Ehrenamt

Haarzopfer Nachbarschaftshilfe sucht weitere Mitstreiter

Beim Einkaufen hilft Angela Holtermann (l.) von „Rat und Tat“. Irmgard (72) und Gisela (65), die ihre Nachnamen lieber nicht nennen wollten, nehmen die Unterstützung gern an. Foto: Vladimir Wegener

Beim Einkaufen hilft Angela Holtermann (l.) von „Rat und Tat“. Irmgard (72) und Gisela (65), die ihre Nachnamen lieber nicht nennen wollten, nehmen die Unterstützung gern an. Foto: Vladimir Wegener

Essen-Haarzopf/Fulerum/Margarethenhöhe  Die Nachbarschaftshilfe „Rat und Tat“ in Haarzopf sucht weitere Ehrenamtliche, um alle Aufträge bewältigen zu können. Anfragen gibt es reichlich.

. Gut angenommen wird die Nachbarschaftshilfe „Rat und Tat“, die Ende 2012 in Haarzopf ins Leben gerufen wurde – so gut, dass das Team der Ehrenamtlichen dringend Verstärkung benötigt. Insgesamt haben die Helfer in Haarzopf, Fulerum und auf der Margarethenhöhe bisher rund 400 Aufträge entgegengenommen und erledigt. „27 davon sind Daueraufträge, bei denen wir als Ehrenamtliche zum Beispiel jede Woche jemanden zum Einkaufen oder zur Physiotherapie begleiten“, erklärt Lothar Veutgen von „Rat und Tat“. Das seien dann 1250 Einsätze, die im Schnitt ein bis zwei Stunden dauerten, so dass man allein für die Langzeitaufträge auf 1900 Stunden komme.

„Unser Schwerpunkt liegt aber nach wie vor bei den spontanen Einsätzen, wenn jemand plötzlich und einmalig Unterstützung braucht. Wir wollen ja möglichst vielen Menschen helfen“, betont Angela Holtermann (44), die gemeinsam mit Mirko Hartung-Dietz (39) das neue Sprecherteam von „Rat und Tat“ bildet.

Nachbarschaftshilfe hat jetzt jüngere Sprecher

„Wir haben das Sprecherduo ganz bewusst verjüngt und mit mir als Haarzopferin und Mirko Hartung-Dietz von der Margarethenhöhe Sprecher gewählt, die beide Stadtteile, in denen wir Nachbarschaftshilfe leisten, repräsentieren“, sagt Angela Holtermann. Durch die Neuaufstellung des Teams erwarte man auch neue Impulse für die Stadtteilarbeit. Eigentlich sei die Hilfe auf Haarzopf, Fulerum und die Margarethenhöhe begrenzt. „In Grenzgebieten neben wir das aber nicht zu genau“, so Lothar Veutgen.

Um alle Wünsche aus der Bevölkerung erfüllen zu können, brauche man dringend neue Aktive. „Irgendwann braucht jeder mal Hilfe“, appelliert Angela Holtermann an die Bürger, sich doch zu beteiligen. Einige Mitstreiter der ersten Stunde hätten aus Altersgründen inzwischen aufgehört, die Lücken müssten gefüllt werden. Nicht nur die Daueraufträge seien zeitaufwendig. „Wir sind einmal in der Woche, montags von 10 bis 12 Uhr, in unserem Büro am Tommesweg 30 persönlich und telefonisch zu erreichen“, sagt Lothar Veutgen. Jeder könne übrigens in dem Bereich helfen, der ihm persönlich gut liege. Versichert seien die Helfer über die Gemeinde und die Ehrenamt-Agentur.

Hilfe gibt es unabhängig von der Konfession

Ganz bewusst habe man sich bei der Gründung der Gruppe gegen einen Verein entschieden. Organisatorisch sei „Rat und Tat“ der katholischen Gemeinde Christus König als Unterausschuss angliedert, man nutze die Räume der Gemeinde im sogenannten Bunten Haus hinter der Kirche am Tommesweg. „Wir helfen aber natürlich unabhängig von Konfession oder Religionszugehörigkeit“, betont Veutgen.

Wichtig sei, zeitnah auf die Anliegen der Bürger zu reagieren, wenn eine Seniorin zum Beispiel eine Glühbirne gewechselt haben oder ein Loch in die Wand gebohrt haben möchte, jemand krankheitsbedingt nicht mit dem Hund herausgehen könne oder mit dem neuen Smartphone nicht klarkomme. „Die Mehrheit der Hilfesuchenden sind im Seniorenalter“, so Veutgen.

Anfangen habe man mit acht bis zehn Leuten, jetzt seien es 26 Helfer, die aber nicht alle selbst Hand anlegten. Einige hätten beratende Funktion oder übernähmen Aufgaben wie das Erstellen von Werbeflyern. Im vergangenen Jahr habe die neue Datenschutzverordnung für einigen Mehraufwand gesorgt, doch mit Hilfe eines Anwalts habe man auch das bewältigt.

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