Jugend musiziert

Junge Pianistin hat beim Musikwettbewerb alles erreicht

Sieger my kinh do (Klavier) Jugend musiziert, am Freitag den 8.6.2018. Porträt uÃàber die Siegerin. : Carsten Klein / Funke Foto Services

Foto: Carsten Klein

Sieger my kinh do (Klavier) Jugend musiziert, am Freitag den 8.6.2018. Porträt uÃàber die Siegerin. : Carsten Klein / Funke Foto Services Foto: Carsten Klein

Essen-Margarethenhöhe.   My Linh Do (14) von der Margarethenhöhe hat bei „Jugend musiziert“ gewonnen. Jetzt soll es für die Goethe-Schülerin international weitergehen.

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Für die 14-jährige My Linh Do von der Margarethenhöhe ist der Erfolg schon fast Routine, trotzdem war die Freude groß: Zum wiederholten Mal sicherte sich die Goethe-Schülerin den ersten Platz beim Bundesfinale von „Jugend musiziert“ in Lübeck. Die junge Pianistin war gemeinsam mit ihrer Freundin, der Geigerin Deborah Berliku, in der Kategorie Kammermusik angetreten.

Die Achtklässlerin kommt aus einer sehr musikalischen Familie, ihre ältere Schwester und der jüngere Bruder haben als Instrumente Geige beziehungsweise Cello für sich entdeckt. My Linh spielt bereits seit ihrem sechsten Lebensjahr, übte erst auf dem Keyboard, bis die Familie vor fünf Jahren einen Flügel anschaffte.

Eine Solo-Karriere ist das Ziel der jungen Pianistin

„Eigentlich hatte unsere ältere Tochter mit dem Klavierspielen begonnen, bis sie dann auf Geige umschwenkte. Dann interessierte sich My Linh für Klavier, die vorher Blockflöte gespielt hatte“, erinnert sich Mutter Mai Do (43). Anfangs sei sie gar nicht begeistert gewesen, dass die Ältere das Instrument wechselte. „Heute finde ich es toll, dass alle drei Kinder gemeinsam musizieren können.“

My Linh nimmt das Klavierspielen sehr ernst, will gern Konzertpianistin werden und strebt zudem eine Hochschul-Karriere in Musik an. Anderthalb Stunden übt sie täglich, auch wenn das nach einem Neun-Stunden-Tag in der Schule manchmal schwer fällt. In den Ferien legt sie morgens und nachmittags eine Übungseinheit ein. „Ich brauche nicht viel Freizeit, dann langweile ich mich nur. Ein strukturierter Tag ist mir lieber“, sagt My Linh, die neben Musik auch gern Deutsch und Biologie lernt. „Sie hat ihr Ziel immer klar vor Augen, übt sehr motiviert, wenn sie sich auf den nächsten Wettbewerb vorbereitet“, sagt die Mutter.

Eltern haben keine musikalische Ausbildung

Wie ihr Mann und die Eltern war sie vor Jahren aus Vietnam geflohen und hat selbst keinerlei musikalische Ausbildung. „Wir wollen gern anderen talentierten Kindern Mut machen. Man kann es auch schaffen, wenn die Eltern keine Musiker sind und keinerlei Beziehungen in der Szene haben.“ Da sei es erfahrungsgemäß schwierig, an die richtigen Lehrer zu kommen und entsprechend gefördert zu werden. Aber es funktioniere, wie sie an ihrer Tochter sehe.

Die Goethe-Schülerin spielt in der Regel klassische Stücke, mag aber auch sehr gern den Komponisten Edvard Grieg. Einmal in der Woche nimmt My Linh Unterricht an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf – ihre Mutter fährt sie hin. Im Sommer will die Schülerin an einem weiteren Meisterkurs teilnehmen. Dass My Linhs musikalisches Talent außergewöhnlich ist, hatten ihre Lehrer früh erkannt. Neben dem absoluten Gehör – sie weiß, welcher Ton gerade zu hören ist – kann My Linh ohne Vorbereitung vom Blatt abspielen. „Deshalb wird sie in der Schule auch immer wieder spontan zur Begleitung angefordert“, weiß Mutter Mai Do, die im Bistro der Goetheschule arbeitet.

Die junge Pianistin will international spielen

Seit 2012 hat My Linh bei „Jugend musiziert“ mitgemacht. Damit soll jetzt Schluss sein. „Ich habe in dem Wettbewerb alles erreicht, jetzt sollte einmal etwas anderes kommen. Ich will mich ja weiterentwickeln“, sagt die Schülerin, die plant, sich an internationalen Wettbewerben zu beteiligen.

Die Fahrt zum Bundesfinale von „Jugend musiziert“ in Lübeck verlief mit Hindernissen. My Linh Do und Deborah Berliku waren mit ihren Müttern unterwegs und gerieten in Staus.

Nach zehnstündiger Fahrt kamen sie kurz vor dem Auftritt an. Die Jury stimmte zu, dass sie zehn Minuten später spielen konnten – und die Mädchen gewannen.

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