Denkmalstreit

Denkmalbehörde: Eine Lore gehört nicht in die Gartenstadt

Inhaber Sascha Schenderlein mit Lore, die er in Eigenarbeit restauriert hat.

Foto: Knut Vahlensieck

Inhaber Sascha Schenderlein mit Lore, die er in Eigenarbeit restauriert hat. Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Margarethenhöhe.   Wäschereibesitzer hat das Bergbau-Relikt im Vorgarten auf der Margarethenhöhe aufgestellt. Denkmalamt und Krupp-Stiftung finden das unpassend.

Wer die Wäscherei von Sascha Schenderlein (42) an der Metzendorfstraße auf der Margarethenhöhe betritt, fühlt sich ein bisschen wie im Bergbaumuseum. Etliche Accessoires und Bilder erinnern an die Arbeit unter Tage, schaffen eine besondere Atmosphäre.

Vor zwei Wochen nun hat Bergbau-Fan Schenderlein eine Lore vor dem Geschäft aufgestellt. Die hat er sich in Castrop-Rauxel besorgt und selbst restauriert. Jetzt soll die Lore weg, weil der städtische Denkmalschutz keine Verbindung zwischen Bergbau-Vergangenheit und der Gartenstadt sieht.

Inhaber führt Wäscherei in dritter Generation

Noch hofft Sascha Schenderlein auf ein gutes Ende: „Die Leute finden die Lore ganz toll, bleiben stehen, machen Fotos. Für mich hat das Gefährt auch einen Werbeeffekt, von dem ich mir neue Kunden verspreche, zumal ja auch mein Firmenlogo dort zu sehen ist“, sagt der gelernte Textilreiniger, der den Betrieb gemeinsam mit Ehefrau Daniela Schenderlein (44) seit zehn Jahren in dritter Generation führt und zwölf Angestellte hat.

Die Wäscherei gibt es seit über 60 Jahren, seit 1960 ist das Unternehmen auf der Margarethenhöhe ansässig. Vorher habe das Familienunternehmen bereits zehn Jahre in Ost-Deutschland bestanden. „Ich bin hier aufgewachsen. Für mich war immer klar, dass ich den Laden übernehme“, sagt Sascha Schenderlein.

Bereits im Winter gestaltete er in Eigenarbeit den Vorgarten um, jätete Unkraut und bepflanzte das Beet neu. Seinen Vermieter, die Margarethe-Krupp-Stiftung (MKS), habe er allerdings vorher nicht gefragt. Deren Gärtner habe ihn auf das Versäumnis hingewiesen. „Ich bin dann hingegangen und habe das in Ordnung gebracht. Ich komme mit der Stiftung gut klar“, betont Schenderlein. Von der MKS habe er schließlich grünes Licht für den umgestalteten Vorgarten erhalten, wenn er sich um die Fläche auch in Zukunft kümmere.

Denkmalbehörde begrüßt bürgerliches Engagement

Nicht verstehen kann Schenderlein, dass die Lore bei der Denkmalbehörde nicht gut ankomme und nicht genehmigt könne, was er jetzt aus einem Brief seines Vermieters, der Stiftung, erfuhr.

Laut Petra Beckers von der Denkmalbehörde sei für den Charakter der Gartenstadt die Einheitlichkeit entscheidend. Sie begrüße bürgerschaftliches Engagement ausdrücklich, doch „man darf keinen Präzedenzfall schaffen“. Sie hoffe jedoch, dass Sascha Schenderlein einen anderen guten Standort für seine Lore finde. Ähnlich reagiert man bei der Krupp-Stiftung: „Die Margarethenhöhe ist als Gartenstadt und nicht als Bergbau-Siedlung konzipiert worden. Eine Lore konterkariert das, was sich Margarethe Krupp damals gedacht hat“, so MKS-Prokurist Jochen Biefang. Die Lore, die mit lackierten Steinen als Kohleersatz bestückt sei, passe vom Charakter nicht dorthin.

Viel Geld und Arbeit in die Gestaltung investiert

„Aber Essen ist doch ein Stück Ruhrpott“, hält Schenderlein dagegen. Er habe viel Arbeit und Geld in Lore und Vorgarten investiert und hoffe weiterhin auf eine einvernehmliche Lösung.

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