Porträt

Haarzopfer hat ein Herz für Trödel und Ruhrgebiets-Deutsch

Der Haarzopfer Neu-Autor Heinz Mooren zeigt das Manuskript seiner Anekdoten-Sammlung „Oppa Erwin seine kleine Welt“, das bald auch als Buch vorliegen soll.

Der Haarzopfer Neu-Autor Heinz Mooren zeigt das Manuskript seiner Anekdoten-Sammlung „Oppa Erwin seine kleine Welt“, das bald auch als Buch vorliegen soll.

Foto: Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Essen-Haarzopf.  Der Haarzopfer Heinz Mooren hat Anekdoten in Ruhrgebietsdeutsch verfasst und stellt sie bei einem privaten Trödelmarkt am 30. Juni vor.

Seit der ehemalige Polizist Heinz Mooren (72) pensioniert ist, hat er viel Zeit für seine Hobbys – als da wären: Trödelmärkte und seit einem Jahr das Schreiben. Jetzt plant der Haarzopfer einen privaten Garagen- und Hofflohmarkt mit der Präsentation seiner ersten Werke. „Nachbarn haben mich angesprochen, ob ich nicht so etwas veranstalten will. Wir werden rund 30 Stände rund ums Haus haben, verkaufen werden nur Familie, Nachbarn und Freunde, stöbern und kaufen kann natürlich jeder“, sagt Heinz Mooren, der den Flohmarkt an der Raadter Straße 133 organisiert. Ein bisschen Erfahrung auf diesem Gebiet habe er schon. „Vor acht Jahren habe ich mal einen Flohmarkt für Mädchen und Frauen organisiert“, sagt er.

Der Flohmarkt findet am Sonntag, 30. Juni, 10 bis 16 Uhr, statt. Als besondere Attraktion können die Besucher in den Büchern von Heinz Mooren stöbern: Anekdoten im Ruhrgebiets-Deutsch unter dem Titel „Oppa Erwin seine kleine Welt“ und das Kinderbuch „Iro – das nicht schwindelfreie Eichhörnchen“. Die Idee, zu schreiben, sei ihm morgens beim Zähneputzen gekommen. „Da hatte ich das Thema für das Anekdoten-Buch, quasi die Fortsetzung der Kumpel-Anton-Geschichten, schon im Kopf“, berichtet er.

Die Figur „Oppa Erwin“ ist fest im Ruhrgebiet verwurzelt

Jeden Tag habe er dann eine neue Episode geschrieben, die „Oppa Erwin“ dem Nachbarn Woche für Woche am Gartenzaun erzählt. Die Geschichten ranken sich um Ereignisse wie Weihnachten, Kirmes, Flohmarkt, das Schrebergartenleben oder Personen wie US-Präsident Donald Trump. „Der fiktive Zechenrentner Oppa Erwin wohnt in einer Kolonie, ist hier im Ruhrpott verwurzelt“, sagt Mooren. Viele der Geschichten, die zum großen Teil in den 1950er Jahren spielen, seien angelehnt an Episoden aus seinem eigenen Leben, erzählt Mooren. Er selbst stamme aus einer klassischen Essener Arbeiterfamilie, habe mit Eltern und fünf Geschwistern in einer Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung gelebt. Auch die 40 Jahre bei der Polizei – 20 davon im Außen- und 20 im Innendienst – hätten ihn geprägt.

Für den Fall, dass der ein oder andere Leser Probleme mit dem Ruhrgebietsdialekt haben sollte, hat Heinz Mooren am Ende Übersetzungen angefügt. Die 58 Seiten mit den Geschichten von „Oppa Erwin“ will der Haarzopfer im Eigenverlag herausgeben. „Geplant ist erst einmal eine Auflage von 80 Stück. Mal sehen, wie es so ankommt“, sagt er. Pro Exemplar kostete der Druck acht Euro.

Das Fernsehen drehte einen Beitrag über das Sammlerhaus

Auch das Manuskript über die Erlebnisse eines außergewöhnlichen Eichhörnchens, das Fußballnationalspieler wird, hat der Haarzopfer schon fertig und will es ebenfalls drucken lassen. Die Idee zu dem Kinderbuch sei ihm beim Anblick der kleinen Nager im Garten gekommen. „Vielleicht wird es dazu sogar noch eine Fortsetzung geben“, sagt der Autor.

Heinz Mooren lebt seit 47 Jahren in Haarzopf, wohnte ursprünglich neben seinem jetzigen Haus in einem alten Fachwerkhaus, das nach einem Brand abgerissen werden musste. „Ich war und bin ein großer Sammler, habe 100 Koffer mit Sammelalben. Meine Frau und ich haben immer die verschiedensten Dinge gesammelt. Im alten Haus war es noch viel mehr, so dass schon ein Fernsehbeitrag über das ,Sammlerhaus’ gedreht wurde“, blickt der Vater von zwei erwachsenen Kindern zurück.

Mooren hofft, zumindest die Buchfassung der Ruhrgebietsanekdoten spätestens in ein paar Monaten in der Hand zu haben. In Zukunft will er Kontakt zu Vereinen aufnehmen, die sich der Pflege des Ruhrgebietsdialekts widmen, um dort auch Lesungen zu veranstalten.

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