Verkehr

Sportbad am Thurmfeld bekommt doch keine eigene Haltestelle

Das Sportbad am Thurmfeld sollte über eine eigene Bushaltestelle besser an den öffentlichen Personen-Nahverkehr angeschlossen werden. Daraus wird erst einmal nichts.

Das Sportbad am Thurmfeld sollte über eine eigene Bushaltestelle besser an den öffentlichen Personen-Nahverkehr angeschlossen werden. Daraus wird erst einmal nichts.

Foto: Ulrich von Born/ Funke Foto Services

Essen.   Um den Bau der Haltestelle am Sportbad hatten sich nur zwei Firmen beworben – mit viel zu hohen Preisen, beklagt die Stadt Essen nicht zum ersten Mal.

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Im Fahrplan der Essener Verkehrs-AG (Evag) ist sie bereits verzeichnet, doch der Bau einer Bushaltestelle vor dem zentralen Sportbad am Thurmfeld lässt weiter auf sich warten. Die Stadt hat die Planungen bis auf Weiteres zurückgestellt. Denn auf die öffentliche Ausschreibung hin hatten sich gerade einmal zwei Firmen um den Auftrag beworben. Und beide riefen nach Angaben der Bauverwaltung Preise auf, die weit oberhalb der stadteigenen Kalkulation lagen. In jüngster Zeit macht die Stadt diese Erfahrung nicht zum ersten Mal.

270.000 Euro hatte die Stadt für den Bau der barrierefreien Bushaltestelle veranschlagt. Dafür sollte zu beiden Seiten der Bottroper Straße in Höhe des Schwimmbades am Thurmfeld eine drei Meter breite Haltebucht nebst Wartehäuschen gebaut werden. So hatte es der Rat der Stadt vor rund einem Jahr beschlossen. In der Beschlussvorlage attestierte die Verwaltung damit dem Bad am Thurmfeld eine überdurchschnittlich gute Anbindung an den öffentlichen Personen-Nahverkehr.

Kosten für Bau der Bushaltestelle zu hoch für die Stadt

Daraus wird vorerst nichts. Denn eine Baufirma lag mit ihrer Preisvorstellung 46 Prozent über der der Stadt. Eine andere Firma übertraf die Kalkulation gar um 222 Prozent, weshalb das städtische Rechnungsprüfungsamt das Projekt als nicht wirtschaftlich einstufte.

Schwimmer, die auf den ÖPNV angewiesen sind, können das Sportbad mit der U 11 und der U 17 erreiche; beide U-Stadtbahnen halten ganz in der Nähe an der Universität. Wann die geplante Bushaltestelle gebaut wird, steht in den Sternen. Gänzlich darauf verzichten wird die Stadt nicht können, diente der Bushalt für die Linie 166 doch als Argument, um die Zahl der Stellplätze am Sportbad reduzieren zu können.

Die Baubranche hat Konjunktur

Ärgerlich ist der „Baustopp“ allemal. Schon beim Bau der neuen barrierefreien Haltestelle „Kronenberg“ in Altendorf musste die Bauverwaltung die Erfahrung machen, dass die eingegangenen Angebote viel höher waren als erwartet. Rainer Wienke, stellvertretender Leiter der Behörde, will nicht von einem Trend sprechen, hält es aber sehr wohl für denkbar, „dass wir uns auf höhere Preise einstellen müssen“. Die Baubranche hat Konjunktur. Auf die europaweite Ausschreibung der Stadtwerke für den Bau eines Entwässerungssystems in Karnap hatte sich im ersten Anlauf gar kein Interessent gemeldet. Dabei will der Versorger gemeinsam mit der RAG rund acht Millionen Euro investieren, um Straßenzüge vor Grundwasser zu schützen. Die Stadtwerke mussten auf Unternehmen zugehen. Gespräche, so hieß es zuletzt, dauerten an.

Tobias Siewers, Sprecher des Verbandes der Bauindustrie, verweist auf gestiegene Baustoffpreise, stellt aber auch die Frage, ob Kommunen nicht ihrerseits bei Bauvorhaben zu knapp kalkulierten. Sei es, weil sich Projekte politisch leichter durchsetzen lassen — oder ausbremsen.

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