Sport für Krebskranke

Ehemalige Olympionikin bietet Sport für Krebspatientinnen

Fitness-Raum mit Blick ins Grüne: Barbara Conrad will in ihren neuen Räumen vor allem Brustkrebs-Patientinnen Sportmöglichkeiten bieten.

Fitness-Raum mit Blick ins Grüne: Barbara Conrad will in ihren neuen Räumen vor allem Brustkrebs-Patientinnen Sportmöglichkeiten bieten.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Bredeney.   Barbara Conrad, geborene Schüttpelz, gewann Olympia-Medaillen. 2015 erkrankte sie an Brustkrebs. Jetzt eröffnet sie ein Studio für Patientinnen.

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Ein kleines Fitness-Studio, besonders für Brustkrebs-Patientinnen, eröffnet Trainerin Barbara Conrad. Das Thema Krebs liegt der 60-Jährigen besonders am Herzen, weil sie selbst von der Krankheit betroffen war. Bekannt ist Barbara Conrad unter ihrem Mädchennamen Schüttpelz. Die Essenerin war erfolgreiche Kanutin, holte 1984 in Los Angeles bei Olympia Silber und Bronze.

Heute sei es ihr wichtigstes Ziel, anderen Frauen Mut zu machen und durch Bewegung ihre Krankheitssymptome zu lindern. „Ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas wie Krebs passieren würde. Auch nach meiner Sportkarriere habe ich mich fit gehalten, war sehr körperbewusst“, blickt Barbara Conrad zurück. Um so größer war der Schock, als Ende 2015 bei ihr Brustkrebs diagnostiziert wurde.

Diagnose Brustkrebs einen Tag vor Heiligabend

Einer inneren Eingebung folgend hatte sie sich untersuchen lassen – und erhielt einen Tag vor Heiligabend die niederschmetternde Diagnose. „Das zieht einem erstmal den Boden unter den Füßen weg“, sagt sie. Im Januar wurde sie operiert, hatte Glück im Unglück. Da der Krebs noch im Anfangsstadium war, blieb ihr eine Chemotherapie erspart. „Aber auch die Bestrahlungen waren ungeheuer belastend, ich war ständig müde, musste meinen Tagesrhythmus umstellen“, sagt die Bredeneyerin.

Trotzdem fing sie kurz nach der OP wieder mit Nordic Walking an, arbeitete weiter als Personal-Trainerin, leitete Sportkurse. „Ich musste bei einigen Bewegungen vorsichtig sein, merkte aber, dass mir Sport gut tat.“ Diese Erfahrung will sie jetzt an andere Frauen weitergeben, ihnen einen geschützten Raum bieten, in dem sie Sport treiben können. Zusätzlich bietet sie Gespräche an, um den Frauen zu helfen, depressive Phasen zu überwinden und sich neue Lebensziele zu setzen. Das neue Fitness-Studio befindet sich unten in dem Haus, in dem sie seit 2001 auch wohnt.

Olympia-Medaillen in Einer- und Zweier-Kajak

Mit ihren Olympia-Medaillen im Einer- und Zweier-Kajak und 34 deutschen Meistertiteln gehört Barbara Conrad zu den erfolgreichsten Essener Sportlern, war von 1973 bis 1985 für die Nationalmannschaft aktiv. Sie nahm an den Spielen 1976 in Montreal/Kanada und 1984 in Los Angeles/USA teil, während 1980 nur der politische Boykott ihre Teilnahme auch in Moskau verhinderte.

Barbara Conrad hat zwei erwachsene Kinder, lebte 15 Jahre in London. Beruflich war sie nach der Ausbildung bei der Sparkasse unter anderem im Bereich Sportmarketing tätig, später bei einem Kardiologen und als Service-Mitarbeiterin bei einer Fluggesellschaft. Jetzt ist sie mit ihrer eigenen Firma im Bereich Coaching, Personal-Training und Sportmanagement aktiv.

Studio eröffnet mit einem Tag der offenen Tür

Die Studio-Eröffnung findet mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 24. Juni, 12 bis 17 Uhr, an der Graf-Spee-Straße 8, statt. Weitere Informationen auf www.barbara-conrad.de

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