Hilferuf

Sportplatz in Essen-Werden: Stadt bietet Verein Rücknahme an

Aus Werden kam der Hilferuf: (v.l.) Benjamin Brenk (Bezirksbürgermeister), Jürgen Bäcker (Geschäftsführer des Vereins) und Hans-Jürgen Koch (Vorsitzender des SC Werden-Heidhausen) auf der Sportanlage im Löwental, sie hoffen auf Unterstützung.

Aus Werden kam der Hilferuf: (v.l.) Benjamin Brenk (Bezirksbürgermeister), Jürgen Bäcker (Geschäftsführer des Vereins) und Hans-Jürgen Koch (Vorsitzender des SC Werden-Heidhausen) auf der Sportanlage im Löwental, sie hoffen auf Unterstützung.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Werden.  Riesiger Aufwand und hohe Kosten: Der Verein SC Werden-Heidhausen fühlt sich mit der Pflege der Sportanlage überfordert. Erste Lösungen in Sicht.

Nach einem Hilferuf des Vereins SC Werden-Heidhausen gibt es erste Lösungsansätze für den Sportplatz im Werdener Löwental. Der Vorsitzende Hans-Jürgen Koch hatte in einem Brandbrief SOS gefunkt. Der Verein pflegt die Sportstätte mit ihren zwei Kunstrasenfeldern und umfangreichen leichtathletischen Anlagen, fühlt sich dabei aber von der Stadt im Stich gelassen. Und mit den Kosten überfordert. Die Rückgabe der Anlage wäre eine Option.

Dass die Zustände nun Thema geworden sind, ist einem Problem an der Kurve zum Hochsprungsektor geschuldet. Dort wachsen immer wieder Brombeeren und Riesenknöterich von der Straße her auf die Sportanlage. Inzwischen drücken sogar Bäume den Zaun nach innen. Ehrenamtlich geleistete Arbeitseinsätze des Clubs halfen nur kurzfristig.

Seit zehn Jahren kümmern sich Vereinsmitglieder eigenverantwortlich um die Anlage

Seit zehn Jahren kümmern sich die Mitglieder in „Eigenverantwortliche Nutzung“ (EVN) um die Anlage. Nun hatte der Verein größere finanzielle Unterstützung gefordert, um einen Gartenbaubetrieb das Problem grundlegend lösen zu lassen.

Dem mochte die Stadt so nicht nachkommen. Sie habe bereits 2019 die jährlichen Zuschüsse für die Essener EVN-Vereine um 30 Prozent auf 9000 Euro erhöht. Außerdem könnten die Vereine durch den Verkauf von Speisen und Getränken weitere Einnahmen generieren.

Allerdings kann der SC aktuell nach eigenen Angaben weder personell die Pflege gewährleisten noch eine externe Fachfirma bezahlen. Gescheitert war der Verein dann mit seinem Hilfeersuchen bei der Bezirksvertretung (die verwies auf die Stadt) und bei den den Sport- und Bäderbetrieben. Die wiederum sahen die Pflege der Außenanlagen aber bei den jährlichen EVN-Zuschüssen Euro bereits berücksichtigt.

Kosten sind ein großes Thema

Jetzt der dritte Anlauf: In einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister Thomas Kufen, Dezernentin Simone Raskob und und Vertretern der Sport- und Bäderbetriebe ging es nun um mögliche Lösungswege. Hans-Jürgen Koch und Christoph Steinmetz vom SC-Vorstand hatten zur Unterstützung Bezirksbürgermeister Benjamin Brenk eingeladen.

Intensiv wurde verhandelt und ein erster Schritt vereinbart: Die wuchernden Brombeerpflanzen sollen jetzt dauerhaft entfernt werden. Nach Möglichkeit sollen die Kosten von rund 8000 Euro für Ausschachtung und Entfernung der Sträucher zu gleichen Teilen durch Stadt und Bezirksvertretung getragen werden.

Zudem wurde dem Verein laut Stadtsprecherin Silke Lenz angeboten, die Anlage wieder an die Stadt zurück zu geben. Da werde man auch nicht auf Kündigungsfristen bestehen. Allerdings würden dann die Nutzung des Gastraumes und der Verkauf durch den Verein entfallen.

Rund 600 Mitglieder des Sportvereins könnten befragt werden

Das will Hans-Jürgen Koch nun mit seinem Vorstand das Ganze überdenken, eventuell die rund 600 Mitglieder befragen. Sollte der SC Werden-Heidhausen wirklich die Schlüssel zurückgeben, müsste die Stadt entsprechendes Personal stellen für den ganztägigen Sportbetrieb von Schulen und Vereinen sowie die Wettkämpfe am Wochenende.

Der Bezirksbürgermeister zieht zufrieden Fazit: „Die Verwaltung hat zugesagt, eine Erhöhung der jährlichen Zuschüsse für besonders stark frequentierte Anlagen wie diese zum Thema einer der nächsten Ratssitzungen zu machen.“ Eine Rückgabe der EVN verbunden mit dem Verlust des Vereinsheims sähe Benjamin Brenk aber gar nicht gerne: „Dadurch würden noch mehr soziale Kontakte gekappt und der Jugend im Bezirk ginge eine weitere Anlaufstelle verloren.“

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