Umwelt

Beleuchtung des Lokals „Schwarze Lene" ist Nachbarn zu hell

Das Ausflugslokal „Schwarze Lene“ in Essen-Stadtwald ist bekannt für seine schöne Aussicht über den Baldeneysee. Nun beschweren sich Nachbarn aus Fischlaken, die neue Beleuchtung am Dach sei zu grell.

Das Ausflugslokal „Schwarze Lene“ in Essen-Stadtwald ist bekannt für seine schöne Aussicht über den Baldeneysee. Nun beschweren sich Nachbarn aus Fischlaken, die neue Beleuchtung am Dach sei zu grell.

Foto: Blossey

Essen-Stadtwald.   Eine neue Lichterkette am Restaurant „Schwarze Lene“ stört die Nachbarn. Das grelle Licht störe Vögel und Insekten. Nun prüfte dies die Stadt.

Die Schwarze Lene oberhalb des Baldeneysees zählt zu den ältesten Restaurants der Stadt. Geschätzt wird die Gastronomie am Schwarze-Lenen-Weg 38 als Location großer Feiern, aber auch wegen der schönen Aussicht über den See. Freie Sicht – und das Kilometer weit. Doch genau dies sorgt nun offensichtlich für Probleme, seit Betreiber Bogdan Lasica eine neue Beleuchtung installieren ließ. Nachbarn fühlen sich durch das grelle Licht gestört.

Es ist noch nicht lange her, dass die Schwarze Lene im neuen Glanz erstrahlt. Erst Mitte März dieses Jahres wurde das neue, zwei Zentimeter hohe Kettenlicht unter dem Dach installiert. „Das gab es da schon immer, wurde aber nun erneuert“, erklärt Bogdan Lasica auf Nachfrage dieser Zeitung.

Neuer Lichterkette besteht aus LED-Lampen

Dass die neue LED-Konstruktion heller ist als ihr Vorgänger, will der Gastronom gar nicht bestreiten. „Doch Probleme oder Beschwerden gab es deshalb noch nie“, sagt er. „Der nächste Nachbar wohnt rund 500 Meter entfernt. Doch wir liegen hier ja mitten im Wald. Da können die das Licht gar nicht sehen.“

Rund zwei Kilometer weiter entfernt, in Fischlaken, sieht Claus Hestermann das gänzlich anders. „Die neue Beleuchtung ist so hell, dass man es bis hierhin sehen kann. Und das Licht brennt die ganze Nacht lang.“ Sorgen macht sich Claus Hestermann allerdings nicht etwa um seinen Schlaf, sondern eher um die Natur rund um das Restaurant und darüber hinaus. Das grelle Licht locke Insekten an. Und weil das Licht auch nach oben strahle, könnten auch Zugvögel in die Irre geleitet werden, vermutet Claus Hestermann.

Betreiber will das Licht etwas herunterdimmen lassen

Das Licht in der Nacht abschalten will Gastronom Lasica allerdings nicht. „Ohne Beleuchtung wäre es hier oben stockdunkel. Das Kettenlicht wurde ja extra angebracht, damit die Außengastronomie und der Parkplatz beleuchtet werden und die Leute nicht über die Zäune stolpern.“

Mittlerweile hat sich das Umweltamt der Sache angenommen. „Die waren vor zwei Wochen hier und haben Messungen gemacht, wie hell das Licht ist“, bestätigt Bogdan Lasica. Etwas zu bemängeln gab es jedoch nicht, da der Grenzwert der direkten Blendung nicht überschritten wurde. „Und eine gesetzliche Vorgabe zum Schutz der Natur durch Licht gibt es nicht.“ Dennoch will der Gastronom demnächst mal nach Fischlaken fahren, um sich die Sache aus der Ferne anzusehen. „Doch das Licht bleibt an“, sagt er schon jetzt. Allerdings will der Gastronom trotzdem ein gewisses Entgegenkommen zeigen: „Ich werde die Lichtanlage ein wenig runterdimmen lassen.“

>> RICHTLINIEN FÜR LICHTIMMISSION

  • Bei der Beurteilung, ob eine Lichtanlage zugelassen wird, zieht die Stadt die Lichtimmissionsrichtlinien zu Rate.
  • „Diese sind jedoch nicht auf Gastronomien beschränkt, sondern greifen bei allen Anlagen, die jeweils gesondert bewertet werden“, erklärt Stadtsprecherin Hannah Hettinger.

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