Haarzopfer Geschichtspfad

Der Haarzopfer Geschichtspfad ist jetzt komplett

Vor der Tafel am Tommesweg trafen sich (v.l.) Gerd Schraven, Horst Holtwiesche, Herbert Schmitz und Gustav Diekmann vom Bürgerverein.

Foto: Christof Kšpsel

Vor der Tafel am Tommesweg trafen sich (v.l.) Gerd Schraven, Horst Holtwiesche, Herbert Schmitz und Gustav Diekmann vom Bürgerverein. Foto: Christof Kšpsel

Essen-Haarzopf.  Der Bürgerverein Haarzopf-Fulerum hat neun weitere Stationen mit Info-Tafeln bestückt. Bürger können die 33 Orte mit Hilfe eines Plans besuchen.

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Der Bürgerverein Haarzopf-Fulerum hat seinen Geschichtspfad um neun weitere Stationen erweitert. Ab Ende März wird ein Faltplan mit Abbildungen der insgesamt 33 Stationen in Haarzopf und Fulerum erhältlich sein. „Damit können die Bürger dann die historisch bedeutsamen Stellen selbstständig abgehen und erhalten auf Schildern interessante Informationen zur Geschichte des jeweiligen Ortes“, so Horst Holtwiesche, Vorsitzender des Bürgervereins.

Vor rund fünf Jahren hatten die Verantwortlichen die Idee, mit Tafeln, die an die städtischen Hinweisschilder erinnern, die Aufmerksamkeit der Bürger auf die geschichtlichen Besonderheiten des Stadtteils zu lenken. Mit Heimatforscher Herbert Schmitz war schnell ein kompetenter Schreiber für die Tafeltexte gefunden. Die Schilder selbst, die rund 250 Euro pro Stück kosten, finanziert der Bürgerverein aus eigenen Mitteln und über Spenden.

Für viele alteingesessene Haarzopfer werden beim Lesen der Tafeln Erinnerungen wach werden. Beispielsweise beim Tommeshof am Tommesweg/Ecke Hatzper Straße. Dort existierte seit 1825 ein bäuerliches Gehöft mit einer Schankwirtschaft. Der nächste Besitzer baute 1899 noch einen Tanzsaal an und nannte das ganze Anwesen „Restaurant zum Deutschen Kaiser“, wie Heimatforscher Herbert Schmitz herausgefunden hat. Viele Haarzopfer hätten damals die Räumlichkeiten für ihre Feste genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei der Tanzsaal nicht mehr genutzt und zum Roland-Kino umgestaltet worden, das etwa 15 Jahre bestand. 1977 sei das Gebäude abgerissen und das Gelände neu bebaut worden.

Erinnerungen an das Roland-Kino werden wach

An die Kino-Zeit können sich die Mitglieder des Bürgervereins noch gut erinnern, wissen teils noch genau, welche Filme sie dort gesehen haben und wie oft der Film pro Vorführung riss. „Der Eintritt hat damals 50 Pfennig gekostet. Oder waren es 30 Pfennig?“, rätselte Horst Holtwiesche. Und Herbert Schmitz weiß noch genau, wie er mit der Leselampe unter die Bettdecke kroch, wenn er draußen die Kino-Besucher auf dem Heimweg hörte – und damit auch seine Eltern zurückerwartete. Das Kino habe dem gleichen Betreiber gehört wie das Kino an der Bredeneyer Straße, dessen alter Standort jüngst für ein Neubauprojekt weichen musste.

Auf dem Faltplan „Haarzopf gestern und heute“, der in einer Auflage von 1000 Stück gedruckt wird und für zwei Euro in Haarzopfer Geschäften erhältlich sein wird, sind die Adressen und Koordinaten der historischen Gebäude verzeichnet. Über einen sogenannten QR-Code kann man per Handy weitere Informationen erhalten. Neben Kotten, die das ländliche Haarzopf damals prägten, werden im Rahmen des Geschichtspfades auch die katholische und evangelische Kirche, diverse Gaststätten, Schulen sowie die Gedenkstätte für die Opfer der NS-Herrschaft an der Humboldtstraße präsentiert.

Bürgerverein will alte Gebäude im Bewusstsein halten

„Als die alte Grundschule an der Raadter Straße vor einigen Jahren für den Schulneubau abgerissen wurde, wollten wir dafür sorgen, dass solche Gebäude im Bewusstsein der Bevölkerung verankert bleiben“, erläutert Gerd Schraven vom Bürgerverein das Ziel des Geschichtspfades, der mit den zusätzlichen neun Stationen jetzt komplett ist.

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