Starkregen

Stadtwerke Essen halten Regenwasser in Bredeney zurück

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Die Bredeneyer Straße wird auf einem Teilstück bald zur Baustelle. Hier soll ein neuer Regenrückhaltekanal verlegt werden.

Die Bredeneyer Straße wird auf einem Teilstück bald zur Baustelle. Hier soll ein neuer Regenrückhaltekanal verlegt werden.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen-Bredeney.  Eine Großbaustelle entsteht an der Bredeneyer Straße. Wie die Stadtwerke Essen Starkregen regulieren wollen und was das für den Verkehr bedeutet.

In Bredeney starten Arbeiten für ein neues Regenrückhaltesystem – das wird in den kommenden Monaten für Verkehrseinschränkungen auf der Bredeneyer Straße führen. Betroffen ist ein Abschnitt von rund 150 Metern auf Höhe der Graf-Bernadotte-Straße. Das neue System soll die Wassermassen bei Starkregen besser lenken können und den Bach entlang des Kruppwaldes entlasten.

„Bei starkem Regen fließt das Regenwasser momentan immer noch ungebremst in den Bach, der entlang des Kruppwaldes verläuft“, teilen die Stadtwerke Essen mit. „Das wird sich nach Abschluss der Bauarbeiten ändern.“ Es sollen ein Regenrückhaltekanal und ein -becken entstehen. Dadurch werde die Natur deutlich entlastet. Denn bei Starkregenereignissen sind die Gullys oft überlastet, Regenwasser läuft dann von Gehwegen und Fahrbahn direkt in den Bach und schwemmt Dreck und Reifenabrieb hinein. Teil des neuen Systems ist ein Regenklärbecken, das genau das verhindern soll.

Regenrückhaltekanäle in Bredeney sind Schwergewichte

Es werden Abwasserrohre mit einem Durchmesser von 3,60 Meter in den Boden eingelassen. Jedes der drei Meter langen Betonrohre wiegt rund 25 Tonnen. Ein spezieller Bagger bereitet die Gräben dafür lasergesteuert vor. Kampfmittelsondierungen seien dafür nicht notwendig, so die Stadtwerke. „Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist es, dass wir in der Baugrube mit einem erhöhten Baumaschineneinsatz arbeiten können. Zwei Bagger arbeiten dann Hand in Hand. Daher müssen weniger Personen im Baugraben arbeiten. Dies ist auch ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt“, erklärt Dirk Pomplun, Unternehmenssprecher der Stadtwerke Essen. Das patentierte Verfahren sei bereits im Walpurgistal zum Einsatz gekommen.

  • Die Stadtwerke Essen investieren in das neue Regenrückhaltesystem in Bredeney rund fünf Millionen Euro.
  • In Freisenbruch und Horst war der Eibergbach von Abwasser befreit worden – dort lagen die Kosten sogar im zweistelligen Millionenbereich.

Die Arbeiten sollen am Montag, 17. Januar, beginnen und etwa acht Monate dauern. Um Platz für die Baustelle zu schaffen, wird der Verkehr drumherum geleitet. Während der Arbeiten steht auf diesem Abschnitt der Bredeneyer Straße jeweils nur eine Fahrspur in beide Richtungen zur Verfügung. Zuerst wird die Fahrspur in Richtung Werden auf die gegenläufige Fahrbahn verlegt. Dazu muss ein Teil der Betonwände auf Höhe des Krügerpfades und der Graf-Bernadotte-Straße entfernt werden. Nach Fertigstellung der provisorischen Verkehrsführung beginnen die eigentlichen Kanalarbeiten.

Regenwasser in Bredeney wird gereinigt

Begonnen wird mit dem Bau eines sogenannten Drosselbauwerks im südlichen Bereich. Dabei handelt es sich um eine Betonkammer, die die Geschwindigkeit des einströmenden Abwassers bei starken Regenfällen bremst. Gleichzeitig soll es den Zufluss an Regenwasser zum Bach regulieren. In einem davor liegenden Klärbecken sollen sich schwerere Schwebeteilchen absetzen, so dass das Abwasser sauberer wird. „Mit dem sowieso vorhanden Abwasser in den Kanalrohren wird dann der Schmutz in Richtung Kläranlage transportiert“, erklärt Pomplun.

Zum Ende der Baumaßnahme müssen noch die vorhandenen Kanäle, die unter der Maybachstraße und der Graf-Bernadotte-Straße liegen, an den neuen Regenrückhaltekanal angeschlossen werden. Dies geschieht zuerst mit den Abwasserkanälen der Maybachstraße. Bevor die Abwasserleitungen aus der Graf-Bernadotte-Straße angeschlossen werden können, muss für die zweite Phase der Baumaßnahme noch einmal die Verkehrsführung anpasst werden.

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