Kirche

Ehrenamtler leiten seit einem Jahr allein Essener Gemeinde

Franziska Rotter, Robin Leisen und Britta Pöllen (v.l.n.r.) gehören zum zwölfköpfigen Gemeindeleitungsteam der Gemeinde Heilige Familie in Essen-Margarethenhöhe, das im vergangenen Jahr gewählt wurde.

Franziska Rotter, Robin Leisen und Britta Pöllen (v.l.n.r.) gehören zum zwölfköpfigen Gemeindeleitungsteam der Gemeinde Heilige Familie in Essen-Margarethenhöhe, das im vergangenen Jahr gewählt wurde.

Foto: Ramona Richter / Funke Foto Services

Essen-Margarethenhöhe.  Seit 2018 wird die Gemeinde zur Heiligen Familie, Margarethenhöhe, als erste katholische Kirchengemeinde in Essen von Ehrenamtlichen geleitet.

Seit einem Jahr wird die Gemeinde zur Heiligen Familie im Stadtteil Margarethenhöhe als erste katholische Kirchengemeinde in Essen ausschließlich von Ehrenamtlichen geleitet. Priestermangel war der Anlass für die Umstrukturierung der Pfarrei. Jetzt hat das Leitungsteam erstmalig auch andere interessierte Gemeinden, die vor dem gleichen Problem stehen, zu einem Austausch- und Informationsnachmittag eingeladen.

Drei Gemeinden aus Köln, Wuppertal und Gelsenkirchen haben sich an das Leitungsteam gewandt und wurden umfassend zu den unterschiedlichsten Punkten informiert. „Wir haben Tische aufgebaut zu den Themen Liturgie, Katechese, interne und externe Kommunikation, Finanzen, Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden und Kinder- und Jugendarbeit“, berichtet Britta Pöllen vom Leitungsteam. Das entsprach auch den Themen, mit denen sich die Gemeinde auseinandergesetzt hat, als klar war, dass sie am Pilotprojekt des Bistums Essen teilnehmen werden.

Leitungsteam hat über ein Jahr lang an einer gemeinsamen Vision gearbeitet

Offiziell ist das insgesamt zwölfköpfige Leitungsteam erst seit einem Jahr dabei, inoffiziell aber bereits seit 2016 im Einsatz. Damals verstarb die beliebte Gemeindereferentin Andrea Hurlebusch überraschend und hinterließ eine große Lücke.

Die füllen nun die Ehrenamtlichen mit großem Engagement. „Wir haben über ein Jahr lang gemeinsam eine Vision erarbeitet“, sagt Franziska Rotter. Ihr Enthusiasmus hat auch andere Gemeindemitglieder angesteckt: So sind inzwischen über 40 von ihnen aktiv im Gemeindeleben eingebunden und über 200 packen bei Bedarf mit an. Bei insgesamt 2150 Mitgliedern, die die Gemeinde Zur Heiligen Familie aufweist, ist das eine beachtliche Quote. Jeder bringt sich eben so ein, wie er kann, lautet die Devise.

Über 100 Messdiener in der Gemeinde

Über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse, auftretende Probleme wie über Erfolge konnte nun das Leitungsteam referieren und dabei selbst noch einmal reflektieren. Dabei konnte man ausschließlich Positives berichten: „Wir sind eine junge, lebendige, selbstbestimmte Gemeinde geworden, in der jeder seinen Platz findet“, sagt Britta Pöllen. Besonders freut sich die Gemeinde über die aktive Jugendarbeit mit allein über 100 Messdienern – denn das sei ja auch die Zukunft der Kirche. Was aber nicht hieße, dass nicht auch Familien, Berufstätige und Senioren ihren Platz in der Gemeinde haben, die für alle mittlerweile ein Zuhause geworden sei. „Doch der Glaube steht bei allen Dingen im Mittelpunkt“, ergänzt die Ehrenamtliche.

Was konnten sie den Gästen nach fünf Stunden Austausch mit auf den Weg geben? „Das man sich mit Toleranz und Respekt begegnen soll, sich wertschätzt und mutig die Dinge angehen soll“, sagt Britta Pöllen. Und berichtet, dass die drei Gemeinden vor allen Dingen die Begeisterung und der Optimismus der ehrenamtlichen Leitung mitgerissen habe. „Das Wichtigste aber ist: Wir bringen gemeinschaftlich Kirche voran.“

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