100 Jahre Wassersportverein

Bredeneyer Segelclub baut zum Jubiläum Behindertensport aus

Die Stege des Wassersportvereins Baldeney sind auch für Rollstuhlfahrer nutzbar. Deshalb richtet der Verein häufig inklusive Wettkämpfe aus.    

Die Stege des Wassersportvereins Baldeney sind auch für Rollstuhlfahrer nutzbar. Deshalb richtet der Verein häufig inklusive Wettkämpfe aus.    

Foto: Wassersportverein Baldeney

Essen-Bredeney.   Der Wassersportverein Baldeney besteht 100 Jahre. Seit Jahren richtet der Verein inklusive Regatten aus. Jetzt soll das Clubhaus umgebaut werden.

Der Wassersportverein Baldeney 1919 feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen – und lädt aus diesem Anlass zu verschiedenen Segelveranstaltungen ein. Höhepunkt ist, so der Vorsitzende Rüdiger Schuchardt, die Ausrichtung der Essener Segelwoche im September. Vom 3. bis 6. Oktober richtet der Verein dann die Internationale Deutsche Meisterschaft aus. Auch ein Familien- und Sommerfest seien geplant.

Ein Großereignis hat der Verein schon jetzt zu Beginn der Segelsaison erfolgreich absolviert. Teilnehmer aus dem In- und Ausland nahmen am inklusiven Ruhr City Cup auf dem Baldeneysee teil, den der Wassersportverein Baldeney ausrichtete. Der Verein hat sich seit Jahren auf den Segelsport für Menschen mit Behinderung spezialisiert und will diesen Bereich in Zukunft weiter ausbauen.

Sportliche Gäste aus Belgien und den Niederlanden

Den Ruhr City Cup habe man jetzt bereits zum 16. Mal ausgerichtet. Der Wettkampf locke jedes Jahr Spitzensportler des inklusiven Segelsports nach Essen. In diesem Jahr waren Aktive aus Großbritannien, Belgien und den Niederlanden vertreten, in den Vorjahren kamen Gäste aus Schweden, Norwegen und Tschechien.

Im Laufe der 100 Jahre seit der Gründung habe sich der Verein in vielen Sparten des Wassersports betätigt. „Wir waren bereits Ruder-, Paddel- und Motorbootverein, konzentrieren uns jetzt aber aufs Segeln“, erläutert Rüdiger Schuchardt. Der Verein zähle derzeit rund 100 Mitglieder.

Seit 2003 habe man das Thema Behindertensport entdeckt. Damals habe man die Deutschen Meisterschaften ausgerichtet und es habe sehr viel Spaß gemacht. Die Stege seien auch für Rollstuhlfahrer nutzbar, erläutert Schuchardt. Segeln würden Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen: Rollstuhlfahrer, Sehbehinderte, Spastiker. „Wir haben oft Gäste mit Behinderung, die bei uns segeln wollen“, so Schuchardt.

Fünf Boote sind für behinderte Sportler umgebaut

Der Verein verfüge über fünf Boote, die für Behinderte geeignet seien. Die Boote könnten je nach Art der Behinderung umgebaut werden, so dass man sie zum Beispiel mit den Füßen steuern könne. „Der Kiel wird mit 250 Kilogramm Blei beschwert, damit das Boot nicht umkippen kann“, beschreibt der Vorsitzende die Umbauten. „Sport mit Behinderten macht sehr viel Freude, auch weil das meist nette, entspannte Menschen sind, die ganz viel selbst machen wollen und können“, so der Vorsitzende.

Den Behindertenbereich wolle man weiter ausbauen und dafür auch das Vereinsheim möglichst schnell barrierefrei umbauen. Mit Aufzug und größeren Toiletten könne man schon viel erreichen. Um einen solchen Umbau finanzieren zu können, hoffe man auf Zuschüsse, möglicherweise durch die Aktion Mensch. Der Vorsitzende schätzt die Umbaukosten auf 150.000 bis 175.000 Euro. „Wir würden uns natürlich über alle Töpfe freuen, aus denen wir Gelder erhalten könnten“, sagt Schuchardt. Der Umbau, der auch älteren Mitgliedern und Familien mit kleinen Kindern die Nutzung der Vereinsräume erleichtern würde, solle möglichst noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden.

Die Zuwegung ist nicht komplett barrierefrei

Viele der Sportler kämen mit dem Wohnmobil, in das die Rollstühle eingeladen würden. Ein Problem sei, dass die Zuwegung zum Vereinsgelände nicht komplett barrierefrei sei. Man stehe zu diesem Thema seit drei Jahren in Kontakt mit Grün und Gruga, um eine Lösung zu finden.

>>>RUHR CITY CUP

  • Am Ruhr City Cup haben in diesem Jahr 28 Segler aus vier Nationen teilgenommen, viele davon mit körperlichen Einschränkungen. Sieger wurde Heiko Kröger vom Norddeutschen Regatta-Verein, mehrfacher Weltmeister und Silbermedaillen-Gewinner bei den Paralympics 2012 in London sowie Goldmedaillen-Gewinner 2000 in Sydney.
  • Der Wassersportverein Baldeney war mit drei Booten vertreten. Das beste WSB-Boot von Peter Greif landete auf Platz 16, die 17-jährige Nachwuchsseglerin Anna-Lena Giesen auf Platz 21.

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