Polizei Margarethenhöhe

Essen: Polizei verlässt Wache Margarethenhöhe im August

Die Polizeiwache in dem markanten Gebäude auf der Margarethenhöhe wird voraussichtlich zum August schließen. Die dort tätigen Bezirksdienstbeamten sollen nach Bredeney umziehen.

Die Polizeiwache in dem markanten Gebäude auf der Margarethenhöhe wird voraussichtlich zum August schließen. Die dort tätigen Bezirksdienstbeamten sollen nach Bredeney umziehen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Margarethenhöhe/Bredeney.  Die Bezirksbeamten ziehen mit 700 Kollegen ins neue Dienstgebäude in Essen-Bredeney. Polizei war fast 100 Jahre auf der Margarethenhöhe ansässig.

Die Schließung der Polizeiwache Margarethenhöhe ist beschlossene Sache. Die beiden dort tätigen Bezirksdienstbeamten werden in das neue Dienstgebäude an der Theodor-Althoff-Straße in Essen-Bredeney umziehen – voraussichtlich im August. Damit endet eine Ära auf der Margarethenhöhe. Dort war die Polizei seit 1926 an der Sommerburgstraße ansässig.

Carina Fischer, Leiterin der Polizeiinspektion Süd, erläuterte die Pläne und deren Hintergründe vor Vertretern der Margarethe-Krupp-Stiftung, der Bürgerschaft Margarethenhöhe und der örtlichen Politik – die allesamt von der angekündigten Schließung der Wache keineswegs begeistert sind. Sie fürchten, dass möglicherweise Einbrüche und ähnliche Delikte zunehmen könnten und die Bürger nicht mehr ihre gewohnten Ansprechpartner vor Ort haben.

Die Bezirksbeamten verbringen rund 75 Prozent ihrer Arbeitszeit im Außendienst

Letztgenannte Sorge weist Carina Fischer ausdrücklich zurück: „Die beiden Kollegen, die die Bürger kennen, bleiben ja für die Margarethenhöhe zuständig und werden weiterhin 75 Prozent ihrer Arbeitszeit dort vor Ort im Außendienst verbringen.“ Um die Sprechzeiten, die durch die Schließung der Wache wegfielen, aufzufangen, sei zusätzlich der Einsatz der mobilen Wache einmal in der Woche auf dem Marktplatz der Margarethenhöhe vorgesehen.

„Damit sich die Bürger daran gewöhnen können, starten wir mit diesem Angebot bereits am 3. März“, so Carina Fischer. Die mobile Wache werde in ungeraden Kalenderwochen montags von 13 bis 15 Uhr und in gerade Kalenderwochen dienstags von 12 bis 14.30 Uhr dort stehen. Es werde immer einer der Bezirksdienstkollegen mit anwesend sein, damit die Bürger ein bekanntes Gesicht dort antreffen würden. Mit der mobilen Wache mache man bereits in Haarzopf gute Erfahrungen.

Laut Carina Fischer werde sich nicht viel ändern, wenn der Umzug vollzogen sei. Für den Umzug sprächen nicht nur finanzielle Erwägungen. In dem neuen Dienstgebäude der Polizeiinspektion 2 im ehemaligen Karstadt-Gebäude an der Theodor-Althoff-Straße 2 würden insgesamt rund 700 Kollegen aus verschiedenen Polizeibereichen zusammengezogen.

Der Umzug sei aus Sicherheitsgründen erforderlich

„Den Umzug erforderlich machen auch die Sicherheitsstandards, die nicht mehr zeitgemäß sind“, so Carina Fischer. Die Sicherheitslage habe sich gegenüber früher geändert. Es sei nicht sinnvoll, dass in einer Wache wie der auf der Margarethenhöhe nur ein Kollege sitze, wenn der andere krank oder in Urlaub sei. Auch die Ausstattung sei nicht mehr zeitgemäß. „Wenn wir die Räumlichkeiten dort beibehalten wollten, müssten wir sie grundlegend modernisieren und neu ausstatten, was wiederum großen Aufwand und Kosten verursachen würde“, erklärt Fischer.

Durch den Umzug könne man Vertretungsregelungen einfacher finden. „Da dort einfach viel mehr Leute zur Verfügung stehen, wird auch die Unterstützung der Kollegen einfacher. Zudem stehen in Bredeney ganz andere Einsatzmittel wie etwa Dienstwagen bereit“, erläutert die Leiterin der Polizeiinspektion 2.

In der neuen Dienststelle haben die Beamten Dienstwagen zur Verfügung

Derzeit hätten die Beamten auf der Margarethenhöhe kein Dienstauto, seien in der Regel mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs. Die neue Dienststelle in Bredeney sei außerdem nicht weit weg von der alten, gerade mal rund 2,5 Kilometer, sei also für die Bürger auch noch gut erreichbar. Zudem finde man dort rund um die Uhr Ansprechpartner, während die Räume auf der Margarethenhöhe abends und am Wochenende nicht besetzt seien.

Mit Handzetteln, die unter anderem in Supermärkten ausliegen sollen, will die Polizei die Bürger auf die Neuerungen aufmerksam machen. Auch die Bürgerschaft und die Margarethe-Krupp-Stiftung wollen in ihren Broschüren auf die Fakten hinweisen und die Bürgerschaft will zusätzlich einen Schaukasten mit den Infos an der alten Wache aufstellen – auch wenn sich beide Institutionen den Verbleib der Bezirksdienstbeamten im Stadtteil gewünscht hätten.

Noch ist der Mietvertrag für die alten Räume nicht gekündigt

„Wie wäre es, wenn statt dem Einsatz der mobilen Wache weiterhin eine Sprechstunde in den alten Räumen angeboten würde“, schlägt Michael Flachmann, Vorstand der Margarethe-Krupp-Stiftung, vor. Diese ist seit 1926 der Vermieter der Polizei. „Noch ist der Mietvertrag nicht gekündigt“, so Flachmann.

Negativer sieht SPD-Bezirksvertreter Günther Schröder die geplanten Neuerungen. „Für die Bürger bedeuten sie nur Nachteile wie weitere Wege. Auch der Verkehr und die Fahrten mit Martinshorn über die Sommerburgstraße werden zunehmen“, fürchtet er.

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