Faire-Welt-Laden

Faire-Welt-Laden startet am neuen Ort in Essen-Rellinghausen

Die Ehrenamtlichen Heidi Huft, Ingrid Kirchhefer und Irmgard Krusenbaum (v.l.) im neuen Faire-Welt-Laden im evangelischen Gemeindehaus in Essen-Rellinghausen.

Die Ehrenamtlichen Heidi Huft, Ingrid Kirchhefer und Irmgard Krusenbaum (v.l.) im neuen Faire-Welt-Laden im evangelischen Gemeindehaus in Essen-Rellinghausen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Rellinghausen.  Durch die Neustrukturierung in der evangelischen Gemeinde Rellinghausen hat der Faire-Welt-Laden eine neue Heimat – mit Vor- und Nachteilen.

Gerade umgezogen sind die ehrenamtlichen Helferinnen mit dem Faire-Welt-Laden Rellinghausen – samt Inventar und Ware. Die Regale im neuen Gemeindehaus an der Bodelschwinghstraße in unmittelbarer Nähe der evangelischen Kirche Rellinghausen sind eingeräumt, der Raum ist mit einem neuen Regal und zwei neuen Schränken ausgestattet. „Wir sind trotzdem noch in der Eingewöhnungsphase“, sagt Ingrid Kirchhefer (80), die als Ehrenamtliche seit 20 Jahren dabei ist.

Noch ist die Heizung im neuen Domizil des Ladens kalt

Noch ist die Heizung im neuen Domizil kalt, von den Steckdosen im Raum funktioniert nur eine. Der kleine Tisch mit zwei Korbstühlen ist noch ein Provisorium. „Wir hoffen, dass uns jemand Rattan- oder Holzmöbel, gern auch einen Garderobenständer, für eine gemütliche Sitzecke spendet“, sagt Irmgard Krusenbaum, Ratsfrau und Bezirksvertreterin der Grünen und seit acht Jahren im Faire-Welt-Laden dabei.

Der Umzug vom alten Gemeindehaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite war nötig geworden, weil die evangelische Gemeinde sich räumlich kleiner setzt und ihre Aktivitäten im zum neuen Gemeindehaus umgebauten ehemaligen Kindergarten bündelt. Das alte Gemeindehaus wird abgerissen, an der Stelle entsteht genossenschaftliches Wohnen.

„Hier an neuer Stelle sind wir natürlich besser sichtbar und mehr in das Gemeindeleben eingebunden, weil alle vorbeikommen, die an Gemeindeveranstaltungen teilnehmen. Aber wir mussten uns von rund 45 auf jetzt 30 Quadratmeter kleiner setzen, was natürlich Konsequenzen für das Sortiment hat“, so Heidi Huft (70). Das Team aus 15 Frauen mache sich bereits seit einiger Zeit Gedanken, welche Produkte nicht so stark nachgefragt werden und deshalb aus dem Sortiment genommen werden können. „Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen“, so Heidi Huft.

Aufgrund der neuen Situation müsse in diesem Jahr auch der bewährte Weihnachtsmarkt ausfallen. Bisher hatten die Helferinnen jeweils in der Adventszeit in einem gesonderten Raum weihnachtliche Deko-Artikel sowie Geschenke angeboten. „Da die einzelnen Gruppen der Gemeinde erst ihre Räume finden müssen, verzichten wir in diesem Jahr auf den Weihnachtsmarkt in einem eigenen Raum, aber natürlich bieten wir weihnachtliche Artikel an und dekorieren auch entsprechend“, erklärt Heidi Huft.

Früher war die Einrichtung auf dem Weihnachtsmarkt in der City vertreten

Früher sei man sogar auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt vertreten gewesen, aber das sei einerseits personell nicht mehr machbar, „andererseits wollen wir auch nichts Weihnachtliches vor dem Ewigkeitssonntag machen“, betont Ingrid Kirchhefer. Wie jedes Jahr werde man aber in der Vorweihnachtszeit an einem Tag mit einem Stand im Wohnstift Augustinum vertreten sein.

Da im neuen Domizil die Kellerräume als Lagerfläche entfielen, müsse man sich bei den Bestellungen erst einmal beschränken. „Im Haus gibt es aber eigentlich genug Räume“, so Ingrid Kirchhefer, die erst einmal froh ist, dass der Umzug mit dem Packen von Kartons, dem Ab- und Aufbau des Mobiliars gemeistert ist. Da die Bauabnahme des neuen Gemeindehauses erst mit drei Wochen Verspätung erfolgt sei, habe man das Problem gehabt, am alten Standort weiter präsent sein zu müssen, aber dennoch schon einzupacken.

Die Helferinnen kümmern sich um Ein- und Verkauf

Die Ursprünge des Faire-Welt-Ladens Rellinghausen, in dem auch viele Mitglieder der katholischen Gemeinde mitarbeiten, liegen in einem Stand auf dem Wochenmarkt in Stadtwald. Seit 1982 sei die Einrichtung, die früher Dritte- beziehungsweise Eine-Welt-Laden hieß, dann im Gemeindehaus an der Oberstraße ansässig gewesen. Die frühere, inzwischen verstorbene Pfarrersfrau Renate Quaas-Menzel habe den Faire-Welt-Laden quasi aus der Taufe gehoben.

Gearbeitet wird im Faire-Welt-Laden übrigens wie in einem normalen Geschäft: Die Helferinnen kümmern sich um Ein- und Verkauf, müssen sehen, dass die Bücher stimmen und nehmen Ladenhüter gegebenenfalls aus dem Programm. Die erwirtschafteten Überschüsse kommen sozialen Projekten in aller Welt zugute. „Wir bemühen uns um nachhaltige Zusammenarbeit, zum Beispiel, dass wir nach dem Bau einer Schule in Afrika den Lehrer dort über Jahre finanzieren“, sagt Heidi Huft.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben