Wohnungsbau

Stadt plant 200 Wohnungen auf altem Sportplatz Levinstraße

Diese Brachfläche sowie die ehemalige Bezirkssportanlage sollen bebaut werden. Gelobt wird der hohe Grünanteil am neuen Baugebiet. Foto: Stefan

Diese Brachfläche sowie die ehemalige Bezirkssportanlage sollen bebaut werden. Gelobt wird der hohe Grünanteil am neuen Baugebiet. Foto: Stefan

Foto: AREND

Essen-Gerschede.   Bebauungsplan für Levinstraße wird öffentlich diskutiert. 2016 standen hier noch Zelte. Ärger über die Diskussion ist noch nicht verraucht.

Bis zu 200 neue Wohnungen können an der Levinstraße in Gerschede entstehen. Dafür stehen der alte Bezirkssportplatz und das Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. Die Bezirksvertretung IV und der Planungsausschuss des Rates haben jetzt den Bebauungsplan auf den Weg gebracht. Als nächstes wird die Öffentlichkeit über die Planung informiert, die dann dazu Stellung beziehen kann.

Die 5,5 Hektar große Gebiet war lange ein Zankapfel zwischen Politik und Verwaltung, was auch zur Gründung der Initiative „Dellwiger Frieden“ führte und im Dezember 2015 in einer Bürgerversammlung vor 500 Menschen in der St. Michael-Kirche gipfelte. Die Unterbringung von Flüchtlingen brachte ebenso Unruhe in den Stadtteil wie die Frage, wo die Fußballer künftig spielen können: Am Scheppmannskamp in Dellwig oder eben an der Levinstraße? Letztlich setzte sich die Meinung durch, am Scheppmannskamp einen Kunstrasenplatz zu bauen und die Bezirkssportanlage an der Levinstraße aus Lärmschutzgründen aufzugeben.

Zwischenzeitlich hatte sich die Bezirksvertretung für eine Renaturierung der gesamten Fläche und dem Bau eines Mehrgenerationenplatzes im Rahmen der Grünen Hauptstadt stark gemacht. SPD-Sprecher Ulrich Schulte-Wieschen erinnert immer wieder daran, dass die Verwaltung dem zugestimmt habe.

Platz für eine Kita ist vorhanden

Obwohl es dann aber nicht so gekommen ist, ließ die Bezirksvertretung nun den Planentwurf einstimmig passieren. Er enthält zwei Vorschläge. Variante A sieht etwa 160 Wohnungen in mehrgeschossigen Häusern sowie 40 in Reihen- und Doppelhäusern vor. Variante B sieht 170 Geschosswohnungen und etwa 15 Doppelhäuser vor. Eine Grünfläche als Achse trennt die Häuserreihen.

Weil die vorhandene Kindertagesstätte Levinstraße aus pädagogischen Gründen nicht auf sieben bis acht Gruppen ausgebaut werden soll, besteht auch dringender Bedarf für eine weitere Kita mit drei bis vier Gruppen.

Trotz der allgemeinen Zustimmung der Politiker kritisierte Ulrich Schulte-Wieschen (SPD), dass am Scheppmannskamp nicht ähnlich viele Parkplätze errichtet worden sind, wie es sie einst an der Levin-straße gab. Deshalb sollte man nicht von einer „Kompensationsfläche“ für die nicht realisierte Wohnbebauung am Scheppmannskamp sprechen.

Planungswerkstatt soll Beteiligung sichern

Klaus-Dieter Pfahl (CDU) wiederholte seinen Hinweis auf den bisher nicht vorgesehenen Schallschutz entlang der Eisenbahnlinie. Ein erneutes Gutachten sei gleichwohl überflüssig, weil es das schon bei der Bewertung des Sportplatzlärms gegeben und zur Verlagerung geführt habe.

Thorsten Drewes (Grüne) schlägt eine Planungswerkstatt zur Beteiligung der Bürger vor, da die normale Bürgerbeteiligung nicht ausreiche. Gleichwohl spricht er sich für Variante B aus, die ausgewogen sei zwischen Grünflächen und Bebauung.

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