Entwicklung Bredeneys

Grashof-Schüler befragt Bürger zur Bredeneyer Straße

Malte Schott, Schüler des Grashof-Gymnasiums, hat Passanten und Geschäftsleute zur Situation an der Bredeneyer Straße befragt.

Malte Schott, Schüler des Grashof-Gymnasiums, hat Passanten und Geschäftsleute zur Situation an der Bredeneyer Straße befragt.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Bredeney.   Grashof-Schüler Malte Schott (17) hat Bürger zur Entwicklung der Bredeneyer Straße befragt. Was sich die Bredeneyer ganz dringend wünschen.

Der Bredeneyer Schüler Malte Schott (17) hat sich Gedanken über die Entwicklung seines Stadtteils gemacht. Im Rahmen seiner Facharbeit im Leistungskurs Erdkunde am Grashof-Gymnasium hat er das Thema „Umgestaltung der Bredeneyer Straße“ bearbeitet. Dabei hat er den neuen Wohn- und Geschäftskomplex an der Bredeneyer/ Zeunerstraße einbezogen, der noch im Bau ist. Malte Schotts Erkenntnisse interessieren auch die zuständigen Bezirksvertreter. Der Schüler hat seinen Arbeitsansatz und die Ergebnisse bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung vorgetragen.

„Ich lebe seit über zehn Jahren mit meiner Familie in Bredeney, gehe hier zur Schule. Hier ist mein Lebensumfeld. In den letzten Jahren ist mir aufgefallen, dass sich einige Dinge negativ verändert haben“, erläutert der Elftklässler seine Motivation. „Wenn ich mit Freunden ausgehe, zieht es uns meist nach Rüttenscheid und Werden“, so Malte Schott. Für den 17-Jährigen Anlass, auch einmal nach Freizeit- und Ausgehmöglichkeiten in Bredeney zu fragen.

Umfrage zu Lebensqualität und Einkaufsmöglichkeiten

Der Schüler, der im nächsten Jahr Abitur macht, hat noch keine konkreten beruflichen Vorstellungen. Eventuell werde es „so Richtung Anwalt“ gehen. Für seine Arbeit hat er zwei Fragebögen entworfen: einen für Passanten und einen für die Bredeneyer Geschäftsleute. Insgesamt habe er über 100 Leute befragt. Im Mittelpunkt standen dabei Themen wie Lebensqualität, Wohnungsangebot, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung, Verkehrsanbindung durch den öffentlichen Nahverkehr und die Parkplatzsituation im Stadtteil.

Die Befragung führte der 17-Jährige Ende 2018 durch. Insgesamt seien die Bürger mit ihrem Stadtteil zufrieden. „Viele Leute wünschen sich mehr Grün. Die Bredeneyer Straße sei schon sehr zugebaut, finden sie“, so Malte Schott. Der Wunsch nach mehr Bäumen im Stadtteilzentrum sei aber wegen der Oberleitungen für die Straßenbahn nicht zu realisieren, hat der Schüler erfahren.

Bürger wünschen sich Fußgängerüberwege

Etliche Bürger wünschten sich Fußgängerüberwege über die stark befahrene Bredeneyer Straße. Noch größer sei der Wunsch nach mehr Parkplätzen. „Vor allem Dauerparker sind offenbar ein Problem“, hat der Elftklässler herausgefunden – und liefert gleich Vorschläge, wie man Abhilfe schaffen könnte. Einerseits helfe es, Zonen mit Parkscheiben-Regelung zu schaffen, andererseits gebe es jenseits der B224 an der Grashofstraße einen Parkplatz, der nicht allzu stark genutzt werde. „Mit Schildern könnte man darauf hinweisen“, findet der Schüler. Selbst Mitarbeiter der Geschäfte hätten Mühe, Parkplätze zu finden und blockierten dann mangels Alternative die Plätze vor den Läden, auf denen eigentlich die Kunden parken sollten.

Mehr Raum an der Bredeneyer Straße könnte man laut Malte Schott gewinnen, wenn man die weiträumige Wendeschleife der Straßenbahn in einen Wendehammer umbauen würde. „Ein gutes Beispiel dafür gibt es auf der Sommerburgstraße auf der Margarethenhöhe, wo die Bahn an der Endhaltestelle einfach umgekehrt wieder herausfährt“, erklärt der 17-Jährige. Im Zuge des barrierefreien Umbaus der Haltestellen könne man darüber doch einmal nachdenken, findet der Schüler.

Die Umsetzung der Vorschläge ist fraglich

Eine deutliche Belebung erhofft sich Malte Schott von dem Neubau an der Bredeneyer Straße und dem Supermarkt, der dort einzieht. Inwieweit die Vorschläge des Schülers umgesetzt werden können, ist unklar. „Es seien da viele rechtliche Dinge zu beachten, hat der Bezirksbürgermeister angedeutet“, so Malte Schott. Anregungen liefert der Schüler aber auf jeden Fall. Ob er selbst von einer möglichen Umsetzung als Bewohner Bredeneys profitieren würde, ist ebenfalls offen: „Am liebsten würde ich auswandern. Ich war ein Jahr in Australien und würde dort gern wieder hin.“

>>>MEHR GASTRONOMIE IN BREDENEY ERWÜNSCHT

  • Der Wunsch nach mehr Bars, Cafés und Restaurants ist generationsübergreifend vorhanden, hat der Schüler in seiner Umfrage festgestellt. „Das noch relativ neue Café Green Bean ist auf jeden Fall ein Gewinn. Es ist ein Treffpunkt, auch für uns Schüler“, so Malte Schott.
  • Er habe gehofft, dass vielleicht im neuen Geschäftszentrum eine Bar oder ähnliches einziehen werde. „Das scheint aber nicht der Fall zu sein.“ Auf die Ansiedlung von Gastronomie habe die Politik natürlich wenig Einfluss, sie könne allenfalls die Voraussetzungen schaffen.

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