Pfarreientwicklungsprozess

St. Marien-Kirche in Karnap wird im Februar geschlossen

Die Kirche St. Marien in Karnap wird im Februar geschlossen.

Die Kirche St. Marien in Karnap wird im Februar geschlossen.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Karnap.   Die Kirchgänger wurden am Wochenende informiert. Jetzt kämpfen die Karnaper für den Erhalt ihres Gemeindezentrums. Aber Resonanz ist noch gering.

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Die katholische Kirche St. Marien in Karnap wird im Februar geschlossen. Der feierliche Abschiedsgottesdienst findet am Sonntag, 10. Februar, statt. Das haben jetzt der Kirchenvorstand und der Pfarrgemeinderat der Pfarrei St. Hippolytus in Gelsenkirchen-Horst beschlossen. Die Mitglieder der Pfarrei wurden am Wochenende durch Kanzelverkündigung über die Beschlüsse informiert.

Ursprünglich sollte die St. Marien-Kirche bereits im vergangenen Jahr geschlossen werden, doch dann verzögerte sich das gesamte Verfahren.

Förderverein bittet um Unterstützung

Der Verein der Förderer und Freunde der Kirche St. Marien setzt sich nun für den Erhalt des Gemeindezentrums am Meersternweg ein. In einem Brief an alle katholischen Haushalte im Stadtteil wirbt der Vorstand um Vorsitzenden Berthold Hiegemann um finanzielle Unterstützung. Pro Jahr fallen Unterhaltskosten in Höhe von über 15.000 Euro an, von denen der Förderverein selbst 10.000 Euro durch Vermietung und Veranstaltungen erwirtschaftet. Den Rest gibt bisher die Kirchengemeinde dazu. Nur durch den Erhalt des Gemeindezentrums sei es möglich, „weiterhin katholische Gottesdienste in Karnap zu feiern, den noch vorhandenen Gruppen und Gremien eine Heimat und nicht zuletzt den Bürgern von Karnap einen Veranstaltungsort für Feste und Feiern zu bieten“, heißt es in dem Brief.

Erschwert wird die Suche nach Sponsoren für den Erhalt des Gemeindezentrums durch die geringe Mitgliederzahl des Fördervereins von derzeit 90 Personen. „Bei einer Zahl von allein rund 2000 Katholiken und rund 8000 Bürgern vor Ort kann man diesen Verein nicht wirklich als repräsentativ ansehen“, weiß auch Berthold Hiegemann.

Der Vorstand hält es allerdings für falsch, das Gemeindezentrum abzureißen und sich in Richtung Horst oder Altenessen zu orientieren.

Weitere kirchliche Gebäude in Gelsenkirchen werden abgerissen

Die jetzt von der Pfarrei St. Hippolytus getroffenen Beschlüsse sehen auch die Schließung und z. T. den Abriss weiterer kirchlicher Gebäude vor. So wird die Nutzung des Gemeindezentrums Liebfrauen zum Jahresende eingestellt. Der Abriss, auch des Kindergartens, folgt zeitnah zum Jahresbeginn 2019.

Die Gemeindekirche St. Laurentius in Horst wird am 3. Februar außer Dienst gestellt.

Das Wohnprojekt „Service Wohnen“ , das das Haus Marienfried in der Kirche St. Laurentius geplant hatte, wird nicht umgesetzt. Stattdessen werden alternative Investoren gesucht.

An allen Standorten können sich die Gläubigen an der Gestaltung des Abschiedsprozesses beteiligen.

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