Werkstatt-Umzug

Autowerkstatt weicht Neubau: Existenzangst ist überstanden

Für die Autowerkstatt Kallidat ist eine Lösung gefunden, die Zeit der Ungewissheit hat für das Team ein Ende: Das Bild zeigt (v.l.) Dirk Rottko, Fabian Klose, Robert Naczynski, Inhaber Jens Kallidat, und Alexander Mähl.

Für die Autowerkstatt Kallidat ist eine Lösung gefunden, die Zeit der Ungewissheit hat für das Team ein Ende: Das Bild zeigt (v.l.) Dirk Rottko, Fabian Klose, Robert Naczynski, Inhaber Jens Kallidat, und Alexander Mähl.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Margarethenhöhe.  Das Familienunternehmen Kallidat muss einem Neubau-Projekt der Margarethe-Krupp-Stiftung weichen. Jetzt ist ein Alternativstandort gefunden.

Die Margarethe-Krupp-Stiftung (MKS) plant am Lehnsgrund/Ecke Altenau 42 neue Wohnungen und ein Verwaltungsgebäude. Dafür müssen die alten Wohnhäuser am Lehnsgrund 40-44, ein Garagenhof und ein Bauhof weichen. Sorgen bereitete der Umzug der dort ansässigen traditionsreichen Autowerkstatt Kallidat. Nachdem Inhaber Jens Kallidat bereits um die Existenz seines Betriebes bangte, ist jetzt eine Lösung gefunden.

Die Werkstatt zieht zum 1. Oktober ins Westviertel an den Westendhof 15. Damit gehen für Jens Kallidat und seine Mitarbeiter Monate des Bangens zu Ende. „Ich wäre sehr gern auf der Margarethenhöhe geblieben, aber mit dieser Lösung kann ich leben. Das ist noch die beste Alternative“, sagt Jens Kallidat, der die Werkstatt 2008 von seinen Eltern übernommen hatte und das Unternehmen in vierter Generation führt. In den 71 Jahren seit der Gründung ist die Firma Kallidat längst zu einer Institution im Stadtteil geworden.

Die neue Werkstatt liegt nur fünf Kilometer von der alten entfernt

Der Inhaber hofft nun, dass ihm die Kunden von der Margarethenhöhe erhalten bleiben. Die neue Werkstatt sei nur fünf Kilometer entfernt vom alten Standort und bei günstiger Verkehrslage in wenigen Minuten zu erreichen. Auf dem Gelände, auf dem die neue Werkstatt eröffnet werde, schließe der Straßen- und Pannendienst Meister seine Werkstatt, so dass man die Räume anmieten könne.

„Um den Umzug vorzubereiten, wird der Betrieb auf der Margarethenhöhe in der letzten September-Woche sicherlich auf Sparflamme laufen“, sagt Jens Kallidat, der sich besonders von der Stadt bei der Suche nach einem neuen Standort ziemlich alleingelassen fühlte. Nachdem die Neubau-Pläne der Margarethe-Krupp-Stiftung bekannt waren, hatte Kallidat selbst den Schotterplatz neben der Feuerwache an der Sommerburgstraße als Alternativstandort ins Gespräch gebracht, um im Stadtteil bleiben zu können. Dabei bekam er Unterstützung von der MKS, nicht aber von der Stadt, die die Bauvoranfrage ablehnte. Begründung: Eine Autowerkstatt passe nicht ins Umfeld und sei dort auch nicht zulässig.

Baubeginn soll im ersten Quartal 2020 erfolgen

„Wir haben Herrn Kallidat bei der Suche nach einem neuen Standort unterstützt und sind jetzt froh, dass das Ganze zu einem guten Ende gekommen ist. Wir wünschen ihm natürlich, dass seine Stammkunden ihm treu bleiben“, so Michael Flachmann, Vorstand der MKS. Durch diese Lösung könne man den angestrebten Baubeginn im ersten Quartal 2020 weiter verfolgen.

Eine Baugenehmigung gebe es noch nicht, derzeit liefen letzte Abstimmungen mit den Architekten. Neben den 42 Wohnungen und dem Bürogebäude werde laut Michael Flachmann eine großzügige Tiefgarage gebaut, um die Parkplatzsituation auf der Margarethenhöhe zu entschärfen. Den Architektenwettbewerb hatte das Frankfurter Büro Wörner Traxler Richter in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern gewonnen. Die Suche nach neuen Wohnungen für die vom Abriss betroffenen Mieter aus dem Bestand der MKS sei problemlos verlaufen, die Flachmann.

Dass jetzt auch für die Autowerkstatt Kallidat eine Lösung gefunden sei, sorgt für Erleichterung bei allen Beteiligten. So hatten sich die fünf Mitarbeiter von Jens Kallidat wie ihr Chef Sorgen um ihre Jobs und ihre Existenz gemacht. Jetzt können sie sich auf den Umzug ins Westviertel vorbereiten. Und auch die Kunden können sich darauf einstellen, dass die Werkstatt Kallidat sich weiter um ihre Fahrzeuge kümmern wird.

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