Verkehrschaos

Haltestellen-Umbau sorgt für Verkehrschaos in Huttrop

Verkehrschaos herrscht in den Nebenstraßen der Steeler Straße, seit die Haltestelle Dinnendahlstraße umgebaut wird.

Foto: Stefan Arend

Verkehrschaos herrscht in den Nebenstraßen der Steeler Straße, seit die Haltestelle Dinnendahlstraße umgebaut wird. Foto: Stefan Arend

Essen-Huttrop.   Durch den Haltestellenumbau Dinnendahlstraße staut es sich im Umfeld. Stadt richtet Halteverbote ein, da Autofahrer die Umleitung nicht nutzen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Seit 17 Jahren lebt Mark Schilla mit seiner Familie in der eigentlich ruhigen Wohnstraße Gehrberg, einer Seitenstraße der Steeler Straße. Doch seit gut einer Woche ist es mit der Ruhe vorbei: Seit die Haltestelle Dinnendahlstraße umgebaut wird und ein Teilstück der Steeler Straße gesperrt ist, klagen Anwohner, dass ihre Wohnstraße als Abkürzung genutzt wird. Die Stadt hat jetzt mit Halteverboten reagiert, damit der Verkehr zügiger abfließt.

Der Gehrberg ist in Richtung Steele die letzte Möglichkeit, rechts abzubiegen. „Wenn auf der Steeler Straße die Straßenbahn hält und die Autos dahinter warten müssen, ist mal für ein paar Minuten Ruhe, dann kommt die Blechlawine wieder, quält sich durch die Wohnstraße“, sagt Mark Schilla (43). 700 bis 1000 Fahrzeuge pro Stunde kämen zu gewissen Tageszeiten an seinem Haus vorbei.

Besonders schlimm sei es in den Nachmittagsstunden, wenn sich die Berufstätigen aus der Innenstadt wieder in Richtung der Wohnstadtteile im Essener Süden bewegten, so der Software-Entwickler. Oft führen sich große Lkw in den engen Wohnstraßen fest.

Parkende Autos und die Rechts-vor-Links-Regelung an der Ecke Gehrberg/Auf dem Holleter verhinderten, dass der Verkehr fließen könne. „Warum hält man die Fahrzeuge nicht auf der Steeler Straße und führt sie mit einer Baustellenampel im Wechsel einspurig an der Baustelle vorbei? So, wie es jetzt geregelt ist, opfert man das Wohngebiet“, sagt Schilla. Noch drei Monate wird sich die Blechlawine durch die Tempo-30-Zone bewegen, fürchtet er.

Aufpflasterungen auf der Fahrbahn wurden entfernt

Besonders schlimm sei es, wenn am Wochenende die Gelenkbusse der Ruhrbahn dazu kämen. Ein solches Wochenende, an dem wegen der Baustelle Busse statt Bahnen verkehrten, habe man bereits hinter sich. Zwei weitere sollen folgen. Für den Schienenersatzverkehr seien offenbar extra die Aufpflasterungen auf der Fahrbahn, zum Beispiel in der Straße Auf dem Holleter, entfernt worden.

„Der Asphalt musste dort aber schon erneuert werden, weil er aufgeplatzt war“, hat Mark Schilla beobachtet. Der Huttroper fühlt sich mit den Problemen alleingelassen. Er habe an die Ruhrbahn, das Amt für Straßen und Verkehr und den Oberbürgermeister geschrieben. Auch seitens der Bezirksvertretung sei nichts passiert, „Es hat keinen Dialog mit den Anwohnern gegeben, wir wurden nur durch eine Wurfsendung informiert“, so Schilla.

Der Stadt ist die Situation in Huttrop bekannt

Sein Nachbar Georg Seidel wünscht sich während der Bauphase zumindest eine Einbahnstraßenregelung Richtung Steele. Auch Anwohner Klaus Vogeler, der als Richter tätig und oft mit Verkehrssachen befasst war, hat sich selbst schon durch den Stau quälen müssen. Er beobachtet eine zunehmend aggressive Stimmung unter den Autofahrern. Zudem hält er die Beschilderung im Umfeld der Baustelle für falsch.

„Eigentlich sollen die Autos dort gar nicht herfahren und die Abkürzung durch das Wohngebiet nehmen“, sagt Sylvia Neumann, Sprecherin der Ruhrbahn. Die ausgewiesene Umleitung führe über die Oberschlesienstraße, Frillendorfer Straße und Schönscheidtstraße. „Das ist natürlich ein größerer Umweg“, so Neumann.

Bei der Stadt ist bekannt, dass sich die Situation in Huttrop auch eine Woche nach dem Start der Baustelle noch nicht beruhigt hat, bestätigt Jasmin Trilling vom Presseamt.

Zeitlich beschränkte Halteverbote sollen helfen

Um die Situation vor Ort zu entschärfen, habe das Amt für Straßen und Verkehr jetzt reagiert und Halteverbote in den Nebenstraßen der Steeler Straße eingerichtet. In der Straße Gehrberg gelte das Halteverbot werktags von 7 bis 9 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Man habe sich für ein temporäres Halteverbot entschieden, damit nicht zu viel Parkraum für die Anwohner wegfalle.

Auf der Dinnendahlstraße sei die Situation anders. Dort parkten auch zahlreiche Besucher der Bezirkssportanlage. Deshalb werde hier ebenfalls ein Halteverbot eingerichtet, damit der Verkehr abfließen könne. Das gelte täglich, auch am Wochenende, von 10 bis 18 Uhr. Aufgrund dieser Maßnahme rechne man jetzt mit einer Entspannung der Situation, so Jasmin Trilling.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik