Ehrenamt

Pieper ist ständiger Begleiter der Freiwilligen Feuerwehr

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Margarethenhöhe treffen sich immer montags zum Übungsabend in der Feuerwache am Lührmannwald.

Foto: Carsten Klein

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Margarethenhöhe treffen sich immer montags zum Übungsabend in der Feuerwache am Lührmannwald.

Margarethenhöhe.   Die Freiwillige Feuerwehr Margarethenhöhe trainiert ähnlich hart wie die Profis. Die Mitglieder opfern viel Freizeit. Ein Besuch beim Übungsabend.

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Hinauf in schwindelerregende Höhen geht es an diesem durchaus noch winterlich frischen Abend bei der Übung der Freiwilligen Feuerwehr Margarethenhöhe: Einer der Männer erklimmt in voller Montur die Leiter, zwei Kollegen sichern ihn mit Seilen von unten ab, ein weiterer Helfer sorgt für die Standsicherheit der dreiteiligen Leiter.

Ein Brand im dritten Obergeschoss eines Wohnhauses wird simuliert. Während der so genannte Angriffstrupp, ausgerüstet u.a. mit Lampen, Funk- und Atemschutzgerät, die Örtlichkeit erkundet, sind die anderen Helfer dabei, den Schlauch auszurollen und die Wasserversorgung vom Löschfahrzeug aus sicherzustellen. „Wir trainieren während unserer Übungsabende verschiedene Einsatzsituationen, denn im Ernstfall muss jeder Handgriff sicher sitzen“, erläutert Max Preusser, stellvertretender Löschgruppenführer. Alle paar Monate gibt es zudem größere Übungen, die in Abbruchhäusern stattfinden und bei denen auch mal Verletztendarsteller für ein realistisches Szenario sorgen.

Ausrüstung wiegt gut 25 Kilo

„Wir werden bei Notrufen parallel zur Berufsfeuerwehr alarmiert und arbeiten mit den Kollegen Hand in Hand“, führt der 25-Jährige weiter aus. Einsatzgebiete sind Margarethenhöhe, Haarzopf, Schuir, Fulerum und Teile von Bredeney. Sei es ein Kaminbrand an der Humboldtstraße wie am vorvergangenen Wochenende oder die Beseitigung von Schäden beim Sturm im Januar – die Ehrenamtler müssen genauso fit und schnell einsatzbereit sein wie die hauptberuflichen Kollegen.

18 Kilo wiegt das Atemschutzgerät, unter Umständen über 25 Kilo schleppt ein Feuerwehrmann an Bekleidung und Ausrüstung mit sich im Einsatz herum. Alle drei Jahre, so Preusser, werden deshalb auch die Ehrenamtler bis zum 50. Lebensjahr vom Amtsarzt durchgecheckt, danach dann jedes Jahr.

Die Freiwillige Feuerwehr Essen besteht aus 16 Löschgruppen, die auf der Margarethenhöhe ist mit die Jüngste unter den ehrenamtlichen Abteilungen. Gegründet wurde sie 2000 (eine Jugendgruppe gab es schon seit 1998) und die Übungsabende fanden zunächst in der Schule an der Waldlehne statt. 2003 konnte das Gerätehaus an der Straße Lührmannwald in Betrieb genommen werden.

Verschiedene Berufe sind vertreten

Dort sind Löschfahrzeuge, Mannschaftswagen sowie Geräte untergebracht. Diese werden zum Teil von den 23 Mitgliedern auch selbst in Schuss gehalten. Nur die Schläuche werden in einer extra Werkstatt in Kupferdreh gewartet.

Die Aktiven sind Studenten wie Tobias Schiffer (23) und Sebastian Schlag (30), die seit ihrer Jugendfeuerwehrzeit dabei sind und sich nach ihrem Wechsel in die Erwachsenenabteilung auch weiter um die Ausbildung des Nachwuchses auf der Margarethenhöhe kümmern. Andere üben Berufe wie Elektriker, Schornsteinfeger, Kaufmann oder IT-Experte aus.

Max Preusser, Kfz-Mechatroniker, hat das Hobby zum Beruf gemacht hat und arbeitet bei der Feuerwehr Dortmund. Ihm wie allen anderen ist die Begeisterung für das Ehrenamt anzumerken: „Wir verstehen uns gut, verbringen auch viele gesellige Abende auf unserer Wache“, so der Brandmeister.

Mehr weibliche Mitglieder erwünscht

Was auffällt: Unter den 23 Ehrenamtlern gibt es keine einzige Frau. Doch das wird sich bald ändern: Joana Binding, 17 Jahre, wird mit ihrer Volljährigkeit ein vollwertiges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Margarethenhöhe. „Ich fühle mich hier gut aufgehoben“, sagt sie lächelnd. Ihr Opa sei bei der Feuerwehr und ihr Schulpraktikum hatte sie auch schon bei der Berufsfeuerwehr absolviert. „Für mich ist das ein ganz normales Hobby.“ Ob sie das später beruflich machen möchte? „Die Anforderungen sind schon hart. Aber ich könnte es mir vorstellen.“

Max Preusser wünscht sich jedenfalls mehr weibliche Mitglieder in der Gruppe der Freiwilligen. „Es geht nicht nur um Kraft. Jeder wird nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten eingesetzt.“ Nur einen Gutteil seiner Freizeit müsse man schon opfern, „der Pieper ist halt ein ständiger Begleiter“.

>> Tag der offenen Tür mit Vorführungen

Die Übungsabende der Freiwilligen Feuerwehr Margarethenhöhe finden montags von 19 bis 21 Uhr in der Feuerwache, Lührmannwald 28, statt. Die Jugendfeuerwehr trifft sich mittwochs von 18 bis 20 Uhr.

Jährlich findet ein Tag der offenen Tür mit Vorführungen und Aktionen statt. Weitergehende Informationen gibt es auf der Seite ff-margarethenhoehe.de.

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