Pfarrei-Entwicklungsprozess

Die Kirche St. Bonifatius in Huttrop soll erhalten bleiben

Die Kirche St. Bonifatius an der Moltkestraße 111 in  Huttrop soll bleiben. Das sieht jedenfalls das vorläufige Konzept der Pfarrei St. Gertrud vor.

Foto: Ulrich von Born

Die Kirche St. Bonifatius an der Moltkestraße 111 in Huttrop soll bleiben. Das sieht jedenfalls das vorläufige Konzept der Pfarrei St. Gertrud vor. Foto: Ulrich von Born

Essen-Huttrop/Südostviertel/Stadtmitte.   Die Pfarrei St. Gertrud stellt ihr Denkmodell zum Pfarrei-Entwicklungsprozess vor. Die Kirchen St. Michael und Ignatius sollen vermarktet werden.

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Das Jahresende, zu dem die 42 Pfarreien dem Bistum ihre Sparvorschläge im Rahmen des Pfarrei-Entwicklungsprozesses vorlegen müssen, rückt näher. Am Montagabend stellte die Arbeitsgruppe der Pfarrei St. Gertrud ihr Denkmodell auf einer Pfarrversammlung vor. Zu St. Gertrud gehören St. Bonifatius in Huttrop, Heilig Kreuz und St. Michael im Südostviertel und der Standort Ignatius in Holsterhausen.

„Es waren über 200 Leute da. Es gab viel Einvernehmen, aber natürlich auch einige kritische Anmerkungen“, berichtet Ute Glunz, Mitglied der Arbeitsgruppe. Das vorläufige Konzept fasse die Arbeit der vergangenen zwei Jahre zusammen, in denen das Leben der Pfarrei St. Gertrud gesichtet und geordnet worden sei. Neben den Themen Immobilien und Personal ging es vor allem um das pastorale Konzept. „Wir haben passende und erreichbare Orte für die Feier der Sakramente und für vielfältige und erlebbare Angebote, die sich an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientieren“, erläutert Pfarrer Gerd Heusch die Ansätze des Konzepts.

Von den erforderlichen Einsparungen seien nicht nur die vier Gemeinden und die Filialkirche betroffen, sondern auch die verschiedenen muttersprachlichen Gemeinden, die die fünf Gotteshäuser nutzen, sowie die Gehörlosengemeinde.

Gebäude von St. Michael soll vermarktet werden

Erhalten bleiben soll auf jeden Fall die Kirche St. Bonifatius an der Moltkestraße, dafür sei der Fortbestand des Gemeindeheims fraglich, heißt es in dem Votum. Wahrscheinlich sei dagegen der Verlust der Filialkirche St. Michael und des Ignatius-Gebäudes. Diese Gotteshäuser sollen zeitnah vermarktet werden. In St. Michael soll auch die Kindertagesstätte ab Mitte 2018 nicht weiter vom Kita-Zweckverband betrieben werden. Der Standort Ignatius soll ohne Kirche als Gottesdienstort und Treffpunkt für die deutsche und italienische Gemeinde erhalten bleiben.

Die Pfarrkirche St. Gertrud sei als einziges Gotteshaus der Pfarrei in der Innenstadt als Gottesdienstort unbedingt erforderlich, heißt es in dem vorläufigen Votum. Dass die Gottesdienste auf Dauer in der Kirche stattfinden, sei jedoch unwahrscheinlich. „Die Nutzung des Kirchengebäudes ist langfristig mit den hohen Betriebskosten nicht mehr in Einklang zu bringen“, kann man in dem vorläufigen Votum nachlesen. „Eine Aussage über den Erhalt des Kirchengebäudes über die nächsten zehn Jahre hinaus kann daher nicht getroffen werden.“ In Heilig Kreuz sei der Fortbestand der Kirche eng mit dem Franziskaner-Orden als Eigentümer der großen Kirche verbunden.

Die Kindertagesstätten sollen fast alle bleiben

Erhalten bleiben sollen in der Pfarrei die Kindertagesstätten St. Marien, St. Peter, St. Johann, St. Bonifatius, Heilig Kreuz und die Familienzentren Leuchtturm und St. Ignatius. Geplant sei weiterhin, Räumlichkeiten jeder Art multifunktional zu nutzen. Nicht nur die Kirchen und weitere Gebäude der Gemeinden stehen auf dem Prüfstand. Mit rund 578 000 Euro seien die Personalkosten im Gesamthaushalt der Pfarrei sehr hoch. Laut Prognose würden sie bis zum Jahr 2030 sogar auf rund 770 000 Euro ansteigen. Diese Kosten müssten also auf jeden Fall angepasst werden. „Es ist uns ein großes Bedürfnis, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen“, so Pfarrer Heusch. „Wir gehen davon aus, die Personalreduzierung ausschließlich durch das Ausscheiden von Mitarbeitern im Rentenalter zu erreichen.“

Die Pfarrei St. Gertrud setzt auf Ehrenamtliche

Die verbleibenden Kräfte müssten gerecht auf die vier Gemeinden verteilt werden. Natürlich setze man auch weiter auf Ehrenamtliche, deren Engagement in der Pfarrei St. Gertrud einen hohen Stellenwert besitze. Für sie sollen verbesserte Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden.

Das Bistum hatte die Pfarreien vor zweieinhalb Jahren aufgefordert, ihre Angebote und Strukturen zu überdenken. Hintergrund sind die sinkenden Mitgliederzahlen und die damit verbundenen geringeren finanziellen Möglichkeiten. Die 42 Pfarreien im Bistum müssen ihre Konzepte für Einsparungen bis zum Jahresende vorlegen. Das Bistum entscheidet dann über die Vorschläge. Die Umsetzung soll bereits 2018 beginnen.

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