Stadtteil-Entwicklung

Bürgerverein Haarzopf hofft auf preiswerte Mietwohnungen

Die Bagger stehen auf dem Gelände des ehemaligen Rewe-Marktes an der Humboldtstraße. Dort fanden in den letzten Tagen Erdarbeiten statt.

Foto: Socrates Tassos

Die Bagger stehen auf dem Gelände des ehemaligen Rewe-Marktes an der Humboldtstraße. Dort fanden in den letzten Tagen Erdarbeiten statt. Foto: Socrates Tassos

Essen-Haarzopf.   Für das Areal eines alten Supermarktes steht ein möglicher Investor bereit. Ein Workshop zur Stadtteil-Entwicklung findet im Januar statt.

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Auf dem Gelände des seit 2011 geschlossenen Rewe-Marktes an der Humboldtstraße tut sich etwas. Vor kurzem sollen dort Tanks aus dem Boden entfernt worden sein, Überreste der Tankstelle, die dort früher einmal existierte. Auf dem Gelände sollen Wohnungen entstehen, bestätigt der mögliche Investor, der nicht genannt werden möchte, bevor nicht die Verträge unter Dach und Fach seien.

Das Areal habe bisher einem Immobilienfonds gehört und werde jetzt durch eine Luxemburger Firma abgewickelt, die auch Auftraggeber für die dort stattfindenden Arbeiten sei. Diese Arbeiten und noch einiges mehr seien Voraussetzung für alle weiteren Schritte. Einzelhandel sei auf dem Gelände jedenfalls nicht geplant.

„Wir würden es natürlich sehr begrüßen, wenn dort an so zentraler Stelle Mietwohnungen entstehen würden“, erklärt Philipp Rosenau, zweiter Vorsitzender des Bürgervereins Haarzopf-Fulerum, der sich seit langem für die Schaffung von bezahlbarem, barrierefreiem Wohnraum in Haarzopf einsetzt.

Konzept soll im Januar 2018 erstellt werden

Einige Bürger hätten sich zwar eine Konkurrenz zu den Geschäften in der nahe gelegenen Neuen Mitte Haarzopf gewünscht. „Viele klagen ja über die schwierige Parkplatzsituation an der Neuen Mitte. Generell sind wir hier aber gut versorgt und haben ein großes Einzugsgebiet. Kunden kommen auch aus den umliegenden Stadtteilen und dem Essener Süden“, sagt Rosenau. Er gehe aber davon aus, dass der Neubau von zwei großen Supermärkten in Werden und Bredeney die Lage entspannen werde.

In Haarzopf fehlen preiswerte Mietwohnungen

Was tatsächlich fehle, seien Mietwohnungen für ältere Menschen, die sich kleiner setzen, aber in ihrem Stadtteil bleiben wollten. „Ich höre sogar oft von Leuten, die aus Haarzopf weggezogen sind, weil sie keine geeignete, bezahlbare Wohnung gefunden haben, aber gern zurückkommen würden“, so Philipp Rosenau, der die Haarzopfer für sehr heimatverbunden hält.

Das Grundstück des ehemaligen Rewe-Marktes an der Humboldtstraße in der Nähe der Kreuzung Erbach sieht er als gut geeignet für Wohnbebauung an. Läden, Ärzte und Apotheken befänden sich in unmittelbarer Nähe.

Arbeitsgruppen treffen sich an zwei Tagen

„Natürlich wäre eine Sichtachse Hatzper/Humboldtstraße wünschenswert“, so Rosenau, der gemeinsam mit den Kollegen vom Bürgerverein Haarzopf-Fulerum die Erstellung eines Konzepts zur „Erfolgreichen Stadtteilentwicklung Haarzopf-Fulerum 2030“ angestoßen hat.

Das erste Treffen mit 70 Interessenten hat bereits stattgefunden. Das Konzept selbst soll am 12. und 13. Januar erstellt und später Politik und Verwaltung zur Verfügung gestellt werden, damit diese wissen, was die Bürger vor Ort wollen. „Das Konzept müsste zeitlich an zwei Tagen zu schaffen sein“, so Rosenau. Am Freitag von 18 bis 21 Uhr und am Samstag ab 9.30 Uhr (Ende offen) sollen die Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen ihre Ideen zusammentragen. Am Samstag werde der Bürgerverein für das Mittagessen sorgen. „Wir rechnen mit 30 bis 40 Teilnehmern jeden Alters“, so Rosenau. Eventuell wolle man Oberbürgermeister Kufen erste Ansätze noch an dem Samstag vorstellen.

Bürger beschäftigen sich mit drei Themenbereichen

Die Ergebnisse zu den Themen Bauen, Leben im Alter/Gesundheit sowie Schule/Bildung/Integration würden anschließend noch einmal schriftlich zusammengefasst. „Wir haben mit Absicht das Jahr 2030 in den Arbeitstitel genommen, um die Nachhaltigkeit des Konzepts deutlich zu machen“, betont Rosenau.

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