Kita-Geburtstag

Haarzopfer Kita entstand vor 45 Jahren aus der 68er-Bewegung

Die Kinder der Kita Civitas in Haarzopf freuen sich auf das Fest am Samstag, 20. Mai, mit dem das 45-jährige Bestehen der Einrichtung gefeiert wird.

Foto: Annalena Dörner

Die Kinder der Kita Civitas in Haarzopf freuen sich auf das Fest am Samstag, 20. Mai, mit dem das 45-jährige Bestehen der Einrichtung gefeiert wird. Foto: Annalena Dörner

Essen-Haarzopf.   Die Kita Civitas ist eine der ältesten Elterninitiativen der Stadt. Für ihre Gründer stand Selbstbestimmung im Fokus. Gefeiert wird am 20. Mai.

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Vor 45 Jahren entstand die Haarzopfer Kindertagesstätte Civitas als Elterninitiative. Damit ist die Einrichtung eine der ältesten privaten Kitas in Essen. Von den Gründungsjahren bis heute hat sich viel geändert, nicht aber die familiäre Atmosphäre, die Kita-Leiterin Bärbel Wunderlich noch immer zu schätzen weiß. Der Kita-Geburtstag wird am Samstag gefeiert.

Seit etwa 35 Jahren ist die Kita Civitas an der Straße Am Treppchen in der Nähe des Flughafens Essen-Mülheim ansässig. Wie bei der Gründung 1972 ist die Einrichtung eingruppig, aktuell besuchen sie 22 Kinder.

„Damals waren das die Ausläufer der 68er-Bewegung, Vorbild für die Einrichtung war der Kinderladen in Berlin“, erklärt Bärbel Wunderlich, seit 20 Jahren in der Kita Civitas als Erzieherin tätig und seit sechs Jahren Leiterin. „Die Eltern wollten 1972 weniger Einfluss von Staat und Kirche, weniger Fremdbestimmung und festgefahrene Strukturen in der Kinderbetreuung“, sagt Bärbel Wunderlich. Den Eltern sei es damals vor allem darum gegangen, mitzugestalten.

Der Verein stellt die Erzieherinnen ein

Der Verein stellt bis heute die Erzieherinnen ein und legt damit die pädagogische Richtung fest, so Bärbel Wunderlich. Die Vorstandsmitglieder des Vereins kümmern sich um Finanzen, Personal, Haus und Garten. „In der Anfangszeit wurde unglaublich viel diskutiert“ – über Holz- oder Kunststoffspielzeug, über Fleisch oder vegetarische Ernährung, über die Wandfarbe.

Heute gebe es ein eingespieltes Konzept. „Damals haben sich die Eltern alle drei Wochen getroffen, heute nur alle sechs bis acht Wochen“, berichtet die Leiterin. Die Eltern hätten anfangs selbst gekocht – von Nudeln mit Soße bis zum Vollwertessen. „Heute würde das schon zeitlich nicht mehr gehen, da meist beide Elternteile berufstätig sind.“ Deshalb werde die Kita von einem Bio-Caterer beliefert, einmal pro Woche gebe es auch Fleisch.

Oft bleibt der Kontakt zur Einrichtung über viele Jahre

Die Leiterin hofft, dass viele Ehemalige zum Fest kommen. „Hier ist die Atmosphäre schon besonders. Der Kontakt bleibt oft über Jahre erhalten“, so Bärbel Wunderlich.

Zur Gründungszeit waren die Öffnungszeiten noch sehr eingeschränkt, heute ist die Kita Civitas 45 Stunden pro Woche geöffnet. Entsprechend habe sich auch die Zahl der Mitarbeiterinnen verdoppelt. „Ein bisschen Zeit müssen die Eltern schon mitbringen, denn persönlicher Einsatz gehört bei uns dazu. Aber wenn alle mitmachen, ist der Zeitaufwand für jeden Einzelnen überschaubar“, betont die Leiterin. Renovierungsarbeiten übernähmen die Eltern nicht mehr komplett, was in den Anfangsjahren durchaus üblich gewesen sei.

Der Bedarf an privaten Kita-Plätzen íst groß

Der Bedarf an privaten Kita-Plätzen sei weiterhin groß. „Wir müssen jedes Jahr viele Absagen erteilen“, sagt die Leiterin. Die Eltern entschieden sich ganz bewusst für eine solche Einrichtung. Die Beiträge seien wie bei anderen Kitas einkommensabhängig. Zusätzlich müssten die Eltern aber einen Monatsbeitrag zahlen, um den Trägeranteil mitzufinanzieren.

Der 45. Geburtstag der Kita Civitas wird am Samstag, 20. Mai, 15 bis 18 Uhr, rund um die Einrichtung, Am Treppchen 54, gefeiert. Für die Kinder gibt es einen Spieleparcours, für Kaffee, Kuchen und Grillwürstchen und Salat ist gesorgt. Für die Planung erbittet die Kita eine Anmeldung: info@kita-civitas.de oder Telefon 71 00 888.

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