Offene Gartenpforte

Essener Gartenfreundin kombiniert Pflanzen mit Kunstwerken

Im Garten von Cornelia Brodersen (l.) auf der Margarethenhöhe stellt Jenny Kaya Schneider, freischaffende Malerin aus Köln, bei der Offenen Gartenpforte ihre Bilder aus.

Im Garten von Cornelia Brodersen (l.) auf der Margarethenhöhe stellt Jenny Kaya Schneider, freischaffende Malerin aus Köln, bei der Offenen Gartenpforte ihre Bilder aus.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Margarethenhöhe.   Zum dritten Mal beteiligt sich Cornelia Brodersen an der „Offene Gartenpforte“. Erstmals kombiniert sie Pflanzen und Sitzbereiche mit Ölbildern.

Bereits zum dritten Mal beteiligt sich Cornelia Brodersen (66) an der Aktion Offene Gartenpforte und lädt an vier Wochenenden bis zum Herbst Gartenfreunde in ihre grüne Oase am Rande des Nachtigallentals ein. Möglich, dass es in diesem Jahr besonders voll wird im großen Garten auf der Margarethenhöhe, denn die pensionierte Lehrerin hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Sie kombiniert erstmals den Einblick in ihren Garten mit einer Kunstausstellung. Dabei zeigt die Kölner Künstlerin Jenny Kaya Schneider sieben Bilder ihrer Reihe „Lost Places“.

„Ich versuche den Besuchern jedes Jahr etwas Neues zu bieten“, sagt Cornelia Brodersen. Während im ersten Jahr noch ihr Garten mit seiner vielfältigen Pflanzenwelt und den lauschigen Sitzecken im Mittelpunkt stand, zeigte sie im vergangenen Jahr Keramikobjekte einer Künstlerin sowie asiatische Anklänge in ihrem Garten. Auch das Thema „Vertikales Gärtnern“ spielte eine Rolle.

Dieses Mal können die Besucher – in den Vorjahren waren es bis zu 300 Leute pro Wochenende – sich mit Kunst beschäftigen. „Falls es regnen sollte, kann die Präsentation der Bilder in meiner frisch renovierten Garage erfolgen. Schöner wäre es aber auf jeden Fall, die Werke draußen zu zeigen“, sagt Cornelia Brodersen, die das Zusammenspiel von Kunst und Natur reizvoll findet.

Kontakt entstand im Rahmen einer Kunstausstellung

Der Kontakt zur Kölner Künstlerin Jenny Kaya Schneider (29) entstand, als Cornelia Brodersen mit ihrem Mann privat auf Bildersuche war. Bei einer Ausstellung sah sie Bilder von Jenny Kaya Schneider, Absolventin der Kunstakademie Düsseldorf und freischaffende Malerin. Brodersen recherchierte und lernte die Künstlerin schließlich im Rahmen einer anderen Ausstellung kennen.

„Ich habe zeitweise in einem Gartenbetrieb gearbeitet und besitze selbst einen Garten“, sagt die 29-jährige Künstlerin. Mit Cornelia Brodersen habe sie sich gleich gut verstanden. So entstand die Idee, die Bilder im Rahmen der Offenen Gartenpforte auf der Margarethenhöhe zu präsentieren.

Natur erobert sich verlassene Ort wieder zurück

Die sieben Bilder unter dem Titel „Lost Places“ sind je 100 x 80 Zentimeter große Ölgemälde, die teils auf Staffeleien präsentiert werden. Die Besucher können die Werke auch erwerben. „Ich male Orte, die vom Menschen verlassen wurden, die die Natur sich zurückerobert hat, zeige, wie alte Industrieanlagen mit Efeu zuwachsen und sich dort wieder Tiere ansiedeln. Das hat auch eine durchaus romantische Komponente“, erklärt Jenny Kaya Schneider, die auch auf den knapper werdenden Lebens- und Wohnraum anspielt. Sie besuche Orte wie die Zeche Zollverein, alte Lagerhallen oder verlassene Herrenhäuser, sammele dort Eindrücke und Ideen, skizziere die Szenerie mit Bleistift, fasse dort aber nichts an und verändere nichts.

Auf den Bildern ergänze sie manchmal Tiere. „Die habe ich dann nicht unbedingt dort gesehen, als ich da war. Es sind aber immer heimische Tierarten, die dort durchaus vorkommen könnten“, erläutert die Malerin. Sie freue sich, dass sie ihre Bilder den Gartenbesuchern vorstellen könne. Aus persönlichen Gründen könne sie leider bei den Terminen der offenen Gartenpforte nicht selbst anwesend sein, Auskünfte zu den Bildern erteile aber die Gartenbesitzerin. Seit Cornelia Brodersen im letzten Sommer aus dem Schuldienst ausgeschieden ist, widmet sie sich verstärkt ihrem gärtnerischen Hobby, hält Vorträge und organisiert Gartenreisen.

>>>TERMINE DER OFFENEN GARTENPFORTE

  • Die Offene Gartenpforte findet am 18. und 19. Mai, 29. und 30. Juni, 3. und 4. August, 28. und 29. September, jeweils 11 bis 17 Uhr, statt. Der Garten von Cornelia Brodersen befindet sich auf der Margarethenhöhe, Am Nachtigallental 18. Infos unter Telefon 71 32 29. Pro Person sind zwei Euro Eintritt zu zahlen, die einem sozialen Zweck zugute kommen.
  • Cornelia Brodersen hält für den Stiftungsverein Grugapark am Freitag, 10. Mai, 17 Uhr, einen Vortrag über Gartenstile im Lesepavillon Kubig 400 im Grugapark. Spenden für Rosennachpflanzungen im Park werden erbeten. Anmeldung bis Ende April bei Britta Riepen, britta.riepen@gge.essen.de

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