich einsetzenden Regens gut an.

So sagte Rainer Linde (40) aus Bergerhausen: „Meine Großmutter hat früher in Haarzopf gearbeitet, deshalb war ich als Kind oft in hier. Da ich mich sowieso für die Stadtgeschichte interessiere und auch gerne spazieren gehe, finde ich die Führung toll. Es ist eine gute Gelegenheit, um raus zu kommen und man lernt noch etwas dabei“.

Teilnehmer schätzen Mischung aus Wandern und Stadthistorie

Auch Erika Ley (66) aus Mülheim war begeistert: „Ich habe viele Bekannte und Freunde in Haarzopf und Fulerum und bin oft in der Gegend. Das ist bereits die dritte Führung, die ich mitmache. Ich bin gerne draußen unterwegs und fand auch die ersten beiden Führungen schon super. Für mich ist es eine schöne Kombination aus Wandern und Stadthistorie.“

Nach der Wanderung zeigte sich Siegfried Hay zufrieden: „Es war die dritte und letzte historische Wanderung für dieses Jahr. Ich bin froh, dass es den Leuten so gut gefallen hat, dass sie bis zum Ende geblieben sind, obwohl das Wetter so schlecht war“, sagte er. Eine weitere Führung wird er dieses Jahr aber noch leiten: „Wir wollen am 24. November unter dem Motto: ,Hände weg von Freiluftflächen’ noch eine Führung machen. Dabei möchten wir auf Bebauungspläne der Stadt für Haarzopf aufmerksam machen.“

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