Fastenzeit

Gemeinde in Bergerhausen liest 40 Tage lang aus der Bibel

Frank Rosinger liest in der Johanneskirche an der Weserstraße aus dem Johannesevangelium vor. Der engagierte Christ hofft auf viele Zuhörer, die an den nächsten 40 Abenden nach Bergerhausen kommen.

Foto: Socrates Tassos

Frank Rosinger liest in der Johanneskirche an der Weserstraße aus dem Johannesevangelium vor. Der engagierte Christ hofft auf viele Zuhörer, die an den nächsten 40 Abenden nach Bergerhausen kommen. Foto: Socrates Tassos

Bergerhausen.   Die evangelische Gemeinde Bergerhausen startet mit einem ungewöhnlichen Projekt ins Lutherjahr: „40 Tage mit Johannes“ heißt es.

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„Vierzig Tage mit Johannes“ lautet der Titel einer besonderen Aktion in der Fastenzeit, zu der die evangelische Gemeinde Bergerhausen einlädt. 500 Jahre nach der Reformation soll von Aschermittwoch bis Palmsonntag (9. April) in der Johanneskirche an der Weserstraße das gesamte Johannesevangelium gelesen werden. Der Beginn ist jeden Abend um 20.17 Uhr.

Es ist ein ziemlich ambitioniertes Projekt, das sich Initiator Frank Rosinger vorgenommen hat. „Ich stelle mir etwas Musik und Beisammensein vor, einen Moment der Besinnung, den man gemeinsam teilt.“ Allerdings sei er sich bewusst, dass er mit der Tagesschau, diversen Fußballübertragungen und dem Feierabendgefühl konkurriere, so der langjährige Presbyter der Gemeinde. „Aber das macht es ja auch spannend.“ Mit Spannung sieht er dem ersten Bibelabend entgegen: „Mal sehen, ob und wie viele Menschen überhaupt kommen.“

Verschiedene Bibelübersetzungen

In die Johanneskirche hat der überzeugte Christ am Aschermittwoch verschiedene Bibelübersetzungen mitgebracht – so die neue Lutherbibel, die Volxbibel, die Bibel in gerechter Sprache und die Einheitsübersetzung. Aus welcher Fassung letztendlich gelesen wird, bestimmt der jeweilige Vorleser. „Das bin nicht immer ich“, so Rosinger, „ich möchte lieber die Zuhörer motivieren, selbst aus der Bibel vorzulesen.“

Die Idee zu der Marathonlesung trägt er bereits lange mit sich herum, vielleicht weil er schon als junger Mann gerne in der heiligen Schrift gelesen hat. „Ich glaube, dass Gott mit uns durch die Bibel spricht.“ Umso wichtiger sei es, den biblischen Text einfach auf sich wirken zu lassen. Eine Interpretation sei an den jeweiligen Abenden deswegen nicht vorgesehen. Das heiße aber nicht, das man nicht darüber sprechen könne, wie der Text auf die Zuhörer wirke.

Bekanntestes Zitat: „Am Anfang war das Wort“

Tatsächlich haben zur Premiere gerade eine Hand voll den Weg in die Johanneskirche gefunden, als Rosinger pünktlich um 20.17 Uhr die ersten Sätze aus dem Johannesevangelium liest: „Am Anfang war das Wort“, gehört zu den bekanntesten Bibelzitaten und nach der etwa fünfminütigen Lesung entspannt sich in der kleinen Runde dann doch eine Diskussion über den Begriff „Wort“.

Miteinander ins Gespräch kommen, das hat Rosinger durchaus beabsichtigt. Unter den diskutierenden Zuhörern sind auch Heidi Krampe und Barbara Posielek. „Ich finde, das ist eine tolle Aktion, die ich deswegen unterstützen möchte“, sagt Barbara Posielek. Und Heidi Krampe ist sich nicht nur sicher, dass sie wiederkommen wird: Sie möchte auf jeden Fall noch selbst aus dem Evangelium lesen.

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