Bauprojekt Bredeney

Beim Bredeneyer Großprojekt droht ein Baustopp

Die riesige Baugrube an der B224/Bredeneyer Straße ist ausgehoben. Aktuell laufen Restarbeiten, um das Gelände bebaubar zu machen.

Foto: Elena Boroda

Die riesige Baugrube an der B224/Bredeneyer Straße ist ausgehoben. Aktuell laufen Restarbeiten, um das Gelände bebaubar zu machen. Foto: Elena Boroda

Essen-Bredeney.   Noch liegt keine endgültige Baugenehmigung vor. Laut Investor sind die Arbeiten neun Monate im Verzug. Die Stadt verlangt Nachbesserungen.

In der Baugrube für den Wohn- und Geschäftskomplex an der Bredeneyer/Zeunerstraße sind die Arbeiter gerade mit dem massiven, felsigen Untergrund beschäftigt. Nachdem im Sommer 2016 die Suche nach Hohlräumen im Untergrund die Arbeiten verzögert hatte, droht jetzt ein weiterer Stopp.

„Wir haben vor 16 Monaten den Bauantrag bei der Stadt eingereicht und warten seitdem auf die Baugenehmigung“, erklärt Benedikt Gabor vom Verband Deutscher Versicherer, der das Bauvorhaben im Zentrum Bredeneys realisiert.

Dort waren der alte Kaiser’s-Supermarkt und einige ältere Gebäude abgerissen worden. An der Stelle sollen für rund 18 Millionen Euro ein großer Supermarkt mit 1650 Quadratmetern Fläche und 48 Mietwohnungen errichtet werden. Fünf der Wohnungen sind in einem separaten Gebäude im Innenhof geplant.

„Für die Erstellung der Grube haben wir eine Teilbaugenehmigung. Wenn diese Arbeiten voraussichtlich Ende April abgeschlossen sind, könnte die Baustelle erst einmal ruhen, wenn nicht bis dahin die Genehmigung für den Hochbau vorliegt“, befürchtet Benedikt Gabor. Bereits jetzt sei man mit dem Projekt neun Monate im Verzug.

Um die entsprechenden statischen Voraussetzungen für das Fundament zu schaffen und die Baugrube zu schützen, seien in den vergangenen Monaten Hunderte von Pfählen für die Betonwand eingesetzt worden, so Gabor.

Bauherr wünscht sich eine Liste zum Abarbeiten

Er verstehe, dass die Stadt die ein oder andere berechtigte Nachbesserung bei den Plänen verlange. Warum dem Investor dann aber nicht einmal eine komplette Liste mit den gewünschten Veränderungen vorgelegt werde, sei nicht nachzuvollziehen. „Wenn wir eine solche Liste hätten, könnten wir Punkt für Punkt abarbeiten und dann anfangen“, sagt Gabor, der die Einwände der Stadt in einigen Punkten nachvollziehen kann, nicht aber das Prozedere. Es gehe etwa um Brandschutz, Stellplätze und den behindertengerechten Ausbau. Die Fertigstellung des Komplexes bis zum Jahreswechsel 2017/18 sei nicht mehr zu schaffen. „Darüber wird es wohl Herbst 2018 werden“, so Gabor. Die Verzögerung habe für den Verband bereits jetzt erhebliche finanzielle Konsequenzen.

Auch für die Bürger und Geschäftsleute im Stadtteil ist die Verzögerung sehr ärgerlich. „Viele warten jetzt auf den Neubau. Für die zahlreichen älteren Bürger ist die Nahversorgung ohne Supermarkt im Stadtteil sehr schwierig. Nicht jeder hat Enkel, die einem die Dinge des täglichen Bedarfs vorbeibringen können“, sagt Hans-Ulrich Philipsenburg vom Vorstand des Kulturvereins Bredeney aktiv. Zudem hofften viele Geschäftsleute im Umfeld des Neubaus, von dessen Zugkraft profitieren zu können. „Wenn sich der Bau so verzögert, könnte es für einige Kaufleute im Stadtteil existenzbedrohend sein“, fürchtet Philipsenburg.

Nachbesserungen bei der Barrierefreiheit

Die Stadt bestätigt, dass der Bauantrag seit 16 Monaten vorliege. Hannah Hettinger vom Presseamt: „Es sollte aber nicht mehr allzu lange dauern, bis die Baugenehmigung erteilt wird.“

Die Verzögerung liege daran, dass die Planungen aufgrund der Brandschutz-Bestimmungen geändert werden mussten und der Architekt darüber hinaus noch einmal in Sachen Barrierefreiheit nachbessern müsse.

Eigentlich sollte der Neubau Ende 2017 fertig sein

Noch vor einem Jahr war vom Baubeginn im ersten Halbjahr 2016 die Rede. Der Supermarkt sollte im Oktober diesen Jahres eröffnen, Ende 2017 sollte das Projekt abgeschlossen sein. Vorausgegangen war ein dreijähriges Bebauungsplanverfahren.

Im Sommer 2016 hatte dann die Suche der Bezirksregierung Arnsberg nach Flözen und Wetterschächten im ehemaligen Bergbaugebiet für Unruhe gesorgt. Damals waren allerdings nur kleinere Hohlräume gefunden worden, die verfüllt werden mussten.

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