Verkehr

Streit um den Radstreifen an der Rüttenscheider Straße

Fußgänger und Radfahrer müssen sich an vielen Stellen den Bürgersteig an der Rüttenscheider Straße mit der Außengastronomie teilen. Ein Radstreifen sei deshalb nicht mehr zeitgemäß, meint Thomas Rotter von der SPD.

Fußgänger und Radfahrer müssen sich an vielen Stellen den Bürgersteig an der Rüttenscheider Straße mit der Außengastronomie teilen. Ein Radstreifen sei deshalb nicht mehr zeitgemäß, meint Thomas Rotter von der SPD.

Foto: Stefan Arend/ Funke Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Fußgänger und Fahrradfahrer kommen sich auf dem Gehweg der Rü zu nah, meint Thomas Rotter von der SPD. Er will die Radler auf die Straße lenken.

Der rote Fahrradstreifen, der streckenweise an der Rüttenscheider Straße auf dem Bürgersteig verläuft, ist zum Irrweg geworden. Das meint Thomas Rotter, Vorsitzender im Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung. Rücksichtslose Verkehrsteilnehmer – Fußgänger wie Radfahrer – würden oft für Beinaheunfälle sorgen. Der SPD-Ratsherr fordert deshalb, dass Radfahrer nur noch die Straße benutzen sollen. Rolf Fliß von den Grünen hält das für zu gefährlich. Er möchte den Radlern weiterhin die Wahl lassen, wo sie fahren.

Für diese Wahlfreiheit sei die Rüttenscheider Straße heute viel zu eng, sagt Thomas Rotter. „Vor 20 Jahren war die Situation auf der Rü eine andere, da gab es nicht so viel Außengastronomie und so viele Menschen auf der Straße.“ Bestärkt durch das rote Pflaster unter ihren Reifen würden sich Radfahrer in kniffligen Situationen im Recht fühlen und nicht absteigen, selbst wenn es eng werde. „Das kann man immer wieder beobachten. Der Radstreifen muss weg, um diese Situation aufzulösen.“

Rotter: Radfahren auf der Straße sei sicher

Dass sich die Radfahrer dann mit den Autofahrern auf der Rü arrangieren müssten, sei kein Problem. „In der Regel funktioniert das“, sagt Rotter. „In dem ganzen Bereich wird relativ langsam gefahren.“ Südlich der Martinstraße sei zudem ohnehin weniger Verkehr als in Richtung Norden.

Dass es auf der Rüttenscheider Straße oft nur langsam vorangehe, sieht auch Rolf Fliß – was er aus Radfahrersicht allerdings negativ bewertet. „Auf der Rü herrscht Dauerstau. Radfahrer werden durch Pkw und Ladeverkehr ausgebremst“, sagt der Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt. Wenn man die Radler auf die Straße lenke, würde man ihnen nur die Autos mit ihren Abgasen vor die Nase setzen. Aus diesem Grund sei auch die Umwidmung der Rü zur Fahrradstraße, auf der Radfahrer Vorrecht haben und Tempo 30 gilt, unsinnig. „Dadurch hätten Radfahrer keine Vorteile.“ Der Streifen auf dem Bürgersteig würde ihnen jetzt wenigstens noch ermöglichen, dem Stau teilweise auszuweichen.

Fliß: Gefahr für Ältere und Kinder auf der Rü

Geübten Radfahrern traut Fliß zwar zu, sich auf der Rüttenscheider Straße zu bewegen, „aber es gibt auch Personengruppen, für die das zu gefährlich ist, zum Beispiel Ältere oder Kinder und Jugendliche auf ihrem Schulweg“.

Dass die Rü ständig verstopft sei, hält Rolf Krane, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Rüttenscheid, für eine Mär. „Stau ist gegen 9 Uhr durch den Ladeverkehr, und dann höchstens noch mal am Nachmittag in der Rush Hour“, erklärt er. Radler könnten deshalb gut auf der Straße fahren. Der Radstreifen sei „gut gemeint“, aber ein Relikt aus vergangenen Tagen. „Der Streifen funktioniert, wenn sich alle rücksichtsvoll verhalten“, sagt Krane. „Aber diese Zeiten scheinen vorbei zu sein – leider.“

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