Asphaltwüste

Stoppenberger Schüler klagen über ihren tristen Schulhof

Für einen schöneren Schulhof, der zum Spielen einlädt, setzen sich die Kinder der Nelli-Neumann-Schule in Stoppenberg ein

Für einen schöneren Schulhof, der zum Spielen einlädt, setzen sich die Kinder der Nelli-Neumann-Schule in Stoppenberg ein

Essen-Stoppenberg.   Asphalt bestimmt das Bild des Pausenhofs der Nelli-Neumann-Schule in Stoppenberg. Jetzt soll er nach Vorschlägen der Schüler umgestaltet werden.

Fragt man Bezirksbürgermeister Michael Zühlke, welches Thema ihm in den letzten Wochen besonders positiv in Erinnerung geblieben ist, sagt er spontan: Die Umgestaltung des Schulhofs der Nelli-Neumann-Förderschule am Ramers Kamp. 200 000 Euro stehen dafür aus dem Programm „Gute Schule 2020“ zur Verfügung. „Das ist ein Grund zur Freude“, stahlt Michael Zühlke.

Es ist für die 75 Schüler der Stoppenberger Dependance nicht zwangsläufig ein Vergnügen, ihre Pausen auf dem Schulhof zu verbringen. Die Gründe dafür listeten sie im Sommer auf dem Jugendforum Zollverein kurz und knapp auf: „Kompletter Schulhof asphaltiert, Halle wird zu heiß, Nachmittagsnutzung, Schulhof komplett leer.“ Unterfüttert wurde das durch eine Power-point-Präsentation mit dem Titel „Mehr als nur Asphalt“, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lässt: Der Schulhof ist tatsächlich eine Einöde.

Über eigene Vorschläge wurde demokratisch abgestimmt

Über eigene Wünsche und Verbesserungsvorschläge diskutierten die Jugendlichen in der Schule und stimmten am Ende die einzelnen Punkte geheim ab. Das Ergebnis: An erster Stelle mit 27 Nennungen steht ein Flagfootballfeld, gefolgt von Basketball (8) und WLAN (6). Fußball, Raucherecke und Klettergerüst hatten dagegen keine Chance. Der Bezirksbürgermeister lobte anschließend diesen „umfassenden demokratischen Prozess“ der Meinungsbildung.

So vorbereitet und eingestimmt, stellten drei Schüler ihre Ideen und Wünsche auch die Bezirksvertretung VI vor. Dabei konnten sie den Entwurf eines neuen Schulhofs mitbringen, den sie mit Landschaftsarchitekten erarbeitet hatten. Diese schätzten die Kosten für den Umbau auf gut 92.000 Euro.

Förderzusage liegt vor

Ursprünglich hatten die Bezirksvertreter gehofft, diese Mittel aus dem Landesprogramm „Soziale Stadt“ zu erhalten. „Aber um daraus Gelder zu bekommen, sind wir nicht mehr schlecht genug aufgestellt“, sagt Michael Zühlke, der darüber natürlich nicht traurig ist.

Andreas Walter, Fraktionsvorsitzender des EBB in der Bezirksvertretung, schlug stattdessen vor, das Programm „Gute Schule 2020“ anzuzapfen: „Diese Förderzusage ist noch verlängert worden und zieht Außenanlagen der Schulen ausdrücklich ein.“

Gesagt, getan: Die Zusage liegt vor, somit stehen die Fördergelder für das kommende Jahr bereit. Michael Zühlke hofft jetzt nur: „Das sollte jetzt mit dem Umbau schnell gehen. Damit die Jugendlichen ihn noch als Schüler der Nelli-Neumann-Schule erleben.“

Beim Flagfootball muss eine Flagge erobert werden

Flag Football ist eine Art des Footballs. Die fünf Spieler pro Team tragen – neben Hosen und Trikot – einen Gürtel, an dem zwei Flaggen mittels Klettverschluss angebracht sind.

Ziel ist es, den gegnerischen Ballträger zu stoppen, indem man ihm eine Flagge abreißt und sie hoch hält. Beim Flag Football dürfen Jungen und Mädchen mitmachen.

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