Nahverkehr

Haltestellen-Umbau wird den Rüttenscheider Stern verändern

Die Straßenbahnhaltestelle an der Klarastraße soll entfallen. Dafür ist ein zentraler neuer Mittelbahnsteig auf der gegenüberliegenden Zweigertstraße geplant.

Die Straßenbahnhaltestelle an der Klarastraße soll entfallen. Dafür ist ein zentraler neuer Mittelbahnsteig auf der gegenüberliegenden Zweigertstraße geplant.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Rüttenscheid.   Die Kritik am geplanten Haltestellen-Umbau der Evag hält an: Einige Akteure aus dem Stadtteil fürchten Nachteile für Straßenbild und Verkehr.

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Der geplante Haltestellenumbau am Rüttenscheider Stern sorgt hinter den Kulissen weiterhin für Zwist: Die Essener Verkehrs AG will das Mammutprojekt 2018 in Angriff nehmen und einen neuen Mittelbahnsteig an der Zweigert­straße realisieren: samt neuer Gleisbetten und Gleise. Die Haltestelle an der Klarastraße soll komplett entfallen. Auch der Rechtsabbieger von der Zweigert- in die Rüttenscheider Straße könnte dem Umbau zum Opfer fallen. „Das wird den Charakter des Rüttenscheider Sterns komplett verändern“, befürchtet Hörgeräte-Akustiker-Meister Volker Ligmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Filiale direkt am Stern.

Viele seiner Kunden seien gehbehindert: „Über die schlechte Erreichbarkeit hat sich aber noch nie jemand bei mir beschwert, schließlich verkehren hier Niederflurbahnen. Insofern habe ich kein Verständnis für diesen massiven Eingriff ins Straßenbild“, sagt Ligmann, der mit seiner Kritik nicht allein ist. Auch die Interessengemeinschaft sowie der Bürger- und Verkehrsverein Rüttenscheid hatten nach Bekanntwerden der Pläne im vergangenen Jahr die Unverhältnismäßigkeit kritisiert – sowohl, was die Kosten angeht, als auch den mit einer Großbaustelle verbundenen Eingriff ins Straßenbild.

Anhebung beider Haltestellen als Alternative?

So schlug der IGR-Vorsitzende Rolf Krane als Alternative vor, die bestehenden Straßenbahnhaltestellen um einige Zentimeter zu erhöhen. Auf diesem Weg sei die Barrierefreiheit schließlich auch an der Paulinen- und Moltkestraße sichergestellt worden.

Neben dem Aussehen des Rüttenscheider Sterns würde sich auch die Verkehrssituation nachteilig verändern, fürchtet Krane und wird darin von Bezirkspolizist Rüdiger Buers gestützt: Wenn durch das neue, massive Bauwerk der Rechtsabbieger von der Zweigert- auf die Rüttenscheider Straße verloren ginge, könne dies den Verkehr in Richtung Alfredstraße zusätzlich stauen, fürchten sie. Nicht zuletzt würden auch Radfahrer durch das Verschwenken der neuen Gleise an der Klarastraße gefährdet.

Uneinigkeit im Stadtteilparlament

Elke Zeeb (Grüne) sieht das Thema im Gegensatz zu ihrer Fraktion ebenfalls kritisch: „Ich kann vor allem nicht nachvollziehen, warum Anlieger und Ortskundige wie die Bezirkspolizisten nicht in die Beratungen mit eingebunden wurden.“ In der Bezirksvertretung scheint der Umbau trotz mancher Kritiker allerdings schon beschlossene Sache zu sein.

„Wir haben das Thema lange diskutiert und das Für und Wider abgewogen. Am Ende wird die Evag eine Barrierefreiheit aber nur so gewährleisten können“, sagt Heiner Schulte-Geldermann von der CDU und ergänzt: „Wir waren mit einem Rollstuhlfahrer vor Ort. Würden die Bahnsteige in ihrer jetzigen Form lediglich erhöht, wäre der Platz für Rollstuhl und Passanten zu schmal.“ Schulte-Geldermann verweist zudem auf eine noch laufende Prüfung der Stadt zur Verkehrsführung. Dadurch könne der Rechtsabbieger möglicherweise noch erhalten bleiben. „Aus unserer Sicht wäre ein Fußgängerweg mit Ampel dort wünschenswert.“

Das Thema soll in der Januar- oder Februarsitzung erneut auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung II kommen, teilte die Essener Verkehrs AG auf Anfrage mit. Das Stadtteilparlament habe in der Angelegenheit beratende Funktion. Die Entscheidung trifft der Rat.

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