Kirchenstreit

St. Johann findet mit Mühe einen Saal für ihre Versammlung

Das Für und Wider der Krankenhausplanung und noch weitere Fragen werden am Mittwochabend im Stoppenberger Schulzentrum diskutiert. Der Protest gegen die Abrisspläne gehen jedoch weiter.

Das Für und Wider der Krankenhausplanung und noch weitere Fragen werden am Mittwochabend im Stoppenberger Schulzentrum diskutiert. Der Protest gegen die Abrisspläne gehen jedoch weiter.

Essen-Altenessen/Stoppenberg.   Krankenhausneubau mit oder ohne Kirchenabriss? Am Mittwoch findet die nächste Pfarrversammlung zum diesem Streitthema statt. Shuttlebusse rollen.

Einen außergewöhnlichen Weg geht die Kirchengemeinde St. Johann Baptist, um möglichst viele Fragen zum geplanten Krankenhaus-Neubau und Abriss der Pfarrkirche am Karlsplatz in Altenessen beantworten zu können: Die Pfarrversammlung am morgigen Mittwoch, 12. Dezember, 19.30 Uhr, im Schulzentrum Am Stoppenberg wird in Diskussionsforen aufgeteilt. „Wir erhoffen uns davon eine effiziente Gesprächskultur“, sagt Bistumssprecher Thomas Rünker.

Gut vier Kilometer Wegstrecke liegen zwischen der Pfarrkirche St. Johann Baptist und dem Schulzentrum im Mühlenbruch in Essen-Stoppenberg. Thomas Rünker, der zum Vorbereitungsteam im bischöflichen Generalvikariat gehört, versichert, dass keine Alternative zu finden gewesen sei. Das Leibniz-Gymnasium hätte eigentlich eine passende Räumlichkeiten geboten, habe jedoch „für den 12. Dezember abgesagt“, so die Gemeinde. Überraschende Begründung: Der Schulleiter gehöre zu den Kritikern der Abrisspläne und habe deshalb keine Genehmigung für die Versammlung gegeben – so ist es jedenfalls aus Kreisen des Bistums zu hören.

Kirche ist auch nicht der geeignete Ort

Weil auch das ehemalige Walter-Wolf-Gemeindezentrum, das Berufsförderungszentrum an der Altenessener Straße, das Kolpinghaus und die Gesamtschule Nord in Vogelheim aus verschiedenen Gründen nicht in Frage kamen, sei man auf das kircheneigene Schulzentrum in Stoppenberg ausgewichen. Die Kirche selbst sei ebenfalls ausgeschieden – zu sehr klingen noch die teils heftigen Anfeindungen in den Ohren der Organisatoren.

Geleitet wird die morgige Versammlung von Andreas Scholten, dem Jugendreferenten des Bistums.

In den Gesprächskreisen sollen alle Fragen zur Sprache kommen, die jetzt auch von den Kritikern der Gruppe „Rettet St. Johann“ aufgeworfen worden sind, sei es der Zeitplan, die Anfechtung der Kirchenvorstandswahl oder die juristische Einschätzung der Bedeutung der Schenkungsurkunde von Johannes Lindemann, die den Verkauf der Kirche angeblich unmöglich macht.

Gespräche werden dokumentiert

Zu allen Themenkomplexen seien Fachleute eingeladen, sei es Contilia als Krankenhausbetreiberin, die Stadt, die zum Bebauungsplan Stellung nehmen soll, ein Archivar des Krayer Bistumsarchiv oder ein Jurist, der sich zur Kirchenvorstandswahl äußern wird. Thomas Rünker: „Wir wollen den Menschen gerecht werden, die Antworten haben möchten.“ Sämtliche Gespräche werden anschließend dokumentiert, damit alle Gemeindemitglieder später auf dem gleichen Informationsstand sind.

Auch die Contilia begrüßt die Versammlung: „Bei einem Projekt dieser Größe braucht es bereits in dieser frühen Phase die Mitwirkung vieler Menschen und Institutionen“, heißt es in einer Mitteilung. Da liege der Informationsaustausch im Interesse aller Beteiligten. „Deshalb werden wir der Einladung der Pfarrgemeinde zur Teilnahme an der Versammlung selbstverständlich folgen. So wie wir auch jede andere Einladung zum Gespräch ausdrücklich begrüßen.“ Nur im Dialog könne man die Erwartungen, Wünsche und Ideen der Bürger kennenlernen und möglichst in die Projektplanung integrieren. „Wir möchten möglichst viele Menschen im Essener Norden für den Bau eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands begeistern.“

Shuttle-Busse fahren von allen vier Kirchen aus

Damit diese auch wen Weg zum Stoppenberger Schulzentrum finden, richtet die Gemeinde einen Shuttle-Dienst ein. Die Busse pendeln so lange zwischen allen vier Kirchen – also St. Johann, St. Hedwig, Herz Mariä und Herz Jesu – und Schule, bis alle in Stoppenberg angekommen und nach 22 Uhr auch wieder zurückgebracht worden sind. Der genaue Zeitplan werde noch bekannt gegeben, versichert die Gemeinde.

Thomas Rünker hofft auf starke Beteiligung der Gemeindemitglieder: „Wir wünschen uns und hoffen, dass viele Menschen kommen.“

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