Überwachungstechnik

Stadt Essen prüft Kameraüberwachung nach „Mannheimer Modell“

Der Rheinische Platz wird seit 2016 von Kameras beobachtet.

Der Rheinische Platz wird seit 2016 von Kameras beobachtet.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  „Intelligente“ Kameras erkennen automatisch Handlungen, die auf eine Straftat hindeuten. Diese Technik könnte auch in Essen zum Einsatz kommen.

Langfinger und Lausbuben aufgepasst! Die Stadt Essen prüft die Einführung „intelligenter“ Kameratechnik“ an öffentlichen Straßen und Plätzen. Dies hat der Rat der Stadt am Mittwoch auf Antrag von CDU und Grünen beschlossen. Als beispielhaft gilt dabei das „Mannheimer Modell“.

In Mannheim kommt seit 2017 eine Überwachungstechnik zum Einsatz, welche anhand von Algorithmen Verhaltensmuster erkennt, die auf mögliche Straftaten hinweisen. Die Bilder werden automatisch ausgewertet. Deuten die Aufnahme auf eine strafbare Handlung hin, ergeht ein Alarm an die Leitstelle der Polizei, sodass die Beamten sich ein Bild von der Lage vor Ort machen können.

Der Rheinische Platz in Essen wird bereits seit 2016 von Kameras überwacht

Die Ratsmehrheit möchte wissen, welches Einsparpotenzial der Einsatz von Kameras bieten könnte und in wieweit die Technik für mehr Sicherheit sorgt. Die SPD-Fraktion stimmte dem Antrag zu, sprach aber von einer „Planung ins Blaue“ hinein, da nicht feststehe, an welchen Stellen Videokameras zum Einsatz kommen können.

Den rechtlichen Rahmen definiert das Polizeigesetz. Demnach muss es sich nachweislich um einen gefährlichen Ort handeln. Als ein solcher wurde der Rheinische Platz eingestuft, seit 2016 wird er von Kameras beobachtet. Drogendealer, die dort aktiv waren, suchten sich daraufhin Orte, an denen sie ihrem Geschäft möglichst unbeobachtet nachgehen können.

Die Linke meint, Überwachungskameras könnten Straftaten nicht verhindern

Heike Kretschmer von den Linken zweifelte den Nutzen von Überwachungskameras deshalb an. Die Technik verhindere keine Straftaten, sondern führe dazu, dass Straftäter verdrängt würden.

Nach der Sommerpause soll die Stadtverwaltung der Politik Ergebnisse ihrer Prüfung vorlegen, damit diese bei den anstehenden Haushaltsberatungen Berücksichtigung finden können.

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