Nahverkehr

Bürger im Essener Süden kritisieren viele Evag-Umwege

Wolfgang Pfotenhauer (l.) und Kuno Schädlich vom Bürgerverein

Foto: Socrates Tassos

Wolfgang Pfotenhauer (l.) und Kuno Schädlich vom Bürgerverein Foto: Socrates Tassos

Rüttenscheid/Bergerhausen/Bredeney .   In Bergerhausen leidet eine enge Anliegerstraße unter dem Busverkehr. In Rüttenscheid finden viele die Haltestellen für die 107 erst gar nicht.

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Überfüllte Bahnen und leere Busse zwischen Rüttenscheid und Bredeney, entnervte Anlieger in Bergerhausen: Der Schienenersatzverkehr ärgert an mehreren Stellen Fahrgäste und Bürger.

Zum Beispiel in der Leinestraße in Bergerhausen. Dort fahren seit Beginn des Kanalbaus auf der Rellinghauser Straße im Januar Busse. Die ersetzen die Tram-Linie 105 und pendeln im Zehn-Minuten-Takt zwischen den Haltestellen Zeche Ludwig und Finefraustraße. Um zu wenden, fahren die großen Busse durch die relative schmale Leinestraße.

„Wir fragen uns, ob die Evag das nicht anders hätte lösen können. Am meisten aber ärgert es uns, dass wir überhaupt nicht gehört wurden“, sagt Wolfgang Pfotenhauer vom Bürgerverein Bergerhausen. Sein Mitstreiter Kuno Schädlich hätte sich ebenfalls einen anderen Weg gewünscht: „Erst Anfang der Woche hat es hier wieder gekracht, weil Autofahrer nicht auf das Halteverbot geachtet haben. Der Wendekreis ist ziemlich eng für Busse.“

Eng gequetscht in der 108

Während in Bergerhausen eine Baustelle Ursache für den Ersatzverkehr für die 105 ist, gibt es für die Straßenbahnlinie 107 schlicht zu wenig Fahrer: Schon seit Ende November setzt die Essener Verkehrs AG (Evag) deswegen zusätzlich Busse für die Strecke zwischen Katernberg und Bredeney ein.

Zwar wurden dafür an der Alfredstraße Ersatzhaltestellen eingerichtet. Nur seien diese kaum zu finden, wie Grünen-Ratsherr und Evag-Aufsichtsratmitglied Rolf Fliß kritisiert: „Viele Fahrgäste beschweren sich, dass sie gar nicht wissen, von wo die Busse fahren.“ Das habe zur Folge, dass sich die Menschen dicht in die Linie 108 quetschen, während die Ersatzbusse leer in Richtung Bredeney fahren. Auch am Bredeney Steig würden die Ersatzhaltestellen verwirren. „Es würde helfen, wenn Personal den Fahrgästen zeigen würde, wo sie hin müssen“, sagt Fliß.

Ab Ende März sollen Bahnen wieder nach Plan fahren

Dabei weiß er selbst, dass Personal bei der Evag knapp ist. Er hoffe, dass möglichst schnell wieder alle Straßenbahnen nach Plan fahren – in der ganzen Stadt: So sind auch auf der Linie 103 zwischen der Innenstadt und Steele seit Januar Busse im Einsatz. Fliß: „Ende März wurde als erklärtes Ziel ausgegeben. Bis dahin sollten die Bahnen wieder fahren.“

Eine Evag-Sprecherin konnte sich gestern noch nicht zu dem Thema äußern. Sie kündigte aber an, dies möglichst schnell nachzuholen.

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