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Essen-Haarzopf: Leerstand bereitet Bürgerverein Sorgen

Engagieren sich für ihren Stadtteil: Horst Holtwiesche (links) und Philipp Rosenau vom Bürgerverein Haarzopf. Hier stehen sie vor der aufgegebenen Apotheke im Ärzte- und Geschäftshaus neben der Neuen Mitte.

Engagieren sich für ihren Stadtteil: Horst Holtwiesche (links) und Philipp Rosenau vom Bürgerverein Haarzopf. Hier stehen sie vor der aufgegebenen Apotheke im Ärzte- und Geschäftshaus neben der Neuen Mitte.

Foto: Klaus Micke / FUNKE Foto Services

Essen-Haarzopf.  Vier Läden und ein Restaurant an der Hatzper- und Raadter Straße stehen leer. Bürgerverein wünscht sich mehr Gastronomie und eine Poststelle.

Ein Mittwochmorgen in Haarzopf: Während der Parkplatz vor der Neuen Mitte voll ist und die Geschäfte brummen, sieht es ein paar Meter weiter ganz anders aus: Allein drei Ladenlokale stehen derzeit an der Raadter- und Hatzper Straße leer, demnächst werden es vier sein – der Zoomarkt „Futterheld“ schließt Ende des Jahres. Dazu kommt auch noch das seit Juli 2019 geschlossene Restaurant Haus Haarzopf und vier leerstehende Büro-und Ladenflächen in den Obergeschossen der Neuen Mitte und des danebengelegenen Ende 2015 eröffneten Ärzte- und Geschäftshaus „Gesundheits-Center Haarzopf“.

„Für das Ladenlokal gegenüber von Haus Erbach, wo einst die Farma-Plus-Apotheke und zuletzt ein Matratzengeschäft war, gibt es inzwischen einen Nachmieter“, weiß Philipp Rosenau vom Haarzopfer Bürgerverein, „dort wird Jörg Lindner Anfang nächsten Jahres mit einem Immobilienmaklerbüro und integrierter Vermögensberatung an den Start zu gehen.“ Ursprünglich wollte der Vermieter eine Gastronomie einrichten, scheiterte aber an der Konzession.

Neuvermietung des Haus Haarzopf scheint nicht zu funktionieren

Dafür steht das kleine alte Maklerbüro von Lindner direkt gegenüber leer, ein Nachfolger ist laut Jörg Lindner noch nicht in Sicht. „Hier wäre doch ein kleines Café mit Service schön“, sagt Horst Holtwiesche, Vorsitzender des Bürgervereins, „das fehlt in Haarzopf.“

Ebenfalls noch keinen Nachmieter gibt es für die ehemalige „Apotheke in Haarzopf“ im Ärzte- und Geschäftshaus. „Dort stehen 30 Prozent der insgesamt 1800 Gesamtfläche leer“, sagt Philipp Rosenau. Eine Apotheke werde hier sicherlich nicht mehr reinkommen, mutmaßt Rosenau, denn direkt nebenan gibt es bereits eine – das wird auch im Stadtteil als Grund für die Geschäftsschließung gesehen. Und doch wird es einfacher sein, für die Immobilien im Neubau Interessenten zu finden.

Zoomarkt „Futterheld“ zieht Anfang 2020 auf die Frankenstraße

Schwieriger ist scheinbar die Vermarktung der ehemaligen Gaststätte Haus Haarzopf – dort tut sich seit der Schließung im Juli nichts. „Dabei vermissen alle Haarzopfer ein gutes Restaurant“, so Holtwiesche, „am besten mit gutbürgerlicher Küche.“ Ursprünglich hieß es, der Hausbesitzer wolle dort keine Gastronomie mehr haben und stattdessen Büros einrichten; tatsächlich sieht alles noch so aus, wie vor einem halben Jahr.

Ausgeräumt wird gerade der Zoomarkt „Futterheld“ neben dem ehemaligen Haus Haarzopf – er schließt am 21. Dezember und zieht auf die Frankenstraße in den ehemaligen Gardinenladen gegenüber der Polizeistation. „Unser Pachtvertrag läuft Ende des Jahres aus“, sagt die Verkäuferin, von einem Nachmieter wisse sie nichts.

Wochenmarkt auf dem kleinen Parkplatz ist abgeschnitten

„Das ist besonders schade, weil hier auf dem kleinen Parkplatz unser Wochenmarkt stattfindet“, sagt Rosenau, „der ist jetzt noch mehr abgeschnitten und müsste eigentlich dringend gestärkt werden, damit er nicht gänzlich verschwindet“. Der ursprüngliche Wunsch der Bürgerschaft, dass die Stände auf dem kleinen Platz in der Neuen Mitte aufgebaut werden, scheiterte am Veto der dort ansässigen Lebensmittelhändler.

Könnte der Bürgerverein bestimmen, dann sähe die Kreuzung Raadter-/Hatzper Straße ganz anders aus: Auf ihrer Wunschliste steht ein zweiter Lebensmittelsupermarkt („der könnte doch die Ladenflächen von Futterheld und dem Restaurant übernehmen“), eine anständige Poststelle mit Postbank („viele ältere Menschen sind bei der Postbank, können aber in Haarzopf kein Geld abheben“) und die bereits genannten Gastronomien wie Café und Restaurant. „Aber leider haben wir da keinen Einfluss“, bedauern beide unisono.

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