Schule

Gesamtschüler drehen Filme über Essen für Flüchtlinge

Schülerinnen der Gesamtschule Süd drehten Filme für Flüchtlinge: (v.l.) Jennifer Elaigwu, Hannah Ogbuju, Caroline Skladny und Melina Zellmer.

Foto: FUNKE Foto Services

Schülerinnen der Gesamtschule Süd drehten Filme für Flüchtlinge: (v.l.) Jennifer Elaigwu, Hannah Ogbuju, Caroline Skladny und Melina Zellmer. Foto: FUNKE Foto Services

Essen-Stadtwald.   In Clips stellt eine Projektgruppe der Gesamtschule Süd den Grugapark und die alte Synagoge vor. Die Filme sind bald über die Stadt-Seite anzuklicken.

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Was könnte Flüchtlinge, die neu in Essen sind, interessieren? Das fragten sich Teilnehmer eines Projektkurses der Gesamtschule Süd. Das Ergebnis sind vier jeweils vier-minütige Filme, die verschiedene Aspekte der Stadt beleuchten und auch für Einheimische durchaus neue Perspektiven eröffnen. In etwa zwei Wochen werden die Filme der Schüler auf Townload TV, erreichbar über die Internet-Seite der Stadt, für die Öffentlichkeit zu sehen sein – mit englischen Untertiteln, um die Beiträge für eine größere Gruppe Flüchtlinge zugänglich zu machen.

Die Beiträge entstanden in Zusammenarbeit mit dem Jugendmedienzentrum Ruhr an der Frankenstraße in unmittelbarer Nachbarschaft der Gesamtschule. „Ich kann zwar mit den Schülern Ideen entwickeln, aber bei der technischen Umsetzung macht es Sinn, Experten zu fragen“, sagt Ulrike Rader, Lehrerin für Geschichte, Sozialwissenschaften und Pädagogik. Der Kontakt zum Jugendmedienzentrum wurde geknüpft, als feststand, dass die Schüler Filme drehen wollen.

Ursprünglich sollte die Projektarbeit der damaligen Zwölftklässler in eine ganz andere Richtung gehen. Zu „Glauben und zweifeln“ sollten die Schüler arbeiten. „Doch dann stand plötzlich ganz massiv das Thema Flüchtlinge im Mittelpunkt“, erinnert sich Rader. Die Hauptarbeit sei am Ende das Reduzieren gewesen, so die Lehrerin. Von gefühlten 1000 Ideen mussten die Schüler wenige auswählen, die innerhalb eines Schuljahres realisiert werden konnten. Eingedampft wurde auch das umfangreiche Bildmaterial, das die anfangs noch unerfahrenen Jugendlichen gedreht hatten. „Mit den ersten Drehergebnissen waren wir selbst gar nicht zufrieden. Das ist alles viel schwieriger, als man denkt“, sagt Schülerin Jennifer Elaigwu. „Jetzt sieht man Filme ganz anders, hat viel mehr Respekt vor der Arbeit“, ergänzt Melina Zellmer.

Um zu testen, was die neuen Mitbürger wirklich interessiert, stellten die Schüler eine Auswahl von Themen einer Gruppe von Flüchtlingen vor, die das Hugo-Kükelhaus-Berufskolleg als Seiteneinsteiger besuchen. „Es war interessant, mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen und zu sehen, welche Themen ihre Aufmerksamkeit wecken“, so Melina Zellmer. Am Ende ergaben sich vier Schwerpunkte: Zum Thema Integration durch Sport drehten die Jugendlichen einen Film über Fußball beim FC Stoppenberg und interviewten dazu einen Trainer, der selbst arabische Wurzeln hat.

Im zweiten Film stellt eine Gruppe die alten Synagoge vor. „Die Arbeit war spannend, weil viele nicht wussten, dass das ein Museum für jüdische Geschichte und Kultur ist und kein aktiver Gebetsraum. Wäre letzteres der Fall gewesen, hätten viele mit arabischen Wurzeln ein Problem damit gehabt. So fanden es viele interessant, mehr über das Judentum zu erfahren“, erklärt Joachim Thommes vom Medienzentrum.

Ganz ohne Texte kamen die Schüler aus, die den Grugapark als Freizeitort und Aussichtspunkte „von der Mitte in den Süden“, vom Rathaus bis zum Hermannsblick am Baldeneysee, vorstellten. Die Bilder sprächen für sich, fanden die Schüler. „Aber die Filme sollten natürlich mit Musik unterlegt werden und da lauerte bereits die nächste Gefahr“, sagt Thommes, der die Jugendlichen auf Internet-Listen mit Gema-freier Musik verwies. „Zudem ist durch die Arbeit an den Clips der Blick der Schüler in Sachen Manipulation durch Bilder geschärft worden“, ist Thommes überzeugt.

Ach ja: Bewertungen gab’s natürlich auch für die 18- bis 20-jährigen Schüler. „Bei der Projektarbeit kommt es auf andere Dinge an als im normalen Unterricht. Es geht darum, wie die Schüler ihre Ideen umsetzen und wie sie im Team arbeiten“, erläutert die Lehrerin.

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