Schüler-Workshop

Europa-Schüler entwerfen eine Stadt der Zukunft

Die Schüler Pia (15), Vincent (16), Konstantin (15) und Anne (15) (v.l.) vom Grashof-Gymnasium zeigen ihr Arbeitspapier.

Die Schüler Pia (15), Vincent (16), Konstantin (15) und Anne (15) (v.l.) vom Grashof-Gymnasium zeigen ihr Arbeitspapier.

Foto: Michael Korte

Essen-Bredeney.   Jugendliche des Grashof-Gymnasiums organisieren zur Grünen Hauptstadt erstmals selbst einen Workshop für Europaschulen. Pläne für die Stadt 2030.

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Den Wunsch nach urbanem Leben mit dem Erhalt der Natur und dem Gedanken der Nachhaltigkeit verbinden – das war Inhalt eines Workshops, den die Schüler des Grashof-Gymnasiums erstmals selbst entwickelt, organisiert und durchgeführt haben. Mit anderen Europaschulen arbeiteten sie an einem Konzept zur „Grünen Stadt 2030“. „Die Schüler sollten eine Stadt planen, in der sie ihre Lust auf städtisches Leben bei hoher Lebensqualität umsetzen“, erläutert Schulleiter Matthias Rink.

Im Mittelpunkt standen die Aufgaben, ein Konzept zu entwickeln, um bis zum Jahr 2030 den Pkw-Verkehr in einer Stadt wie Essen zu halbieren und die Versorgung in der Großstadt nachhaltiger zu gestalten. Die Organisation des Wettbewerbs ist der Beitrag des Grashof-Gymnasiums zum Jahr der Grünen Hauptstadt. Der Verein der Europaschulen hatte zu dem Projekt aufgerufen, das von Stadt, NRW-Schulministerium und der Staatskanzlei NRW finanziell unterstützt wurde.

Auch die Maria-Wächtler-Schule war dabei

Die interessantesten Vorschläge, unter anderem von der Rüttenscheider Maria-Wächtler-Schule, wurden ausgewählt, die Sieger zum Workshop eingeladen. Um den europäischen Charakter zu unterstreichen, lud jede der drei Gewinnerschulen ihre Partnerschule ein. So nahmen auch Schüler aus Frankreich, Irland und den Niederlanden teil. „Die Fragestellungen sind bei den europäischen Nachbarn ganz ähnlich wie bei uns“, sagt Thomas Grömling, Lehrer für Politik, Französisch und Theater am Grashof-Gymnasium.

Ihre Vorschläge glichen die Schüler beim Workshop mit der Meinung von Experten von Stadtplanungsamt und Wirtschaftsförderungsgesellschaft ab. Die Idee zur Ausrichtung des Wettbewerbs entstand im Politikunterricht der neunten Klasse von Thomas Grömling. Nach rund einem Jahr Vorlauf konnte der dreitägige Workshop jetzt im Unperfekthaus starten. Mit dabei waren auch einige Auszubildende. Grömling: „Die haben schon einen pragmatischeren Blick auf Mobilität, Ver- und Entsorgung, Flächenversieglung oder Feinstaub. Schüler planen da eher nach ihren Wünschen.“

Themen sind E-Mobilität und alternative Energien

Es seien durchaus umsetzbare Ideen entstanden. Zehntklässlerin Anne (15) will unbedingt Urban Gardening, also das Gärtnern in der Stadt, auf dem Flachdach der Schule realisieren und hat dafür bereits Lehrer angesprochen und sich auf die Suche nach Sponsoren gemacht.

„So könnte die ganze Schule von dem Workshop profitieren, denn ein solcher Garten würde die CO2-Bilanz der Schule deutlich verbessern“, so Grömling. Konstantin (15): „Wir haben auch überlegt, wie man mehr Leute dazu bringen kann, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen – vielleicht mit einer Werbeaktion, bei der die Leute einen Tag kostenlos fahren können.“ Auch über E-Mobilität und alternative Energien wurde mit den Experten diskutiert.

Diskussion über die Zerstörung der Natur

Ursprünglich hatten die Schüler einen Teil des Nachbarstadtteils Haarzopf auf dem Papier verplanen wollen. Dort entstehen seit Jahren viele Neubauten. Immer wieder wird jedoch darüber diskutiert, ob nicht die massive Bebauung gerade jenen dörflichen, grünen Charakter des Stadtteils zerstört, den viele so schätzen. Am Ende war das Ziel der Schülerplanung dann doch eine fiktive Fläche – wie man sie aber durchaus in eher grünen Stadtteilen wie Heidhausen, Haarzopf oder Bredeney finden könnte.

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